01.07.2026
Sicherheitsrelevante additiv gefertigte Bauteile für die Luftfahrt
Forschungsflugzeug DA62 der TU Dresden sowie Projektschwerpunkte zur Erforschung einer innovativen, additiv gefertigten Tankhalterung mit Demonstration am Forschungsflugzeug.
Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden erforscht im Projekt "Zulassungsfähige 3D-gedruckte sicherheitsrelevante Strukturbauteile für zukünftige Luftfahrzeuge" (3D4Lu) gemeinsam mit dem Institut für Luft- und Raumfahrttechnik (ILR, TU Dresden) zulassungsfähige 3D-gedruckte sicherheitsrelevante Strukturbauteile für zukünftige Luftfahrzeuge.
Motivation
Additive Fertigungsverfahren (AM) wie Laser Powder Bed Fusion (LPBF) ermöglichen eine flexible und ressourcenschonende Herstellung hochbeanspruchter metallischer Strukturen. Gerade in der Luftfahrtbranche, die durch den zunehmenden Luftverkehr und die Notwendigkeit emissionsarmer Antriebstechnologien vor technologischen Herausforderungen steht, eröffnet AM neue Möglichkeiten – insbesondere für die Entwicklung neuer Luftfahrzeugklassen (General Aviation, UAV, eVTOL) sowie für Retrofits bestehender Systeme. Den Potenzialen von AM stehen jedoch Unsicherheiten bei der Vorhersage mechanischer Eigenschaften gegenüber, die in der Praxis häufig zu konservativen, pauschalen Nachbehandlungs- und Prüfzyklen führen. Um die Effizienzvorteile voll auszuschöpfen, müssen die technologiespezifischen Anforderungen phasenübergreifend – also vom initialen Design bis zur finalen Zulassung – ganzheitlich integriert werden.
DfAM – Design for Additive Manufacturing
Für eine zielgerichtete Nachbehandlung sowie adäquate Maßnahmen zur Qualitätssicherung wird ein Designprozess erarbeitet, der auf die AM-spezifischen Charakteristika von Material und Prozess eingeht. Dazu zählen unter anderem Topologieoptimierungen, Reproduktion AM-typischer Imperfektionen zur virtuellen Nachweiserbringung sowie Oberflächen- und Wärmebehandlungen. Die praktische Anwendung dieses DfAM-Ansatzes soll in 3D4Lu am Beispiel einer Halterung für einen Wasserstoffdrucktank demonstriert werden.
Zertifizierung und Zulassung von AM-Komponenten
Um die Flugtauglichkeit der Tankhalterung im Forschungsflugzeug (DA62 MPP) nachzuweisen, ist ein strukturierter Zulassungsprozess erforderlich. Anhand der additiv gefertigten Tankhalterung werden die notwendigen Schritte für eine Zulassung validiert, welche als Grundlage für Folgeprojekte sowie Retrofits am Forschungsflugzeug dienen können.
Präsentation eines Demonstrators der additiv gefertigten Tankhalterung als Zwischenergebnis des Projektes auf der Messe „AERO Friedrichshafen“ 2026.
Projektdaten
09/2025–12/2027
- Institut für Luft- und Raumfahrttechnik (ILR) der TU Dresden
Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms EFRE/JTF Forschung InfraProNet 2021 bis 2027 mit Mitteln der SAB Sächsische Aufbaubank gefördert.
© ILK/TUD
Dr.-Ing. Sebastian Spitzer
Leiter Leichtbauweisen
Eine verschlüsselte E-Mail über das SecureMail-Portal versenden (nur für TUD-externe Personen).
Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik
Besucheradresse:
DÜR, Etage 2, Raum 250 Holbeinstr. 3
01307 Dresden
Deutschland
Dipl.-Ing. Julian Barth
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Technische Universität Dresden
Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK)
Holbeinstr. 3
01307 Dresden
E-Mail:
Telefon: +49 351 463-42386
Weiterführende Links
- LinkedIn 3D4Lu
- Projektbeschreibung 3D4Lu
- ILK und ILR der TU Dresden investieren in neues Forschungsflugzeug Diamond Aircraft DA62 MPP
- Fliegendes Testlabor für klimafreundliche Luftfahrt: TU Dresden weiht Forschungsflugzeug ein