01.12.2017

Kleine Teilchen, große Zusammenhänge: Jugendliche forschen am Cosmic Day

Jugendliche experimentieren © Anne Feuerhack Jugendliche experimentieren © Anne Feuerhack

Dass man auch in der physikalischen Forschung manchmal kräftig anpacken muss, lernten Jugendliche aus Sachsen am Cosmic Day.

Jugendliche experimentieren

Dass man auch in der physikalischen Forschung manchmal kräftig anpacken muss, lernten Jugendliche aus Sachsen am Cosmic Day. © Anne Feuerhack

Für 22 sächsische Schülerinnen und Schüler begann der 30. November nicht wie jeder andere Schultag: Punkt 9 Uhr trafen sie sich im Andreas-Schubert-Bau im Rahmen des 6. International Cosmic Day. Am Institut für Kern- und Teilchenphysik würden sie – wie zahlreiche Wissenschaftler weltweit – an diesem Tag den kleinsten Teilchen des Universums auf der Spur sein. Mit einfach zu handhabenden Experimenten gingen die Jugendlichen unter Anleitung von jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vielen Fragen nach: Wo kommen die Teilchen her? Wie werden sie auf derart hohe Energien beschleunigt? Wie breiten sie sich im All aus? Über die Messung kosmischer Teilchen, die permanent auf die Erde einfallen, lassen sich Rückschlüsse über die Entstehung unseres Universums ziehen - so auch für die Schülerinnen und Schüler, die am International Cosmic Day in die Rolle von Wissenschaftlern schlüpften.  

Organisiert durch das Netzwerk Teilchenwelt, Mitinitiator des internationalen Forschungstages, stellte die Veranstaltung eine von 38 Gruppen aus 19 Ländern dar, die im Laufe des Tages ähnliche Messungen durchführten. In Dresden begann der Tag mit einem Einführungsvortrag von Doktorand Stefan Zatschler. Anschließend ging es auch schon mit den Experimenten los. In vier Gruppen widmeten sich die Schüler dem Nachweis der eigentlich unsichtbaren Teilchen aus dem All und der Erstellung eines Booklets zur späteren Präsentation der Ergebnisse.

Nach den abgeschlossenen Messungen begaben sich die Schülerinnen und Schüler mit den anwesenden Wissenschaftlern in den Keller - denn für das Nebelkammerexperiment musste es absolut dunkel sein. Für den 17-jährigen Jonas Löschau aus Bautzen war es das spektakulärste Experiment des Tages: „Es ist zwar vom Aufbau der unkomplizierteste Versuch, aber macht die kosmische Strahlung auf beeindruckende Weise sichtbar!“ Diese Begeisterung sowie ihre neu gewonnenen Erkenntnisse teilten die Jugendlichen in einer abschließenden Videokonferenz mit anderen Teilnehmern weltweit. Alle hatten unterschiedliche Messungen durchgeführt, um ihre Resultate hier auszutauschen.

Am 6. International Cosmic Day nahmen u.a. Jugendliche in Deutschland, Georgien, Großbritannien, Kolumbien, Italien, Mexiko, China, Äthiopien und den USA teil. Das Team vom Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY, das an der TU Dresden geleitete Netzwerk Teilchenwelt sowie das QuarkNet vom Fermilab aus den USA haben die jährliche Veranstaltung initiiert.

Text: Anne Feuerhack

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Susann Lederer
Letzte Änderung: 01.12.2017