Wandel geodätischer Festpunktfelder aufgrund satellitengestütz­ter Techniken

Der Einsatz satellitengestützter Positionsbestimmungstechniken - also insbesondere GPS bzw. allgemeiner GNSS - hat die Realisierung geodätischer Festpunktfelder grundlegend geändert.

Zum einen gelingt heute die Überwindung von Entfernungen bis zu einigen 10er km durch die Verwendung von Korrektionsdaten aus GNSS-Referenzstationsnetzen mit relativ geringem Aufwand an Messtechnik und Auswerterechenkapazität. Diese Veränderung hat schon jetzt und wird in Zukunft noch weit mehr zu stark ausgedünnten Festpunktfeldern führen. Wenn es durch die aktuellen Forschungsanstrengungen gelingen sollte, die Höhenmessgenauigkeit noch zu steigern, sind auch durchgreifende Veränderungen in den Höhenfestpunktfeldern zu erwarten.

Zum anderen wurde der Übergang von der passiven Vermarkung mit zeitweiliger instrumenteller Besetzung zur aktiven Referenzstation mit seinem kontinuierlichen Korrektionsdatenstrom vollzogen. Die Möglichkeiten der kontinuierlichen Echtzeitpositionsbestimmung in global eingebundenen regionalen GNSS-Referenzstationsnetzen sind Forschungsthema und werden erst in Zukunft voll ausgeschöpft werden können. An einem durchgreifenden Qualtitätsmanagement aller GNSS-Beobachtungsdaten wird seit einigen Jahren gearbeitet. Dennoch sind noch nicht für alle Teilaspekte befriedigende Lösungen vorhanden und somit sind weitere Entwicklungsarbeiten dringend notwendig.  

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Lambert Wanninger
Letzte Änderung: 17.06.2016