15.10.2018

Jugendliche forschten zwei Wochen am CERN

Gruppenfoto Jugendliche am CERN © Claudia Behnke Gruppenfoto Jugendliche am CERN © Claudia Behnke

Carolin, Stefan, Ida, Maximilian und Phillip (v.l.n.r.) beim COMPASS-Experiment am CERN

Gruppenfoto Jugendliche am CERN

Carolin, Stefan, Ida, Maximilian und Phillip (v.l.n.r.) beim COMPASS-Experiment am CERN © Claudia Behnke

Vom 30.9. bis zum 12.10.2018 forschten fünf Jugendliche aus den Regionen Aachen, Bonn, Dortmund, Münster und Heidelberg/Würzburg an eigenen Projekten am CERN, dem Europäischen Forschungszentrum für Teilchenphysik. Eingebettet in internationale Arbeitsgruppen nahmen die Schülerinnen und Schüler an den Projektwochen teil, die Netzwerk Teilchenwelt jedes Jahr für besonders motivierte und begabte Jugendliche organisiert.

Alle fünf Teilnehmer haben sich bereits einige Jahre in ihrer Freizeit mit Astroteilchenphysik und Teilchenphysik beschäftigt. Sie haben an Veranstaltungen von Netzwerk Teilchenwelt teilgenommen und sich darüber hinaus engagiert, indem sie beispielsweise an ihren Schulen Workshops organisierten, Vorträge über Teilchenphysik hielten, Schülerforschungsarbeiten anfertigten und so etliche Stunden ihrer Freizeit in die Welt der kleinsten Teilchen investierten.

Über den Sommer haben die Jugendlichen Kontakt mit einer Forschungseinrichtung in ihrer Region aufgenommen und Fragestellungen entworfen, die sie in ihren Projekten untersuchen werden. Nach dem CERN-Aufenthalt wollen sie, mit den Ergebnissen ihrer Forschung am CERN, die Arbeiten zuhause fertigstellen – auf diese Weise entstehen Beiträge für Jugend forscht oder eine „Besondere Lernleistung“.

Unterstützt werden die Jugendlichen dabei durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Netzwerk Teilchenwelt und von CERN. Dass sich hierbei für alle Beteiligten eine win-win Situation ergibt, betont der Projektleiter und Gründer von Netzwerk Teilchenwelt, Prof. Dr. Michael Kobel vom Institut für Kern- und Teilchenphysik der Technischen Universität Dresden: „Es ist für uns eine große Bereicherung, diese junge Menschen in unsere Forschung zu integrieren. In einigen Fällen leisten sie wichtige Beiträge zu unseren Vorhaben und bringen frischen Wind in die Forschungsgruppen, indem sie uns immer wieder hinterfragen.“

An den Projektwochen von Netzwerk Teilchenwelt nahmen teil:

Carolin Kohl (Universität Bonn)
Der Schülerin Carolin Kohl aus der 11. Klasse des Paul-Klee-Gymnasium in Overrath hat es die Kombination aus Physik und Astronomie angetan. Ihre Faszination an der Quantenphysik und -mechanik will sie in der Arbeitsgruppe CAST (CERN Axion Solar Telescope) vertiefen. Das Experiment hat zum Ziel, das neuartige Teilchen Axion nachzuweisen. Carolin wird in den Projektwochen am CERN unter der Betreuung der Universität Bonn an der Kontrolle der Datenqualität des Detektors mitwirken und bei der erstmaligen Inbetriebnahme nach dem Umbau des Experiments dabei sein.

Ida Wöstheinrich (Universität Münster)
Ida Wöstheinrich war von der Atmosphäre und den Menschen zum CERN-Workshop so sehr begeistert, dass sie nun selber herausfinden möchte, wie man am CERN lebt und forscht. Die Schülerin vom Gymnasium Paulinum in Münster wird sich im Rahmen eines Praktikums an der Universität Münster mit der Nutzung verschiedener Methoden zur Teilchenidentifikation durch Machine Learning am ALICE-Experiment beschäftigen. Mit ihrer Forschung nimmt sie auch am „Jugend forscht“-Wettbewerb teil.

Maximilian Wykidanez (TU Dortmund)
Aus Duisburg kommt Maximilian Wykidanez und besucht die 11. Klasse des Kopernikus Gymnasium. Neben dem Stufenprogramm am Netzwerk Teilchenwelt besuchte er weitere Vorlesungen zur Teilchenphysik und hielt selbst einen Vortrag zum Thema Antimaterie. Für seine besondere Lernleistung will er zusammen mit der TU Dortmund Materie und Antimaterie im Schwerefeld der Erde am AEGIS-Experiment am CERN untersuchen.

Philipp Schuster (Universität Würzburg/Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)
Das große Ziel von Philipp Schuster ist, in den Projektwochen ganz tief in die Teilchenphysik abzutauchen. Bereits letztes Jahr beschäftigte sich der Schüler aus Osterburken mit kosmischen Teilchen bei einem Praktikum an der Uni Würzburg und sammelte so erste Erfahrungen. Nun taucht er tiefer in die Materie ein bei den Projektwochen am CERN, betreut wird er von Heidelberger Wissenschaftlern. Philipp wird die Produktion von Z-Bosonen am ATLAS-Experiment untersuchen. Mit diesem Projekt ist er auch bei „Jugend forscht“ im Rennen.

Stefan Krischer (RWTH Aachen)
Unter dem Motto „Es gibt noch viel zu entdecken in der Physik“ reist Stefan Krischer an das CERN. Der Schüler vom Gymnasium am Wirteltor in Düren hat bereits ein Praktikum am Forschungszentrum in Jülich absolviert und ist immer wieder fasziniert, wie die Physik die Frage nach dem Warum beantworten kann. Im Rahmen der Projektwochen wird er zusammen mit der RWTH Aachen Messungen von Myonen am COMPASS-Experiment durchführen.

Zu dieser Seite

Uta Bilow
Letzte Änderung: 15.10.2018