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Die Nationalparke Sächsische und Böhmische Schweiz bilden einen grenzübergreifenden Naturraum, in dem eine einzigartige Wald-Felslandschaft mit naturnahen Wäldern und einer spezifischen Arten- und Biotopvielfalt erhalten ist. Die Welt-Naturschutz-Union (IUCN) definiert Nationalparke (Kategorie II) als großflächige Landschaftsräume mit einer natürlichen oder naturnahen Arten- und Ökosystemausstattung, in denen die Sicherung großräumiger ökologischer Prozesse gewährleistet ist.

Landschaftsbild Sächsische Schweiz, alte Kiefer auf Fels, Projektlogo, Logo Förderprogramm © pixabay, U. Seiler Landschaftsbild Sächsische Schweiz, alte Kiefer auf Fels, Projektlogo, Logo Förderprogramm © pixabay, U. Seiler
Landschaftsbild Sächsische Schweiz, alte Kiefer auf Fels, Projektlogo, Logo Förderprogramm

© pixabay, U. Seiler

In den Nationalparken Sächsische und Böhmische Schweiz wird das gegenwärtige Waldbild neben Resten naturnaher Wälder bestimmt von Waldgesellschaften, die geprägt sind von einer Jahrhunderte langen Nutzung ihrer Ressourcen durch den Menschen. Diese Waldbestände unterlagen einem tief greifenden Wandel, so dass die Arten- und Altersstrukturen nicht den natürlichen Gegebenheiten und auch nicht der IUCN-Definition eines Nationalparks entsprechen. Es entstanden durch die intensive Nutzung künstlich begründete, altersgleiche Forstkulturen oft bestehend aus standortfremden, schnell wachsenden Baumarten (Fichte, Lärche, Rot- Eiche und Weymouth-Kiefer).

In diesen Forstkulturen sind gegenwärtig Pflegeeingriffe erforderlich, da sie instabil und anfällig für biotische und abiotische Streßoren (Kalamitäten, Windwurf) sind. Mittelfristig sollen diese Waldbestände ausschließlich den natürlichen Prozessen unterliegen und die Entwicklung von naturnahen, urwaldartigen Strukturen auf insgesamt 75% der Nationalparkflächen einleiten. Im aktuellen Waldumbau werden durch gezielte Managementmaßnahmen, wie das Entfernen gebietsfremder Arten, das Einbringen standortgerechter Baumarten (Mischungsregulierung) und die Regulierung des Wuchsraumes (Schaffung vertikaler Waldstrukturen) die Grundlagen für diese Entwicklung geschaffen. Dieser Übergangszeitraum ist zumindest für den Nationalpark Sächsische Schweiz auf 40 Jahre (seit der Gründung 1990) festgelegt. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Zeitraum ausreicht, um Waldgesellschaften zu etablieren, die sich ohne regulierende Eingriffe in einen naturnahen Zustand entwickeln können.

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Veit Höfler
Letzte Änderung: 20.07.2017