Transferevaluation
Ergänzend zur konkreten Umsetzung von Wissens- und Technologietransfer legt das CIMTT Wert auf die Evaluation seiner Projekt- und Transferarbeit. Evaluation schafft Transparenz darüber, was Transfer bewirkt, unter welchen Bedingungen er gelingt und wo Anpassungen nötig sind. Gerade weil Transferwirkungen häufig nicht eindeutig nachweisbar sind – Ausgangsdaten fehlen teils, Effekte treten zeitverzögert ein, externe Einflüsse überlagern Ergebnisse – ist eine strukturierte Herangehensweise entscheidend. Gleichzeitig lohnt sich Evaluation, weil sie Transfererfolge sichtbarer macht und konkrete Ansatzpunkte liefert, um Aktivitäten gezielt nachzusteuern und Transferkonzepte kontinuierlich an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.
Unser Vorgehen kombiniert Ergebnis- und Prozessmonitoring. Auf der Ergebnisebene werden – soweit verfügbar – quantitative Indikatoren genutzt (z. B. Reichweiten, Beteiligung, Outputs, Fortschritte in Projektzielen). Wo Kennzahlen nur eingeschränkt aussagekräftig oder nur mit Zeitverzug verfügbar sind, werden sie durch qualitative Beurteilung ergänzt, um Dynamiken im Transferraum besser zu verstehen. Dazu gehören kontinuierliche Feedbackschleifen (z. B. kurze Rückmeldungen nach Formaten, Reflexionsrunden mit Partnern, strukturierte Einschätzungen von Akteuren) sowie vertiefende qualitative Erhebungen, die Motive, Barrieren und Erfolgsfaktoren sichtbar machen. Ein weiterer Baustein sind repräsentative Befragungen, z. B. zu Trends und Eignung bestimmter Transferformate, die über einzelne Veranstaltungen oder Projekte hinausgehen und Einschätzungen unterschiedlicher Zielgruppen systematisch erfassen. Damit werden nicht nur einzelne Stimmen, sondern Muster und Spannungen im Kooperationsgeschehen sichtbar.
Evaluationsmöglichkeiten anhand von Beispielen
Fragebogengestützte Evaluation von Veranstaltungen am Beispiel PAL
Ein Beispiel für die kontinuierliche Evaluation und Anpassung von Transferaktivitäten ist die fragebogengestützte Auswertung der Veranstaltungen im Projekt PerspektiveArbeit Lausitz. Das Teilnehmer- und Besucherfeedback ist Bestandteil eines projektweiten Indikatorensystems und liefert wichtige Hinweise zur Qualität und Relevanz der Formate. Zur Datenerhebung wird ein gemeinsam mit ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH sowie Fachkräftenetzwerk OL gGmbH entwickelter Online-Fragebogen eingesetzt, der nach jeder Veranstaltung anonym durchgeführt wird. Er erfasst unter anderem Zufriedenheit, Themenrelevanz, Teilnahmebereitschaft an zukünftigen Angeboten, Themenwünsche sowie genutzte Informationskanäle. Die Auswertung unterstützt die gezielte und bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Formaten und Themen im Projektverlauf.
Weitere Informationen zu Tranfserformaten und -evaluation in PAL finden Sie in dieser Veröffentlichung: Transfer aus dem Reallabor - Ko-produktive Entwicklung von datenbasierten Assistenzsystemen von Franke-Jordan & Berger, 2025 Elektronische (Volltext-)Version
Entwurf und Durchführung von Befragungen am Beispiel TR@NSFER-ING
Ein Beispiel für diese übergreifende Evaluationsperspektive ist die Studie TR@NSFER-ING, eine quantitative Online-Befragung im Bereich der Ingenieurwissenschaften. Sie erfasst systematisch, wie Wissens- und Technologietransfer aktuell umgesetzt wird, welche Formen von Transferaktivitäten und Kooperationen bestehen und welche Haltungen, Motivationen sowie Rahmenbedingungen den Transfer prägen. Die Befragung berücksichtigt dabei sowohl Personen mit intensiver Transfererfahrung als auch solche, die bislang wenig Transferaktivitäten verfolgen, um ein realistisches Gesamtbild zu erhalten. Aufbau und Themen orientieren sich an der bundesweiten Studie Transfer1000 des Fraunhofer IAO, wodurch Vergleichbarkeit und Einordnung der Ergebnisse erleichtert werden. Die Ergebnisse dienen nicht nur der Identifikation von Hürden und Entwicklungspotenzialen, sondern liefern auch eine empirisch fundierte Grundlage für die bedarfsgerechte Weiterentwicklung von Unterstützungsangeboten, Anreizstrukturen und Transferformaten sowie für die Stärkung von Sichtbarkeit und Wirksamkeit von Transferaktivitäten im Ingenieurbereich.
Qualitative Evaluation eines Formats anhand von Interviews, Beobachtungen und Reflexionsgesprächen am Beispiel der Zukunftswerkstatt Lausitz 2050
Ein Beispiel für prozessorientierte Evaluation ist die Begleitforschung zur Zukunftswerkstatt Lausitz 2050. Ziel war es, die Dynamiken der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Akteur:innen zu verstehen und fördernde sowie hinderliche Rahmenbedingungen sichtbar zu machen. Dafür wurden qualitative Methoden kombiniert, um sowohl Momentaufnahmen als auch Veränderungen über den Verlauf des Formats abzubilden. Die Datenerhebung umfasste Fokusgruppengespräche, moderierte Reflexionsrunden und teilnehmende Beobachtungen, um Interaktionen, Kommunikationsmuster und Kooperationspraktiken im Transferprozess zu erfassen. Ergänzend wurden leitfadengestützte Interviews vor, während und nach den Workshops durchgeführt, um Erwartungen, Erfahrungen und wahrgenommene Wirkungen sowie deren Entwicklung über die Zeit nachvollziehen zu können. Die Auswertung liefert konkrete Ansatzpunkte, wie Formate in Bezug auf Interaktion, Kommunikation und Wissensintegration weiterentwickelt werden können. Das Vorgehen orientiert sich an etablierten methodischen Standards für Fokusgruppen, Beobachtungen und Interviews. Alle Teilnehmenden wurden transparent über Zweck, Ablauf und Datenschutz der Evaluation informiert.