Dr. Rita Mateus
Dr. Rita Mateus wuchs auf der Insel Terceira im Archipel der Azoren in Portugal auf. Ihr Interesse an Biologie und Genetik entdeckte sie während ihrer Schulzeit. Sie studierte an der Universität Lissabon, wo sie 2008 ihren Master in Molekularbiologie und Genetik abschloss. Anschließend promovierte sie 2014 an der NOVA-Universität Lissabon in Entwicklungsbiologie. Als Postdoktorandin arbeitete sie bis 2020 an der Universität Genf in der Schweiz, bevor sie Anfang 2021 eine Stelle als Forschungsgruppenleiterin in Dresden antrat. Ihre Forschungsgruppe ist am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik sowie am Exzellenzcluster „Physik des Lebens“ der Technischen Universität Dresden angesiedelt.
Ein entscheidender Moment in Rita Mateus’ wissenschaftlicher Laufbahn ereignete sich am Ende ihrer Promotion, als sie entscheiden musste, wie sie ihre Postdoc-Forschung gestalten wollte. Sie war hin- und hergerissen zwischen der Wahl der angewandten Forschung und dem Wunsch, tiefer in das mechanistische Verständnis dafür einzutauchen, wie lebende Systeme präzise und robust wachsen, insbesondere aus physikalischer Perspektive. Mateus entschied sich für Letzteres und lernte so nicht nur mehr über die Physik lebender Systeme, sondern auch, „auf unterschiedliche Weise mit Kollegen zu kommunizieren, die in ganz anderen Disziplinen als meiner ausgebildet sind. Ich habe dies als wirklich bereichernd empfunden.“
Gemeinsam mit ihrem Team in Dresden untersucht Mateus nun, wie Größe und Form die Funktionsweise von Organen und Zellen beeinflussen. Anhand von Zebrafischen als Modellsystem erforschen sie, wie Zellen über mechanische, elektrische und chemische Signale kommunizieren, um das Organwachstum präzise zu steuern. In einem zweiten Forschungsansatz wenden sie ähnliche biophysikalische Prinzipien an, um die Morphologie von Organellen zu verstehen, insbesondere um die Frage zu beantworten: „Wie leuchten Zebrafische?“ Die Gruppe erforscht, wie die in Fischzellen enthaltenen lichtreflektierenden Kristalle gebildet werden, die es Zebrafischen ermöglichen, sich in freier Wildbahn zu tarnen. Kürzlich, im Jahr 2025, wurde Rita Mateus’ internationale und interdisziplinäre Arbeit mit einem Early Career Research Grant der International Human Frontier Science Program Organization ausgezeichnet.
Seit sie ihre Position als Forschungsgruppenleiterin angetreten hat und aufgrund der geringen Anzahl von Frauen in vergleichbaren Führungspositionen übernimmt Dr. Mateus oft zahlreiche zusätzliche institutionelle Aufgaben, die über ihre Forschung hinausgehen. Sie meistert diese Herausforderung dank des Bewusstseins, dass vielfältige Sichtweisen wichtig und einflussreich für eine effektive Ausschussarbeit sind, die an beiden ihrer Institutionen stattfindet. Obwohl sie in dieser Hinsicht positive Entwicklungen sieht, hofft Dr. Mateus, dass Frauen und andere unterrepräsentierte Gruppen in Zukunft zunehmend Führungspositionen übernehmen werden.
Aus eigener Erfahrung rät Dr. Mateus jungen Forschern, sich frühzeitig um Fördermittel zu bewerben und eigene Forschungsideen zu entwickeln, auch wenn diese noch nicht perfekt erscheinen. Mit ihren Worten:
„Ein früher Projektentwurf hilft dabei, die eigenen Ideen im Laufe der Zeit zu verfeinern und realistische Ziele zu setzen. Unabhängig vom Ergebnis geht es darum, das Beste aus den eigenen Ideen zu machen, anstatt sie zu verwerfen, selbst wenn sie einer Bewertungskommission nicht gefallen haben.“
Darüber hinaus rät sie dazu, ein starkes Netzwerk aus vertrauenswürdigen Kollegen aufzubauen, da ihr dies im Laufe ihrer Karriere geholfen hat, nicht nur wissenschaftliche Ideen auszutauschen, sondern auch Unsicherheiten zu teilen und Erfolge gemeinsam und positiv zu feiern.