Dr. Natalia Rodríguez-Muela
Natalia Rodríguez-Muela wusste schon früh, wohin ihr Weg sie führen würde. Seit sie denken kann, wollte sie verstehen wie Gehirnerkrankungen entstehen. Für sie war die Entscheidung für eine wissenschaftliche Laufbahn daher keine Suche, sondern Selbstverständlichkeit. Motivation für ihre Arbeit ist ihre Neugier und ihre Begeisterung für ihr Fachgebiet, in dem es noch viel zu entdecken gibt.
Derzeit ist Dr. Rodríguez-Muela co-affiliierte Forschungsgruppenleiterin am Zentrum für Regenerative Therapien Dresden der TUD sowie am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e. V. tätig. Gemeinsam mit ihrem Team versucht sie herauszufinden, was die selektive Degeneration und die Widerstandfähigkeit bestimmter Neuronen bei neurodegenerativen Erkrankungen steuert. Mit modernsten Methoden wie Genom-Editing, Einzelzellanalysen und Stammzellmodellen untersucht ihr Team die Ursachen für den selektiven Nervenzellverlust. Ziel ihrer Forschung ist es, anhand dieser Erkenntnisse effektive Behandlungen und Präventivtherapien zu entwickeln.
Ein wichtiger Moment ihrer Karriere war die Entscheidung, ihre PostDoc-Ausbildung im Bereich Stammzellen zu absolvieren. Diese Spezialisierung legte den Grundstein für ihren weiteren wissenschaftlichen Weg. Ein weiterer Meilenstein war der Erhalt eines ERC Starting Grants, der ihr die Möglichkeit, als unabhängige Gruppenleiterin zu arbeiten.
Herausforderungen blieben innerhalb ihrer bisherigen Laufbahn nicht aus. Dr. Rodríguez-Muela erlebte vor allem altersbedingte Vorurteile. Als junge Gruppenleiterin musste sie erfahren, dass einige etablierte Wissenschaftler die Perspektiven jüngerer Kolleg:innen unterschätzen. Auch die Vereinbarkeit von Mutterschaft und dem Aufbau eines Labors stellten sie vor einige Hürden, da eine strukturelle Unterstützung kaum vorhanden war.
Solche Erfahrungen stärkten Dr. Rodríguez-Muela nur. Wusste sie dennoch einmal nicht weiter, konnte sie sich an ihren Vorbildern orientieren. Ihre Doktormutter und ein erfahrener Kollege, der später ihr Mentor wurde, inspirieren sie noch immer: „Ihre Stärke, ihre Entschlossenheit und ihr scharfer Verstand sind meine Vorbilder.“ Vorbilder, so findet Rodríguez-Muela, spielen vor allem für junge Wissenschaftlerinnen eine wichtige Rolle. „Wenn man sie betrachtet, spornt es einen an und sagt einem: ‚Wenn sie es können, kann ich es auch‘.“
Sie selbst würde folgenden Rat an junge Wissenschaftlerinnen weitergeben:
„Es wird schwer, manchmal vielleicht sogar sehr schwer, aber wenn es wirklich das ist, was Sie wollen, dann halten Sie durch und geben Sie nicht auf. […] kämpfen Sie weiter, und am Ende wird es höchstwahrscheinlich klappen, und wenn nicht, werden Sie nichts bereuen.“
Für die Zukunft wünscht Dr. Rodríguez-Muela sich, dass Frauen sich nicht ständig beweisen müssen. Sie sollten nicht das Gefühl haben, in jeder Rolle perfekt sein zu müssen, um eine Position zu erreichen, die Männer oft unter geringeren Erwartungen innehaben. Ihre eigene Erfahrung zeigt ihr, dass Frauen in Führungspersonen äußerst kompetent, entschlossen und wirkungsvoll agieren.
„Der Prozentsatz der Männer, die ähnliche Positionen mit gleichwertigen Talenten bekleiden, ist meiner Erfahrung nach deutlich geringer. Wir brauchen mehr Frauen in Führungspositionen.“