TU Dresden im Dialog
Wissenschaft und Gesellschaft
Als gesellschaftliche Akteurin verfolgt die TUD das Ziel, die Wirkung und Sichtbarkeit ihrer Forschungsleistungen in der Gesellschaft zu erhöhen und zum öffentlichen Diskurs beizutragen. Mit der Exzellenz-Maßnahme „TUD im Dialog“ fördert sie daher eine innovative, adressatengerechte und zeitgemäße Wissenschaftskommunikation. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf Themen wie Demokratieförderung und demokratischen Werten, gesellschaftlichem Zusammenhalt, Partizipation, Antirassismus, Diversität und Inklusion sowie Nachhaltigkeit.
Mehr Gespräche auf Augenhöhe und mehr Teilhabe
Mit der Exzellenz-Maßnahme schafft die TUD Räume für niedrigschwellige Dialog- und Partizipationsformate zwischen Forschenden und Bürger:innen in Dresden und seiner Region. Ziel der zumeist aufsuchenden Formate ist es, eine konstruktive Debattenkultur zu fördern und zum Abbau von Skepsis gegenüber Wissenschaft beizutragen.
Ausschreibung
TUD-Struktureinheiten, die ein entsprechendes Vorhaben planen, können eine „TUD im Dialog“-Förderung beantragen. Die Ausschreibung und Informationen zur Antragstellung finden sie im TUD Intranet (mit ZIH-Login).
Geförderte Projekte
Im aktuellen Jahr fördern wir die folgenden Projekte:
Projektleitung: Dr. Lucas von Ramin, Bereich Geistes- und Sozialwissenschaften
Das Projekt „Erzählcafés: TU Dresden in der Transformation“ versteht sich als dialogisches Brückenprojekt zwischen Universität und Gesellschaft. Im Zentrum steht die gemeinsame Auseinandersetzung mit den langfristigen Folgen des ostdeutschen Hochschulumbaus nach 1990 – nicht in abstrakter Analyse, sondern über die persönlichen Perspektiven derjenigen, die diesen Wandel erlebt und mitgestaltet haben.
Im Jahr 2026 werden dazu zwei Erzählcafés organisiert, die aktuelle und ehemalige Beschäftigte der TU Dresden aus Wissenschaft, Technik und Verwaltung sowie damalige Studierende zusammenbringen. Angesprochen werden insbesondere die über 300 Personen, die seit den 1990er Jahren an der TU Dresden tätig sind sowie ehemalige Mitarbeitende, die über das Alumninetzwerk der TU Dresden, das Uniarchiv sowie bestehende Kontakte des Instituts für Geschichte angesprochen werden können. In geschützten Gesprächsräumen entsteht Raum für biografisches Erzählen, kollektive Erinnerung und kritische Reflexion universitärer Transformationsprozesse.
Das methodische Fundament bildet die Oral History sowie die Biografieforschung. Die Erzählcafés dienen sowohl als Plattform für Austausch und Vernetzung als auch als Impulsgeber für die institutionelle Selbstreflexion der Universität. Darüber hinaus eröffnen sie Anschlussmöglichkeiten für vertiefende Forschungs- und Vermittlungsformate.
Projektleitung: Dr. Maren Henneken, CRTD Zentrum für Regenerative Therapien TU Dresden
Wir alle haben während der Corona-Pandemie erlebt, wie aufgeheizt und emotional das Thema RNA-Vakzine diskutiert wurde und wie viel Aufklärungsarbeit notwendig war, um den Menschen eine sachliche und fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten. Dass dies nicht immer gelungen ist, und zu welchen gesellschaftlichen Zerwürfnissen die Pandemie geführt hat, ist bis heute spürbar. Um dieser Problematik entgegenzuwirken, soll die Öffentlichkeit frühzeitig und ohne Druck bei der Entwicklung neuer „lebender Arzneimittel“ mitgenommen werden. Dafür werden im Rahmen des Projekts verschiedene Formate durchgeführt.
Das Vorhaben stärkt die Rückkopplung zwischen Bürger:innen und Expert:innen sowie ein vertieftes Verständnis füreinander und bringt sowohl die Laien- als auch die Fachperspektive zusammen. Mit dem Projekt soll die gesellschaftliche Akzeptanz gefördert, informierte Meinungsbildung ermöglicht und eine demokratische Teilhabe an ethischen, rechtlichen und sozialen Fragen sichergestellt werden.
Projektleitung: Jun.-Prof. Nora Huxmann, Institut für Landschaftsarchitektur, Fakultät Architektur und Landschaft
Die Stadt Hoyerswerda blickt auf eine komplexe und wechselhafte Geschichte städtischer und regionaler Transformation zurück. Aktuelle Herausforderungen des demografischen und strukturellen Wandels werden durch den Braunkohleausstieg verschärft; globale Themen wie Klimawandel und Biodiversitätskrise wirken vor dem Hintergrund historisch gewachsener Gegebenheiten besonders intensiv. In diesem Reallabor der Extreme sind bürgerschaftliches Engagement und der Dialog zwischen Anwohnenden, Politik und Stadtentwicklung von hoher Bedeutung. Gleichzeitig führt die anhaltend unsichere Finanzlage und der Zwang zur Förderakquise zu einer Partizipationsmüdigkeit, die nach greifbaren Veränderungen und sichtbaren Artefakten verlangt. Hier setzt das Projekt „Klima-Hain-Campus“ an. Die Tradition heiliger Haine als Orte gesellschaftlicher Debatte reicht bis in die Antike zurück, in der Ἄλσος (álsos, altgriechisch für „Hain“) Orte politischer, juristischer und sozialer Versammlungen waren. Diese Idee wird aufgegriffen, um Wissenschaftskommunikation mit praxisnaher Partizipation zu verbinden. Als Initialprojekt des geplanten Klima-Campus Hoyerswerda verknüpft das Vorhaben im Rahmen von „TUD im Dialog“ experimentelle Freiraumgestaltung mit Formaten demokratischer Teilhabe. Ziel ist es, ökologische Resilienz und ein neues Mensch-Umwelt-Verhältnis im Kontext des Strukturwandels erfahrbar zu machen. Den Auftakt bildet eine Pflanz- bzw. Ansaataktion – symbolischer Marker und experimentelle Intervention zugleich.
Das Konzept für den geplanten Hain entstand im partizipativen Forschungsprojekt NewCityConcepts unter Mitwirkung von Landschaftsarchitekturstudierenden. Als niedrigschwellige Schnittstelle verbindet er Planung, Praxis und bürgerschaftliches Engagement. Mögliche Folgeaktivitäten sind Biodiversitätsmonitoring, gärtnerische Pflege (z. B. Bewässerung), die Auseinandersetzung mit innovativen Bauweisen im Sinne des Schwammstadtprinzips sowie eine Patenbaumakquise zur schrittweisen Erweiterung des Hains.
Projektleitung:
- Dr. Doreen Pretze (Carus Lehrzentrum der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus)
- Stephan Wiegand (Dezernat 9 – Universitätskultur, SG Campusleben)
Die Veranstaltungsreihe TUD Lectures (Dezernat Universitätskultur) und die Podcastreihe YOU ASK we explain (Medizinische Fakultät) haben sich für die Reihe TUD Lectures+ zusammengeschlossen. Dieses Format schafft Räume, in denen gesellschaftliche Fragen wissenschaftlich fundiert diskutiert werden können: Die Themen werden verständlich aufbereitet. Auf dem Podium sitzen Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis, die die Themen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten. Das Publikum kann mit den Expert:innen in Austausch treten, indem es im Vorfeld Fragen einreicht oder während der Aufzeichnung mitteilt.
Aufgenommen wird bei Präsenzveranstaltungen, die wie Talkrunden stattfinden. Fragen aus dem Publikum werden bei den Veranstaltungen auf die Bühne gebracht, da mit der Reihe mit der Allgemeinheit interagiert werden soll. Die Veranstaltungen finden an thematisch-gewählten Locations in Dresden und Umgebung statt, z.B. im Kulturpalast Dresden, auf Marktplätzen, in Kirchen oder Biergärten.
Egal wo die Expert:innen Platz nehmen; der Podcast wird nicht inhaltlich nachbearbeitet oder retrospektiv zusammengebaut, sondern eine Gesprächsrunde aufgezeichnet und veröffentlicht, wie sie stattfindet.
Die Podcasts sind auf den gängigen Plattformen verfügbar.
Projektkoordination:
- Anne Bruder (Dezernat 8 – Studium und Weiterbildung, ServiceCenterStudium, Schulkontaktstelle)
- Monique Rust (Dezernat 9 – Universitätskultur, Sachgebiet Universität und Gesellschaft)
Die Veranstaltung wird für Schüler:innen der Klassen 9 und 11 der Kooperationsschulen der TUD angeboten. Der Schriftsteller Dr. Renatus Deckert liest aus den Tagebüchern Victor Klemperers. Die Lesung bietet einen eindrucksvollen Blick auf die Zeit und das Leben Klemperers, der eng mit der TUD verbunden war. Er lehrte und forschte hier als Professor für Romanistik, bevor er 1935 aufgrund seiner jüdischen Herkunft von der damaligen Technischen Hochschule (TH) relegiert wurde. Die Auszüge aus Klemperers Werk werden kommentiert und historisch eingeordnet.
Anschließend spricht Dr. Hagen Schönrich, Historiker und wissenschaftlicher Koordinator des Forschungsprojekts „Die TH Dresden im Nationalsozialismus“, über die TH Dresden in der Zeit Victor Klemperers.
Monique Rust
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Gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Freistaat Sachsen im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern