Nobelpreisträger zu Gast an der TU Dresden

Plakat Nobelpreisträgervorträge © TU Dresden Plakat Nobelpreisträgervorträge © TU Dresden
Plakat Nobelpreisträgervorträge

© TU Dresden

Wir freuen uns, Sie auch in diesem Jahr zu unserer öffentlichen Vortragsreihe "Nobelpreisträger zu Gast an der TU Dresden" begrüßen zu dürfen. Seien Sie gespannt auf vier neue Vorträge preisgekrönter Wissenschaftler aus Biologie, Physik und Chemie. Wir möchten uns ganz herzlich bei den Firmen Novaled, Molecular Diagnostics Group, KBA-Sheetfed Solutions AG & Co. KG, Heel, dem Hotel Taschenbergpalais Kempinski und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der TU Dresden e.V. für die großzügige Unterstützung der Vortragsreihe in diesem Jahr bedanken.

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Paul Modrich

2015 Nobelpreis für Chemie
Mechanisms in DNA mismatch repair


 

Portrait Paul Modrich © Duke Photography Portrait Paul Modrich © Duke Photography
Portrait Paul Modrich

© Duke Photography

Paul Modrich (*13.06.1946, Raton, USA)
Howard Hughes Medical Institute, Durham, USA, Duke University School of Medicine, Durham, USA

Paul Modrich ist ein US-amerikanischer Biochemiker, der 2015 den Nobelpreis für Chemie zusammen mit Tomas Lindahl und Aziz Sancar erhielt. Die drei Forscher haben unabhängig voneinander Mechanismen der DNA-Reparatur entschlüsselt und damit grundlegendes Wissen über das Funktionieren lebender Zellen geliefert. Paul Modrich arbeitete über Jahrzehnte an der Idee, den zelleigenen Reparaturmechanismus aufzuschlüsseln. Wie alle Mechanismen der Zelle ist auch die DNA-Verdoppelung nicht fehlerfrei, es kann zu Fehlpaarungen der Basen kommen. Im Jahr 1989 gelang es Modrich schließlich nachzuweisen, wie die Zelle diese sogenannten „mismatches“ korrigiert. Anhand von bakteriellen Viren hat Modrich herausgefunden, dass Methylgruppen als Marker fungieren und Reparatur-Enzyme zeigen, wo ein falsches Basenpaar gebildet wurde. Diese Reparatur-Enzyme schneiden dann die falsche Base heraus und ersetzen sie. Mit diesem Prozess beugt die Zelle Defekten vor. Wenn das System nicht funktioniert, können Krebs und andere schwere Krankheiten die Folge sein. 

Sir John B. Gurdon


2012 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
Somatic cell nuclear transfer: memory of the past versus hope for the future

Portrait John B. Gurdon © John B. Gurdon Portrait John B. Gurdon © John B. Gurdon
Portrait John B. Gurdon

© John B. Gurdon

Sir John B. Gurdon (*02.10.1933, Dippenhall, Vereinigtes Königreich)
Gurdon Institute, Cambridge, Vereinigtes Königreich

Der britische Entwicklungsbiologe Sir John B. Gurdon erhielt 2012 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für den von ihm erbrachten Nachweis, dass ausgereifte Körperzellen in embryonale Stammzellen zurückverwandelt werden können. Bereits 1962 veröffentlichte Gurdon seine damals bahnbrechenden und vorerst skeptisch betrachteten Ergebnisse seiner Experimente an Krallenfröschen. Dabei zerstörte er die Erbgut tragenden Zellkerne von Eizellen der Frösche und pflanzte diesen „Hüllen“ Zellkerne ein, die er aus Darmzellen entnommen hatte. Aus einigen dieser Eizellen entwickelten sich Kaulquappen. Gurdon hatte es geschafft, einen Frosch aus einem Darmzellkern zu klonen und konnte somit nachweisen, dass das Erbgut einer ausgereiften Körperzelle ebenso alle nötigen Informationen für die Entwicklung eines vollständigen Organismus enthält wie eine embryonale Stammzelle. Gurdons Pionierarbeit bildet eine wichtige Grundlage für die Stammzellenforschung. Er teilt sich den Nobelpreis mit dem japanischen Stammzellenforscher Shinya Yamanaka, dem es 2006 gelang, induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) zu erzeugen.



Christiane Nüsslein-Volhard


1995 Nobelpreis für Physiologie oder Medizin
Mittwoch, 07. Juni 2017, 19 Uhr: Die Streifen des Zebrafisches: Wozu und wie entsteht Schönheit bei Tieren?

Portrait Christiane Nüsslein-Volhard © momentum-photo.com/MPI für Entwicklungsbiologie Tübingen Portrait Christiane Nüsslein-Volhard © momentum-photo.com/MPI für Entwicklungsbiologie Tübingen
Portrait Christiane Nüsslein-Volhard

© momentum-photo.com/MPI für Entwicklungsbiologie Tübingen

Christiane Nüsslein-Volhard (*20.10.1942, Heyrothsberge bei Magdeburg)
Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie, Tübingen

Christiane Nüsslein-Volhard ist deutsche Entwicklungsbiologin und Genetikerin. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Eric F. Wieschaus und dem US-amerikanischen Genetiker Edward B. Lewis erhielt sie als erste deutsche Frau 1995 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre grundlegenden Forschungen über die genetische Steuerung der Embryonalentwicklung. Bereits 1980 identifizierten und systematisierten Christiane Nüsslein-Volhard und Eric Wieschaus fünfzehn Gene, welche im Ei der Taufliege (Drosophila melanogaster) die Anlage des Körperplans und der Segmente steuern. Sie wiesen dabei außerdem nach, dass für die Steuerung dieser Gene Signalsubstanzen verantwortlich sind. Bei der Taufliege konnten vier solcher Substanzen nachgewiesen werden, die in einer festgelegten Reihenfolge und Konzentration wirksam werden. Im Verlauf ihrer Forschung stellte sich heraus, dass der Fliegenembryo in vielerlei Hinsicht stellvertretend für die Embryonen anderer Tiere und auch des Menschen steht. In späteren Arbeiten widmete sich Frau Nüsslein-Volhard dem Zebrafisch als bevorzugtes Studienobjekt.


Arthur B. McDonald


2015 Nobelpreis für Physik
Mittwoch, 28. Juni 2017, 19 Uhr: A Deeper Understanding of our Universe from 2 km Underground

Portrait Art McDonald © Art McDonald Portrait Art McDonald © Art McDonald
Portrait Art McDonald

© Art McDonald

Arthur B. McDonald (*29.08.1943, Sydney, Kanada)
Queen’s University, Kingston, Kanada

Der kanadische Teilchenforscher Arthur B. McDonald erhielt 2015 den Nobelpreis für Physik zusammen mit Takaaki Kajita aus Japan. In groß angelegten Experimenten konnten beide Forscher entgegen des bis dato bekannten Standardmodells der Elementarteilchenphysik unabhängig voneinander nachweisen, dass Neutrinos Masse besitzen. Neutrinos sind neben den Lichtteilchen (Photonen) die am häufigsten vorkommenden Teilchen im Universum. Pro Sekunde strömen Milliarden von ihnen ohne jede Wechselwirkung durch unseren Körper. Arthur McDonald und sein Team am Sudbury Neutrino Observatory (SNO) in Kanada zeigten 2001 erstmals mit einem Detektor zwei Kilometer unter der Erde, dass einige Neutrinos, die von der Sonne auf die Erde kommen, auf dem langen Flug ihren eigenen Zustand geändert haben. Dieses Phänomen nennen die Physiker Neutrino-Oszillation. Insgesamt gibt es drei Arten von Neutrinos, die Elektron-, Myon- und Tau-Neutrinos. Mit dem Nachweis, dass sich diese Kleinstteilchen ineinander umwandeln können, war bewiesen, dass Neutrinos eine Masse, sei diese auch noch so minimal, besitzen. Damit gelang dem internationalen SNO-Forscherteam, zu dem auch Prof. Kai Zuber von der TU Dresden seit über 15 Jahren gehört, ein entscheidender Durchbruch in der Neutrino-Forschung und im Verständnis unseres Universums.

Ort: Audimax im Hörsaalzentrum der TU Dresden
Bergstrasse 64
01069  Dresden

Sehen Sie hier noch einmal alle Informationen zu unserer Vortragsreihe aus dem vergangenen Jahr.

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Nicole Gierig
Letzte Änderung: 19.05.2017