Homepage of Technische Universität Dresden

Personal tools
Home » ... » Faculty of Philosophy » Institut für Geschichte » Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte

Struktureinheit

Sections

This document is not available in the language you requested. It is therefore shown in Deutsch
Translated versions are available in following languages: Deutsch

Willkommen auf der Homepage des Lehrstuhls für Sächsische Landesgeschichte der TU Dresden

„In Grenzen unbegrenzt“, eine Disziplin, die „zwischen Epochen und Methoden vagabundiert“ – mit solchen Charakterisierungen werden Anspruch und zugleich Attraktivität der Landesgeschichte gerne umrissen. Landesgeschichte ist ein Fach, das innerhalb eines definierten Raumes – einem Land bzw. Bundesland oder einer durch naturräumliche, wirtschaftliche oder kulturelle Faktoren geprägten Region – epochenübergreifend möglichst viele Themenfelder bearbeitet und methodische Ansätze erprobt. Landesgeschichte arbeitet also diachron, indem sie – unbekümmert um gängige Epochengrenzen wie Mittelalter, Frühe Neuzeit, Neuere/Neueste Geschichte oder Zeitgeschichte – ihren jeweiligen Untersuchungsraum quer durch die Zeiten in Vormoderne und Moderne gleichermaßen erschließt. Und Landesgeschichte arbeitet multidisziplinär. Zum einen, indem sie die innerhalb der Geschichtswissenschaften gängigen Methoden auf möglichst viele Forschungssegmente anwendet; der Bogen reicht hier von Politik und Verfassung, Kultur- und Bildungsgeschichte, Kirchen- und Religionsgeschichte über Alltags- und Konsumgeschichte bis hin zur Erinnerungskultur und der Konstruktion regionaler Mentalitäten und Identitäten. Zugleich sucht die Landesgeschichte den Kontakt und das Gespräch mit anderen Fachkulturen wie der Volkskunde/Europäischen Ethnologie, der historischen Geografie, aber auch der historischen Sprachwissenschaft.

Der offene Zugriff auf Epochen und Methoden konzentriert sich im Falle der Sächsischen Landesgeschichte auf Sachsen in seinen jeweiligen historischen Dimensionen. Heute und für zeithistorische Arbeiten ist das der Freistaat Sachsen. Für die Zeit vor dem Wiener Kongress (1815) und den Gebietsabtretungen an Preußen konturieren die frühneuzeitlichen historischen Grenzen des Kurfürstentums Sachsens den Untersuchungszeitraum; im Mittelalter ist es, ausgehend von der Mark Meißen, der sich sukzessive erweiternde, Gebiete des heutigen Thüringen einschließende Herrschaftsraum der Wettiner. Hierbei wird auch die Geschichte vormals eigenständiger, im sächsischen Territorium aufgegangener politischer Einheiten verfolgt, wie wir sie etwa mit den im Gefolge der Reformation erloschenen geistlichen Staaten Mitteldeutschlands (Meißen, Merseburg etc.) vor uns haben. Unabhängig von historischen oder aktuellen politischen Grenzen werden zugleich auch Natur-, Kultur- und Wirtschaftsräume wie das Vogtland oder das Erzgebirge in ihrer historischen Eigenart und ihrer kulturellen Besonderheit erfasst. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der 1635 Sachsen übertragenen Oberlausitz als einer vom Sechsstädtebund geprägten Brückenlandschaft zwischen Ost und West. Damit ist indirekt bereits gesagt, dass die Sächsische Landesgeschichte in vergleichender Perspektive den Blick auch auf Nachbarregionen in Polen und Tschechien richtet, da die sächsische Geschichte vielfältig mit jener Schlesiens und Böhmens verflochten war und insbesondere in der Epoche Augusts des Starken durch die sächsisch-polnische Personalunion „unter einer Krone“ in europäische Mächtekonstellationen integriert war.

Thematisch liegen die Schwerpunkte am Dresdner Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte im Augenblick zum einen auf der Erforschung der sog. Sattelzeit zwischen ca. 1770 und 1830; in diesem Zusammenhang sind alle Mitarbeiter innerhalb des Sonderforschungsbereichs 804 „Transzendenz und Gemeinsinn“, der im Sommer 2009 seine Arbeit aufnahm, in das Teilprojekt „Gemeinsinnsdiskurse und religiöse Prägung zwischen Spätaufklärung und Vormärz (ca. 1770-ca. 1848)“ eingebunden. Im Rahmen des 2008 ausgelaufenen Sonderforschungsbereichs 537 „Institutionalität und Geschichtlichkeit“ war die Sächsische Landesgeschichte mit einem Teilprojekt zur historischen Erinnerungskultur – „Das historische Jubiläum. Genese, Ordnungsleistungen und Inszenierungsgeschichte eines institutionellen Mechanismus“ – vertreten; dieser Forschungsschwerpunkt wird weiterverfolgt. Weitere wichtige Themenfelder sind die Geschichte der Aufklärung im mitteldeutschen Raum sowie die Bildungsgeschichte (Prof. Dr. Winfried Müller), Ständeforschung und Landtagsgeschichte, Adelsforschung und Konsumgeschichte (Prof. Dr. Josef Matzerath), Stadtgeschichte sowie die Geschichte der Freizeit und der Unterhaltungskultur (HD Dr. Ulrich Rosseaux).

Dresden ist ein attraktiver Standort für die Landesgeschichte, was sich auch in zahlreichen Kooperationen des 1992 gegründeten und von 1992 bis 1998 mit Karlheinz Blaschke besetzten Lehrstuhls für Sächsische Landesgeschichte an der Technischen Universität Dresden niederschlägt. Für die Studierenden, die sich im Rahmen einer Bachelor- oder Masterarbeit auf das Wagnis der Erschließung noch ungehobener Schätze in Archiven und Bibliotheken einlassen wollen, ist es ausgesprochen günstig, dass sich mit der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und dem Hauptstaatsarchiv Dresden Einrichtungen am Ort befinden, die zentrale Sammlungen zur Geschichte Sachsens und des mitteldeutschen Raumes aufbewahren und betreuen. Wer sächsische Landesgeschichte studiert, für den liegen hervorragende Bestände an Büchern und Archivalien sozusagen vor der Haustür. Das Sächsische Staatsarchiv führt deshalb regelmäßig eine Lehrveranstaltung zur Einführung in die Archivkunde und die historischen Hilfswissenschaften durch. Gleichfalls in Dresden befindet sich mit dem Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde seit 1997 eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung vor Ort, die landesgeschichtliche und volkskundliche Langzeitprojekte wie die „Sächsische Biografie“ oder das „Lebensgeschichtliche Archiv für Sachsen“ realisiert und attraktive Tagungen anbietet, die auch den Studierenden offenstehen. Nachdrücklich sei auf die Homepage des ISGV hingewiesen (www.isgv.de), auf der die Studierenden der Landesgeschichte wichtige online-Publikationen finden. Die Leiterin des Bereichs Geschichte im ISGV, Prof. Dr. Martina Schattkowsky, ist Mitglied der Philosophischen Fakultät der TU Dresden und führt regelmäßig Lehrveranstaltungen durch. Am ISGV besteht zugleich die Möglichkeit, studienbegleitende Praktika zu absolvieren. Neben den genannten Einrichtungen bestehen noch intensive Kontakte u.a. zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, zum Dresdner Geschichtsverein und zur Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften.

Historisches Erinnern ist ein menschliches Grundbedürfnis. Die „Geschichte in kleinen Räumen“, also die Landes- und die Regionalgeschichte, kann dieses Bedürfnis befriedigen, gerade in Zeiten der Globalisierung mit der von den Kulturwissenschaften diagnostizierten fundamentalen Spannung zwischen Homogenisierung einerseits und der verstärkten Betonung von kulturellen Besonderheiten und Identitäten andererseits. Denn der Entwicklung supranationaler Strukturen auf der politischen und globaler Strukturen auf der wirtschaftlichen Ebene ist gerade auch das Beharrungsvermögen, ja die Revitalisierung regionaler Kulturen komplementär zugeordnet. In diesem Spannungsfeld erforscht und deutet die Landesgeschichte an lokalen und regionalen Beispielen kulturelle Besonderheiten und Identitäten. Die Studierenden der Technischen Universität Dresden sind herzlich eingeladen, daran mitzuwirken.


Last modified: 07.10.2009 21:13
Author: Dietmar Gust

Contact
Secretary
Maria Muster
Phone: +49 351 463-3xxxx
Fax: +49 351 463-3xxxx
email iconxxx@
mailbox.tu-dresden.de


Office:
xxx Straße x,
room 11


Mail to:
TU Dresden
01062 Dresden
Germany

Bulk mail to:
TU Dresden
XXX
xxx Straße x
0xxxx Dresden
Germany