Research Project “De-Centering Human Rights: Liberalism, Human Rights, and the Global South” - 2022 to 2025 with the SCRIPTS Cluster of Excellence of Freie Universität Berlin
Seit dem 01. September 2022 und bis zum 31. August 2025 leitet Prof. Dr. Anna Holzscheiter gemeinsam mit Prof. Dr. Tobias Berger und Prof. Dr. Thomas Risse das Vorhaben, welches Teil des Exzellenzclusters SCRIPTS ist und daher an der Freien Universität Berlin angesiedelt ist. Nähere Informationen zum Forschungsprojekt können Sie hier finden. Prof. Dr. Anna Holzscheiter ist als externe Projektleiterin beteiligt.
Das Forschungsprojekt untersucht die komplexe Beziehung zwischen Vertretern des globalen Südens und liberalen Ideen im Bereich der Menschenrechte. Es verfolgt einen expansiven Ansatz, indem es die Menschenrechte nicht als eine feste Doktrin betrachtet, sondern als eine dynamische Arena, in der sich verschiedene normative Perspektiven überschneiden und manchmal miteinander kollidieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf verschiedenen Facetten der Global Governance, in denen die Grenzen der Menschenrechtsnormen einer intensiven Prüfung unterzogen werden. In Bereichen wie Handel und globale Gesundheit haben Akteure aus dem globalen Süden Fragen zur Vereinbarkeit von Menschenrechten mit Wirtschaftsliberalismus und internationalen Regelungen zum Schutz geistigen Eigentums aufgeworfen. Durch die Untersuchung der historischen und aktuellen Auseinandersetzung von Akteuren des Globalen Südens mit den Menschenrechten wollen die Forscher deren Einfluss auf die Gestaltung der internationalen Ordnung beleuchten.
Das Projekt ist in zwei Teile gegliedert, die sich jeweils mit unterschiedlichen Fragen befassen. Einerseits nimmt die Forschung eine historische Perspektive ein, indem sie die Entwicklung der internationalen Menschenrechte nachzeichnet und untersucht, wie Akteure des Globalen Südens die aktuellen Menschenrechtsinstitutionen beeinflusst haben. Außerdem wird untersucht, inwieweit der Menschenrechtsaktivismus im Globalen Süden von liberalen Werten beeinflusst wurde. Andererseits verlagert das Projekt seinen Schwerpunkt auf gegenwärtige Global Governance-Strukturen. Hier wird untersucht, wie staatliche und nichtstaatliche Akteure aus dem Globalen Süden die Menschenrechte nutzen, um die Praktiken angeblich liberaler Akteure auf der internationalen Bühne herauszufordern.
Das Projekt zielt darauf ab, interdisziplinäre Diskussionen zwischen führenden Wissenschaftlern auf diesem Gebiet zu fördern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf innovativen empirischen Methoden liegt. Um diese Gespräche zu erleichtern, hat das Projekt zwei Workshops geplant, einen im Jahr 2023 und einen weiteren im Jahr 2024, die beide auf gemeinsame Publikationen hinarbeiten sollen.
Das Projekt stellt die vorherrschende Sichtweise in Frage, Menschenrechte ausschließlich mit westlichen und nördlichen liberalen Demokratien in Verbindung bringt. Zwar ist der Einfluss dieser Regionen auf die internationalen Menschenrechte unbestreitbar, doch haben auch Akteure aus dem globalen Süden eine wichtige Rolle als Autoren, Eigentümer, Interpreten und Herausforderer liberaler Ideen und des Menschenrechtsdiskurses gespielt.
Durch seinen umfassenden Ansatz und sein interdisziplinäres Engagement verspricht dieses Projekt neue Einblicke in die vielschichtigen Beziehungen zwischen den Akteuren des Globalen Südens und den Menschenrechten zu geben. Durch die Erforschung historischer Entwicklungen und aktueller Dynamiken soll unser Verständnis darüber bereichert werden, wie sich die Menschenrechte entwickelt haben und die aktuelle internationale Ordnung weiterhin prägen.
Wissenschaftliche Ansprechpartner:innen
Prof. Anna Holzscheiter
Professorin für Internationale Politik, Technische Universität Dresden
Institut für Politikwissenschaft
Mail:
Prof. Thomas Risse Professor für Internationale Politik, Freie Universität Berlin Mail:
Prof. Tobias Berger Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit Bezug zur transnationalen Politik des globalen Südens, Freie Universität Berlin Mail: