Mar 19, 2026
Mit Seiteneinsteigerinnen nach Uganda – Eine inspirierende Lernerfahrung durch Austausch und Perspektivwechsel
Teilnehmende an der Studienreise Uganda
„Mein Hirn fängt erst jetzt an, alles zu begreifen und zu verarbeiten. Es war einfach absoluter Wahnsinn.“ So beschreibt eine Teilnehmerin ihre Eindrücke aus der achttägigen Studienreise nach Uganda. In der Zeit vom 15.02. bis 23.02.2026 reisten sechs Grundschulabsolventinnen des BQL-Programms der TU Dresden im Rahmen einer Erasmus+ Kooperation nach Uganda. Sie wurden von Dozentinnen der wissenschaftlichen Ausbildung Aurica Borszik und Dr. Melanie Wohlfahrt begleitet.
Die Reise folgte auf eine im Juni 2025 an der Dresden International University (DIU) durchgeführte Themenwoche, in der bereits eine erste gemeinsame Arbeitsphase mit den ugandischen Partner:innen zu BNE-Themen, wie Inklusion, hochwertige Bildung oder Umweltschutz stattgefunden hat.
Ausgangspunkt für dieses ungewöhnliche Projekt ist eine seit 2022 bestehende Kooperation zwischen dem ZLSB und der Nkumba University Entebbe/ Uganda sowie die Uganda-Sachsen-Partnerschaft des Freistaates. Im Rahmen der Partnerschaft werden z.B. auch Schulpartnerschaften gefördert und der fachliche Austausch zwischen Lehrkräften angeregt.
Seiteneinsteigerin bei der Präsentation der BNE-Projekte an ihrer Grundschule
Die Studienreise knüpfte direkt an die BNE-Woche an und vertiefte somit die persönliche Austauscherfahrung und die gemeinsam gewonnen Erkenntnisse. Übergeordnetes Ziel der Reise war es, zu ergründen, welchen Mehrwert solche Austauschformate für die Lehrkräftebildung haben können. Deshalb setzte sich das Programm aus zwei Teilen zusammen: einem akademischen Austausch an der Nkumba University über Projekte, die während der BNE-Woche entwickeltt wurden sowie verschiedenen Schulbesuchen.
BNE-Club erklärt Mülltrennung
Es war sehr spannend zu sehen, wie BNE in den einzelnen Schulen gelebt wird. Beispielsweise wurde an der Bright Adams Junior School nach dem Austausch im Juni 2025 ein BNE-Club gegründet, in dem sich die Kinder mit den Entwicklungszielen befassen und erste Aktionen wie Mülltrennung und Recycling auf dem Schulgelände umsetzen.
Sportförderung Schwimmen
An der Hill Preparatory School in Kampala beobachtete die Studiengruppe, wie Inklusion durch Peer-Learning und ein Sportförderprogramm gelebt wird. Die Kinder unterstützen sich gegenseitig im Alltag, sitzen nebeneinander im Unterricht und helfen einander ganz selbstverständlich. Das sportliche Förderprogramm unterstützt so erfolgreich, dass einige Schüler:innen zu den besten des Landes gehören und sogar an den Paralympics teilnehmen.
Recycling-Projekt an der Kololo High School
Ebenfalls überzeugte das Recycling-Projekt der Kololo High School, in dem alte Plastikfolientüten zu Taschen und Rucksäcken weiterverarbeitet werden.
In der Sukrop Junior School, etwa 70 km von der Hauptstadt Kampala entfernt, wurden die Teilnehmenden mit einem Konzert von Musikinstrumenten aus recycelten Materialien begrüßt. Diese Idee entstand ebenfalls in der BNE-Woche in Dresden.
Chor mit Musikinstrumenten aus recycelten Materialien
Im Norden Ugandas besichtigte die Gruppe das OCER Campion Jesuit College, das versucht sich weitestgehend autark zu versorgen. Als Internatsschule ist die Selbstversorgung mit Wasser und Nahrung ein wichtiger Faktor zur finanziellen Stabilität.
Schulgarten zur Selbstversorgung
Insgesamt wurden acht Einrichtungen besucht. Die vielfältigen Eindrücke, das Engagement der Menschen und die spürbare Herzlichkeit sowie die Leidenschaft für das Unterrichten und BNE haben die Studiengruppe nachhaltig bewegt.
Nun lässt sich die Frage stellen, ob es sich gelohnt hat den weiten Weg nach Uganda auf sich zu nehmen. Das Fazit der mitgereisten Lehrkräfte aus sechs sächsischen Grund- und Förderschulen ist da eindeutig: „Es war eine Lebenserfahrung. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Ideen aus dem Austausch umgesetzt werden. Und ich nehme ganz viel für mich, meine Kinder und mein Team mit.“ Das zeigt, wie wichtig es für die Seiteneinsteigerinnen war, mit Lehrer:innen und Schüler:innen zu sprechen, die Umsetzung vor Ort zu sehen, Parallelen zu ziehen und zu ergründen, wie Kolleg:innen in anderen Regionen der Welt mit ähnlichen Herausforderungen, z.B. Inklusion umgehen.
ugandische und deutsche Lehrkräften und Kindern