08.01.2026
Transferhub „6G-life²“ startet in die nächste Förderphase
Das Startup bitteiler mit VR-Anwendung beim ComSpace Opening im August 2024 in Dresden.
TUM und TU Dresden bringen nächste Mobilfunkgeneration auf den Weg
- Schwerpunkt der Forschung liegt auf Kommunikationsverfahren für die vernetzte, kollaborative Robotik und darauf, die Ergebnisse in konkrete Anwendungen zu transferieren.
- Um die technologische Souveränität zu stärken, bildet die gezielte Förderung von Start-ups einen weiteren Fokus.
- Das Bundesforschungsministerium unterstützt die zweite Phase mit 25 Millionen Euro über vier Jahre.
Mit Beginn der zweiten Förderphase des Forschungsprojektes „6G-life²“ stärken die Technische Universität München (TUM) und die TU Dresden (TUD) ihre führenden Rollen in der Entwicklung zukünftiger Kommunikationstechnologien. Forschende aus verschiedenen Fachbereichen arbeiten gemeinsam an Konzepten und technischen Lösungen für die sechste Mobilfunkgeneration. Der kommerzielle Start von 6G wird für 2030 erwartet. Die aktuelle Projektphase des Transferhubs „6G-life2“ ist bis Dezember 2029 geplant.
Beim heutigen Mobilfunkstandard 5G steht vor allem die Kommunikation zwischen Maschinen im Vordergrund. Bei 6G soll dagegen der Mensch in den Mittelpunkt rücken, also seine Kommunikation und Interaktion mit Maschinen und virtuellen Welten. Beispiele dafür sind Pflegeroboter oder Teleoperationen. Seit dem Start der ersten Förderperiode „6G-life“ im Jahr 2021 haben die Forschenden bereits ein Ökosystem aus Grundlagenforschung und anwendungsorientierten Technologienentwicklungen etabliert. In der zweiten Projektphase „6G-life2“ werden diese Grundlagen nun für den gezielten Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis genutzt, sodass konkrete Technologien für das Netz der Zukunft entstehen können. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt „6G-life²“ mit 25 Millionen Euro über vier Jahre im Rahmen der „6G-Forschungsroadmap 2025–2030“. Die 6G-Roadmap soll den Weg für sichere und resiliente 6G-Kommunikationstechnologien ebnen, damit Deutschland weiterhin die Technologien von morgen prägt.
„Die Infrastruktur der Zukunft muss nicht nur leistungsfähig und zuverlässig, sondern vor allem sicher, nachhaltig, flexibel und letztendlich auch kostengünstig umsetzbar sein. Genau dafür entwickeln wir an der TUM gemeinsam mit der TUD die notwendigen Konzepte und Technologien“, sagt Wolfgang Kellerer, Professor für Kommunikationsnetze an der TUM. „Gleichzeitig wollen wir einen direkten Wissenstransfer zur Wirtschaft herstellen und die Grundlagen von 6G auch in die Lehre einbeziehen.“
Fokus der zweiten Förderphase liegt auf der Kommunikation für die vernetzte Robotik
Die zukünftige Forschung von „6G-life²“ geht über die reine Kommunikation hinaus und integriert auch das Computing als Basis für neue Geschäftsmodelle. Beim Computing liegt der Schwerpunkt auf energieeffizienten und schnellen Berechnungsmethoden, damit zahlreiche Anwendungen in Echtzeit funktionieren können. Darunter fallen wichtige Themen wie das industrielle Metaversum, also virtuelle und digitale Abbilder von Fabriken und Arbeitsumgebungen, sowie Robotik, Sensorik und Bewegungsmechanismen für die Mensch-Maschine-Interaktion.
Ein weiterer zentraler Bestandteil der zweiten Förderphase von „6G-life²“ ist der Aufbau eines Gesamtdemonstrators. Er soll dabei nicht nur prüfen, ob die entwickelten Technologien zuverlässig funktionieren, sondern auch neue Anwendungen testen und die Vorteile von 6G anschaulich darstellen.
Gezielte Förderung von Start-ups
Ein strategisch wichtiger Baustein der Initiative ist zudem die gezielte Förderung von Start-ups. „Gerade in der Telekommunikationsindustrie, in der asiatische Unternehmen eine dominierende Rolle spielen, ist technologische Souveränität von zentraler Bedeutung“, sagt Wolfgang Kellerer. „Um die Entwicklung von 6G in Bayern und Deutschland erfolgreich voranzutreiben, braucht es neue Technologiefirmen, die bestehende Lücken schließen und innovative Lösungen schnell zur Marktreife bringen.“ Bereits 2024 wurde mit dem launchhub42 ein gemeinsamer Startup-Inkubator mit Sitz in Dresden eingerichtet, um den Transfer der Ergebnisse in die Gesellschaft zu unterstützen.
„Technologische Souveränität und ein starkes Startup-Ökosystem stehen im Zentrum von ‚6G-life²‘ und spiegeln sich inzwischen auch in der Hightech-Agenda der Bundesregierung wider. Mit früheren Anwendungen im Bereich 6G und Robotik haben wir bereits gezeigt, welches Potenzial in exzellenten Ausgründungen steckt – getragen von der engen Zusammenarbeit zwischen TUD, TUM und unserem Transfernetzwerk“, sagt Frank Fitzek, Professor der Deutsche Telekom Professur für Kommunikationsnetze an der TUD. „Dass die Bundesregierung die Bedeutung technologischer Souveränität für Wohlstand und gesellschaftliche Resilienz so klar hervorhebt, bestärkt unseren Anspruch für die kommende Förderphase: Wir werden den Weg der technologischen Souveränität weiter vorantreiben – nachhaltig, vertrauenswürdig und mit dem klaren Ziel, Spitzenforschung noch schneller in Innovationen zu überführen. Projekte wie ‚6G-life‘ schaffen dafür die Basis mit immersiven, intelligenten Netzwerken und realen Hightech-Anwendungen Made in Germany.“
Weitere Informationen und Links:
- In Bayern ging bereits im April letzten Jahres die zweite Phase des „6G Zukunftslabor Bayern“ an den Start. Es wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
- Das von Sachsen und Bayern initiierte Projekt gAIn zu neuen Ansätzen im KI-Computing, stärkt parallel die Ziele von „6G-life²“.
- In Sachsen unterstützt das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus bereits zahlreiche Forschungsinitiativen zu Robotik, Quantenkommunikation und taktilem Internet mit Beteiligung von 6G-life, die nahtlos mit der zweiten Förderphase abgestimmt sind.
- „Schneller und sicherer: Die 6G-Forschungsroadmap ist da“ (Pressemitteilung des BMFTR vom 29.12.2025) https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/2025/12/6g-forschungsroadmap.html
- „Unser Weg zu 6G“ (6G-Forschungsroadmap 2025-2030) https://www.bmftr.bund.de/SharedDocs/Publikationen/DE/5/1118894_Unser_Weg_zu_6G.html
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof. Dr. Holger Boche
Technische Universität München
Professur für Theoretische Informationstechnik
Prof. Dr. Wolfgang Kellerer
Technische Universität München
Professur für Kommunikationsnetze
Prof. Dr. Dr. Frank H. P. Fitzek
Technische Universität Dresden
Deutsche Telekom Professur für Kommunikationsnetze
Kontakt im Corporate Communication Center:
Julia Rinner
Pressereferentin
+49 (89) 289 – 10516
www.tum.de
Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 700 Professuren, 52.000 Studierenden und 12.000 Mitarbeitenden eine der weltweit stärksten Universitäten in Forschung, Lehre und Innovation. Ihr Fächerspektrum umfasst Informatik, Ingenieur-, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin, Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie handelt als unternehmerische Universität und sieht sich als Tauschplatz des Wissens, offen für die Gesellschaft. An der TUM werden jährlich mehr als 70 Start-ups gegründet, im Hightech-Ökosystem München ist sie eine zentrale Akteurin. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Büros in Brüssel, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinder:innen wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006, 2012 und 2019 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings wird sie regelmäßig als beste Universität in der Europäischen Union genannt.
Die Technische Universität Dresden (TUD) zählt als Exzellenzuniversität zu den leistungsstärksten Forschungseinrichtungen Deutschlands. Mit 29.000 Studierenden und 8.500 Mitarbeitenden, 122 Studiengängen und 17 Fakultäten gehört sie zu den größten technisch ausgerichteten Universitäten des Landes. Als TUD | The Collaborative University lebt sie Zusammenarbeit über die Grenzen von Disziplinen, Organisationen und Ländern hinweg – im engen Austausch mit Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Die TUD steht für ein Selbstverständnis, das wissenschaftliche Exzellenz mit Innovationskraft und regionale Verantwortung mit globaler Orientierung verbindet – collaborative. inventive. transformative. engaged.