Leuchtturm-Fellowships
Mit dem Dresden Fellowship Programm hat die TU Dresden ein erfolgreiches Förderinstrument zur Einladung von vielversprechenden Nachwuchswissenschaftler:innen und etablierten Spitzenforschenden geschaffen, das zur Internationalisierung der Universität in Forschung und Lehre beiträgt. In der laufenden EXU-Phase seit Ende 2019 haben unsere Wissenschaftler:innen bisher 96 (Stand 07/2026) internationale Gastforschende eingeladen und mit ihnen gemeinsam innovative Forschungsprojekte und Kooperationsaktivitäten umgesetzt.
Als Maßnahme im strategischen Handlungsfeld COLLABORATION der Exzellenzstrategie „TUD 2028 – Synergy and beyond“ festigt das Fellowship Programm somit die Kooperationen mit internationalen Partnerinstitutionen auf fachlicher und institutioneller Ebene, bereichert das Forschungsprofil der TU Dresden und verleiht ihr internationale Sichtbarkeit.
Mit den Fellowship-Leuchttürmen werden exemplarisch jene Forschungsaufenthalte in den Fokus gerückt, von denen eine besondere Strahlkraft aufgrund ihrer vielfältigen Aktivitäten und ihres nachhaltigen Impacts auf die TUD-community und darüber hinaus ausgeht. Sie stehen exemplarisch dafür, dass exzellente Forschung eine gelebte Internationalisierung voraussetzt, um sich entfalten können. Entdecken Sie auf dieser Seite die vielfältigen Facetten internationaler Forschungszusammenarbeit in den Projekten unserer Fellows, die mit ihrem Engagement und ihrer Expertise die TU Dresden als Ort internationaler Spitzenforschung prägen.
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Inhaltsverzeichnis
Prof. Dr. Douglas Cairns
Prof. Cairns ist ein international führender Experte für philologische Emotionsforschung; schon seine Dissertation über Scham in der griechischen Kultur gilt als Standardwerk. Seine Forschung verbindet die semantische Analyse antiker Texte und deren sprachlichen Umgang mit Emotionen mit interdisziplinären Ansätzen aus Psychologie, Biologie und Verhaltensforschung.
„Dresden is a marvellous place to live and work and the facilities and opportunities provided by the TUD are extremely attractive for visiting researchers.“ – Douglas Cairns
- Professor für Klassische Philologie an der University of Edinburgh
- Zu Gast an der TUD als Senor Fellow:
2024 bei Jun.-Prof. Dr. Mario Baumann (Institut für Klassische Philologie, Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften) und
2025 bei Prof. Dr. Christoph Lundgren (Institut für Geschichte, Philosophische Fakultät). Beide Aufenthalte verband das gemeinsame Thema der Emotionen.
Während seines Aufenthaltes pflegte Prof. Cairns eine enge Zusammenarbeit mit dem ERC Advanced Grant-Projekt “Honour in Classical Greece” (University of Edinburgh) sowie mit dem Sonderforschungsbereich 1285 “Invektivität“ an der TU Dresden. Gemeinsam wurden zwei Workshops und eine Konferenz organisiert. Darüber hinaus betreute Prof. Cairns eine Promotion an der TU Dresden, im Rahmen derer ein dreijähriges Promotionsstipendium vergeben wurde, und initiierte die Vergabe von drei Postdoc-Fellowships für sechsmonatige Forschungsaufenthalte an der University of Edinburgh.
Für Prof. Cairns ist der Austausch mit internationalen Kolleg:innen ein zentraler Bestandteil seiner wissenschaftlichen Arbeit. Der Dialog über unterschiedliche Ansätze und Perspektiven bereichert nicht nur die eigene Forschung, sondern ermöglicht auch eine kritische Reflexion und Erweiterung der gewohnten methodischen und institutionellen Strukturen.
In seinen Worten: „Die deutsche Klassische Philologie setzt nach wie vor in vielerlei Hinsicht Maßstäbe, an denen sich Kolleg:innen anderer Fachbereiche orientieren. Alle guten Klassischen Philolog:innen benötigen gute Deutschkenntnisse und gute Verbindungen nach Deutschland. Dresden ist der ideale Ort, um diese Beziehungen zu pflegen – die Stadt vereint hervorragende akademische Ressourcen, engagierte Kolleg:innen und ein reiches kulturelles Umfeld. Zudem ist Dresden eine der schönsten und am schönsten gelegenen Städte Europas – und damit der Welt.“
Die Verbindung von Prof. Douglas Cairns zur TU Dresden entstand 2011 durch den Kontakt zu Prof. Fritz-Heiner Mutschler, emeritierter Professor für Klassische Philologie (Latein) an der TUD. Im Jahr 2016 war Prof. Cairns erstmals als Research Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung für einen Kurzaufenthalt an der TU Dresden zu Gast.
Auf Nominierung von Prof. Dr. Dennis Pausch erhielt er 2018 den Anneliese Maier-Forschungspreis der Humboldt-Stiftung in Höhe von 250.000 € für eine auf fünf Jahre angelegte Forschungskooperation mit der TU Dresden. Während dieser Zeit entwickelte sich eine enge Zusammenarbeit mit Jun.-Prof. Dr. Mario Baumann, der ihn 2025 für ein Senior Fellowship an der TU Dresden nominierte. Darüber hinaus ermöglichte diese Kooperation auch seine Mitgliedschaft in den Forschungsnetzwerken „AG Sensorium“ und the DFG-Netzwerk "In (E)motion: Methodische Zugänge von Emotionen für die Altertumswissenschaften".
Derzeit arbeitet Prof. Cairns gemeinsam mit Kolleg:innen aus Glasgow und Marburg an einem Antrag für ein Kooperationsprojekt, das – im Falle einer Förderung – auch Forschende und Netzwerke aus Dresden einbeziehen wird.
- 2018: Anneliese Maier Forschungspreis (250.000€) der Alexander von Humboldt-Stiftung
Ass.-Prof. Dr. Alison Sperling
Dr.in Sperling zählt international zu den renommiertesten Kulturwissenschaftler:innen im Bereich der Speculative Fiction Studies. Das Forschungsprofil ist geprägt von Arbeiten zu emanzipatorischen Zukunftsentwürfen, queer-feministischen Science- und Technology Studies sowie zu Darstellungen der Klimakrise in Literatur und Kunst. Mit ihrer Forschung trägt sie maßgeblich zur Internationalisierung der Speculative Fiction Studies in Deutschland bei.
“I'm very grateful to have had this fellowship and for the new networks it opened up for me and for the study of science fiction across regional boundaries and interests. We learn and grow better as a global community than siloed.” – Alison Sperling
- Assisstant Professor an der Florida State University
- Zu Gast bei Jun.Prof. Dr. Moritz Ingwersen am Institut für Anglistik und Amerikanistik, Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften (10.07.2023 - 20.08.2023)
Das Fellowship wurde von Dr.in Sperling und Dr. Ingwersen so ausgestaltet, dass es in die 2023 in Dresden ausgerichtete Jahrestagung der Science Fiction Research Association (SFRA) und der Deutschen Gesellschaft für Fantastikforschung (GfF) integriert werden konnte. Im Rahmen der Tagung kuratierte sie die Abendveranstaltung Contactics: Science Fiction in Performance mit den international renommierten Künstler*innen Irina Gheorghe, Emma Waltraud Howes und Justin F. Kennedy. Gemeinsam präsentierten sie eine beeindruckende Show, die sowohl für die Konferenzteilnehmenden als auch für ein breiteres öffentliches Publikum gedacht war. Die Veranstaltung fand großen Anklang und stieß lebhafte Diskussionen darüber an, was Science-Fiction ist und was sie außerhalb eher traditionellen Formen und Medien leistet, mit denen sich Science-Fiction-Wissenschaftler:innen in ihrer Arbeit beschäftigen.
Das Netzwerk von Akteur:innen, die in Deutschland im Bereich Science- und Speculative Fiction arbeiten und forschen, wächst dynamisch und ist auf internationale Beziehungen und Kooperationen angewiesen. Das Fellowship war von entscheidender Bedeutung für die Stärkung des internationalen Austauschs innerhalb der Science-Fiction-Community sowie für dessen Ausweitung über die Grenzen Dresdens hinaus auf die zeitgenössische bildende und darstellende Kunst in Europa.
Die Kooperation von Dr.in Sperling mit der Technischen Universität Dresden besteht bereits seit 2021. Auf Einladung von Dr. Ingwersen kam sie damals nach Dresden, um gemeinsame Konferenzbeiträge sowie ein Online-Seminarprojekt zum Thema „Global Weirding“ zu halten. Das Seminar befasste sich mit der Geschichte der „Weird Fiction“ des 20. und 21. Jahrhunderts und wurde 2022 mit dem Universitätspreis für diversitätssensible Lehre ausgezeichnet.
Aus dieser erfolgreichen Zusammenarbeit entwickelte sich eine langfristige und produktive Kooperation, die 2023 in ein Junior Fellowship resultierte. Im Jahr 2025 folgte eine erneute Einladung durch Dr. Ingwersen, im Rahmen seines Kurses „Anthropocene Fiction“ einen Gastvortrag zu halten. Darüber hinaus hielt Dr.in Sperling einen weiteren Vortrag in einem Seminar zum Thema „Climate Fiction“. Die Zusammenarbeit besteht weiterhin fort, und zukünftige gemeinsame Veranstaltungen sind bereits in Planung.
- 2022: Anerkennung des Universitätspreises für Diversitäts-Sensible Lehre für das Online-Seminarprojekt zum Thema „Global Weirding“ (gemeinsam mit Dr. Ingwersen)
Dr. Marinda Avenant
Dr.in Avenant ist eine international anerkannte Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Umweltforschung. Sie verfügt über hervorragende fachliche Kompetenzen in den Bereichen Ökologie, Gewässerkunde und Biomonitoring. So beschäftigt sie sich seit vielen Jahren etwa mit klimabedingten Effekten auf die Ökologie von Oberflächengewässern, z.B. auf die Artenzusammensetzung von saisonal austrocknenden Fließgewässern.
- Senior Lecturer und Programmdirektorin am Centre for Environmental Management an der University of the Free State (UFS), Bloemfontein, Südafrika
- Zu Gast als Junior Fellow an der TUD bei Prof. Dr. Stefan Stolte am Institut für Wasserchemie (01.08.2022 – 31.08.2022)
Das Fellowship bettete sich in eine langfristig angelegte Kooperation mit Partnern in Südafrika ein. Bereits 2009 begann die Zusammenarbeit der Dresdner Umweltforscher:innen mit der UFS Bloemfontein zum Aufbau einer Universität der Vereinten Nationen in Dresden (UNU) und eines adäquaten Instituts in Maputo, Mosambik. 2019 veranstalteten Dr.in Avenant und Dr. Jungmann die „Germany – Southern Africa Summer School“ zu Themen des Wassermanagements.
Die internationalen Aktivitäten der Forschungsgruppe um Dr. Jungmann (Institut für Hydrobiologie) und Dr. Börnick (Institut für Wasserchemie) umfassen die Erforschung von Wasserressourcen und Wasserqualität in den ariden und semiariden Landschaften Südafrikas. Auch in traditional gemäßigten Regionen wie Deutschland verändert sich die Wasserverfügbarkeit aufgrund des Klimawandels. Die Expertise und die Strategien der Kolleg:innen aus Südafrika im Umgang mit den veränderten Wasserressourcen im Zuge des Klimawandels, wird hierzulande zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Ein zentraler Bestandteil des Fellowships war die Intensivierung und der Ausbau der bestehenden Zusammenarbeit im Bereich des Monitorings von Oberflächengewässern. Ein Schwerpunkt lag dabei auf einer gemeinsam abgestimmten Strategie für aktuelle und zukünftige Probenahmen in Südafrika. Durch die Verknüpfung klassischer aquatischer Biomonitoring-Methoden mit innovativen in-vitro Biotest und modernsten chemischen Analysen wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf Wasserangebot und Wasserqualität Südafrikas analysiert.
Neben Fachdiskussionen, praktischer Laborarbeit und Gewässerstudien gingen aus dem Fellowship drei gemeinsame Publikationen sowie drei Projektanträge hervor. Darüber hinaus war Dr. Avenant in die Lehre eingebunden, unter anderem durch Seminare und Kolloquien, und hielt einen Vortrag als Keynote-Speakerin auf der 39. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie.
Das Fellowship stärkte zudem den Erfahrungsaustausch mit der University of the Free State, die seit langem zu nachhaltigen Lösungen in der Wasserforschung arbeitet. Besonders wertvoll für die TU Dresden der praktische Erfahrungswissen im Umgang mit klimabedingten Extremereignissen. Von konkreten Fallbeispielen wie aus Südafrika ("non-perennial rivers") profitieren laut Prof. Stefan Stolte auch die TUD-Studierenden: „Die Lehre wird dadurch noch besser an praktischen Beispielen dargestellt. Zudem wird deutlich, wie vernetzt und international die eigene Forschung ist. Das hat aus unseren Erfahrungen heraus bei den Studierenden einen hohen Stellenwert.”
Im März 2023 wurde der Abschlussbericht des südafrikanischen Forschungsprojekts „Threats of extreme weather events: Improving the resilience of QwaQwa to the multiple risks of climate change“ fertiggestellt. Die TU Dresden war dabei als externe wissenschaftliche Partnerin beteiligt und leistete wesentliche Beiträge durch zwei Monitoringkampagnen, analytische Untersuchungen und die wissenschaftliche Bewertung der Ergebnisse.
Ein weiterer Meilenstein war die Veröffentlichung einer gemeinsamen Fachpublikation im Jahr 2024, die auf der mehrjährigen Zusammenarbeit und den gemeinsamen Forschungsarbeiten in Südafrika basiert. Im September 2024 kehrte Dr. Avenant für die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Limnologie nach Dresden zurück, hielt einen Plenarvortrag und nutzte den Aufenthalt für Laborarbeiten, fachlichen Austausch und die Planung weiterer gemeinsamer Projekte.
Mithilfe einer weiteren Förderung durch das Förderprogramm Internationalisierung in 2025 am Institut für Wasserchemie konnten praxisorientierte Bewertungs- und Schutzstrategien für temporäre Fließgewässer entwickelt werden. Dazu wurden weitere Forschungseinrichtungen (Sol Plaatjes University, Kimberley, University of KwaZulu-Natal) und Stakeholder (Wasserversorger, Farmer) in die Forschungsaktivitäten eingebunden. Des Weiteren hat sich ein Fachnetzwerk mit der Universität Duisburg-Essen und der UFS Bloemfontein herausgebildet.
Eine zentrale Rolle spielt die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die institutionelle Vernetzung. Über das Fellowship hinaus entstanden so weitere Anknüpfungspunkte, darunter ein weiteres Fellowship mit Dr.in Mariana Erasmus. Zudem wurden Kontakte zu regionalen Unternehmen in Dresden und Südafrika geknüpft, aus denen erste Gespräche zur Anbahnung gemeinsamer Projekte und Projektanträge hervorgingen.
Zwischen 2023 und 2025 wurden mit der UFS Bloemfontein drei große Projektanträge erarbeitet und eingereicht. Obwohl aufgrund des hohen Konkurrenzdrucks keine Förderung erfolgte, vertiefte die aufwändige Beantragungsphase die Zusammenarbeit und den wissenschaftlichen Austausch erheblich. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden bereits in Fachartikeln und Austauschen genutzt und sollen bei zukünftigen Ausschreibungen wiederverwendet werden.
Seit Juni 2026 ist Dr. Hilmar Börnick als Research Fellow an der University of the Free State tätig und schafft damit zusätzliche Möglichkeiten für gemeinsame Forschungsprojekte sowie den Austausch von Wissenschaftler:Innen.
Die Kooperation mit Dr.in Avenant und der UFS Bloemfontein bleibt weiterhin sehr aktiv, und der Forschungsbereich an der TU Dresden blickt mit Freude auf eine sich vertiefende Zusammenarbeit.
© Sven Ellger/TUD
Referent
NameAlexander Ling
Dresden Fellowship Programm und Eleonore-Trefftz-Programm
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