Internationale Wochen gegen Rassismus
Inhaltsverzeichnis
Einführende Worte
Die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ sind bundesweite Aktionswochen der Solidarität mit Betroffenen sowie Gegner:innen von Rassismus. Sie finden jedes Jahr rund um den 21. März, dem „Internationalen Tag zur Überwindung rassistischer Diskriminierung", statt.
Das diesjährige Motto der Stiftung gegen Rassismus lautet "100% Menschenwürde. Zusammen gegen Rassismus und Rechtsextremismus". In diesem Jahr behandelt das Programm der TUD verschiedene Themenschwerpunkte. Anlässlich von "Tacheles – Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen" liegt ein Fokus auf Antisemitismus. Anlässlich des "Roma Days" am 8. April, der sich zeitlich direkt an die Internationalen Wochen gegen Rassismus anließt, wird es zudem ein vielfältiges Programm zum Thema Antiromaismus und Antiziganismus geben.
Die Internationalen Wochen gegen Rassismus starten am 16. März 2026 und laufen in Dresden traditionell bis zum 6. April – dem Todestages von Jorge Gomondai, der am 6. April 1991 an den Folgen eines rassistischen Übergriffs in Dresden verstarb. Ein vielfältiges Rahmenprogramm innerhalb Dresdens bieten auch viele weitere Akteur:innen. Die Angebote sind auf dieser Website nachzulesen.
Programm
Andersdenkende haben die starke Neigung, sich aus dem Weg zu gehen. Das ist verständlich, da keine der beiden Seiten erwartet, dass eine Auseinandersetzung miteinander in irgendeiner Weise konstruktiv wird. Nur: Wer Andersdenkenden aus dem Weg geht, kann keinen Einfluss auf deren Einstellungen ausüben. Und genauso ist es bei denjenigen, die zwar die Begegnung suchen, aber nur auf Konfrontation aus sind.
Einfluss auf die Einstellungen anderer können Sie nicht erzwingen, Sie können sich diesen aber ‚verdienen‘, indem Sie sich aufrichtig bemühen, den Dialog auf einem bestimmten Niveau zu führen. Doch Vorsicht: Dieses Niveau wird nicht dadurch erreicht, dass Menschen abwechselnd Monologe halten. Es wird hingegen vor allem dadurch bestimmt, wie groß die Bereitschaft und Fähigkeit mindestens einer der beteiligten Personen ist, die Meinungen anderer umfassend verstehen zu wollen.
Ein Angebot vom Zentrum für Weiterbildung der TUD.
- Termine: 10.03.2026 09:00-17:00 Uhr & 11.03.2026, 09:00-16:00 Uhr
- Ort: Fritz-Foerster-Bau
- Zielgruppe: TUD-Beschäftigte
- Sprache: Deutsch
- Anmeldung via OPAL
In einem roten Audi A6 macht sich der Held aus Österreich auf nach Deutschland, um Bundeskanzler zu werden. Er hält an Autobahnraststätten und Penny-Parkplätzen, gerät in linke und rechte Demos, parkt mal vor dem Bundestag, mal auf einem Zirkusplatz und landet im Verhörzimmer der Polizei. Auf den Etappen trifft er skurrile Gestalten, die von einer apokalyptischen Zukunft zeugen, Pfarrer und Rabbis, Gott und sein zorniges jüdisches Ebenbild G'tt, Bekannte aus der Politik wie Gregor Gysi, Olaf Scholz und Alice Weidel. – Ein Roadtrip in Versen, der Fragen nach dem eigenen Glauben, nach Herkunft und Sexualität mit der Skizze eines fast realen Deutschlands verknüpft.
Yevgeniy Breyger, 1989 in Charkiw geboren, emigrierte im Alter von zehn Jahren aus der Ukraine nach Deutschland. Er lebt heute in Wien und arbeitet als Autor und Dozent für Sprachkunst.
Eine Veranstaltung der Professur für ältere und frühneuzeitliche deutsche Literatur und Kultur der TUD in Kooperation mit der SLUB. Sie wird gefördert mit Mitteln der Gesellschaft von
Freunden und Förderern der TU Dresden e. V.
- Datum: 18.03.2026, 18:30 Uhr
- Ort: SLUB, Klemperer-Saal (Zellescher Weg 18, 01069 Dresden)
- Moderation: Anastasia Averkova
- Eintritt frei
Prägnant zu formulieren, eine Sache auf den Punkt zu bringen, unter Stress und Zeitdruck das treffende Wort zu finden, ist nicht immer einfach. Es wird uns aber dennoch immer wieder abverlangt. Was in Wortmeldungen, Präsentationen oder Bewerbungsgesprächen zum Stolperstein werden kann, lässt sich freudvoll trainieren. Und genau dies werden wir im Workshop tun! Viele Übungen, Anregungen, Feedback und individuelle Tipps sowie ein Erproben im „geschützten“ Raum steigern die sprachliche und kommunikative Kompetenz.
Ein Angebot vom Zentrum für Weiterbildung der TUD.
- Termine: 19.-20.03.2026, je 09:00-16:30 Uhr
- Ort: Fritz-Foerster-Bau
- Zielgruppe: TUD-Angehörige, externe Interessierte
- Sprache: Deutsch
- Anmeldung via OPAL
Im Rahmen des Workshops lernen Sie anhand von Beispielen aus Ihrem Alltag, wie es gelingen kann, anderen – unabhängig von Sympathie, Herkunft, Geschlecht, Alter, Hierarchieebene usw. – urteilsfrei zuzuhören und die Bedeutung hinter den Worten Ihres Gegenübers zu verstehen. Ziel ist, neue Wege zu finden, über das Zuhören zu einem wechselseitigen Verständnis zu kommen, um den beruflichen Alltag wertschätzend gestalten zu können. Grundlage des Workshops ist das Gesprächsmodell der Gewaltfreien Kommunikation nach Dr. Marshall B. Rosenberg, das ein praxisnahes Werkzeug für einen empathischen Umgang zwischen den Menschen bietet.
Ein Angebot vom Zentrum für Weiterbildung der TUD.
- Termine: 24., 27. & 31.03.2026, je 09:00-11:30 Uhr
- Zielgruppe: TUD-Angehörige, externe Interessierte
- Sprache: Deutsch
- Anmeldung via OPAL
Über drei Generationen folgt EVOLUTION dem Schicksal einer jüdischen Familie von 1945 bis heute und geht der Frage auf den Grund, was es bedeutet, jüdisch zu sein: In einer verlassenen Gaskammer wird ein kleines Mädchen gefunden, das auf wundersame Weise überlebt hat. Jahrzehnte später in Budapest wird Éva, schon etwas dement, von ihrer Tochter Léna nach Geburtsurkunden und Ausweispapieren gefragt – doch alle offiziellen Dokumente, die sie besitzt, sind gefälscht, um ihre jüdische Herkunft zu verbergen. Und dann ist da noch Evas Enkel Jonás. Er ist gerade mit seiner Mutter nach Berlin gezogen und weiß gar nicht mehr, wer oder was er ist – nur das weiß er: Dass er sich als Jude in der Schule ausgeschlossen fühlt.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der SLUB.
- Datum: 30.03.2026, 18:30 Uhr
- Ort: SLUB, Klemperer-Saal (Zellescher Weg 18, 01069 Dresden)
- Eintritt frei.
Ich sehe was, was du nicht siehst – Sinti:zze und Rom:nja im Blick der TUD
Der Roma Day (8. April) ist ein internationaler Aktions- und Gedenktag, der an die Selbstorganisation der Sinti:zze und Rom:nja erinnert und auf ihre historische sowie gegenwärtige Diskriminierung aufmerksam macht.
Im dessen Rahmen und darüber hinaus richtet die Technische Universität Dresden ein Veranstaltungsprogramm aus, das sich der Sichtbarmachung von Sinti:zze und Rom:nja sowie der kritischen Auseinandersetzung mit antiziganistischem Rassismus widmet
Der Dokumentarfilm Gelem Gelem – Wir gehen einen langen Weg von Monika Hielscher und Matthias Heeder begleitet Rrom_nja-Familien, die Anfang der 1990er Jahre in Deutschland um ihr Bleiberecht kämpfen. Entstanden zwischen Herbst 1989 und Frühjahr 1991, zeigt der Film eindrücklich den Alltag, die Hoffnungen und den Widerstand von rund 1.500 Menschen, denen die Abschiebung nach Südosteuropa drohte.
Der Titel „Wir gehen einen langen Weg“ verweist auf eine Geschichte, die weit über den dokumentierten Zeitraum hinausreicht: auf Erfahrungen von Ausgrenzung, aber auch auf Solidarität, Zusammenhalt und Selbstorganisation. Mit öffentlichen Aktionen, Hungerstreiks, einem Protestmarsch durch Deutschland und der Besetzung des Kölner Doms machten die Familien ihre Situation sichtbar, getragen von dem Wunsch nach Sicherheit, Anerkennung und einem Leben in Würde.
Im Anschluss an den Film laden wir zu einem Gespräch mit Isidora Randjelović von RomaniPhen e.V. und inirromnja ein. Gemeinsam sprechen wir über die historischen Hintergründe des Films, über Rassismus und politische Kämpfe, vor allem aber über Perspektiven von Selbstermächtigung, Erinnerung und heutige Anschlussfragen.
Datum: 15.04.2026 18.30 Uhr Klemperer Saal SLUB
Weit denken, weil das Denkmal bereits steht.
Gndin dur, kaj o monumento lace si kothe.
Workshop zur Verfolgung und Vernichtung der Roma* und Sinti* im Nationalsozialismus mit künstlerischen Praxen
mit Stefanie Busch (Künstlerin), Renáta Horváthová und Kathrin Krahl vom Fachnetzwerk Antiziganismus/Antiromaismus
Die Verfolgung und Vernichtung der Roma* und Sinti* im Nationalsozialismus ist nahezu unsichtbar in dieser Stadt, in Europa. Gedenkstätten und Denkmäler mussten erkämpft werden, einige verfallen wieder. Das Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas soll einem Infrastrukturprojekt weichen. In Dresden steht eines der größeren Denkmäler in Deutschland, das an den Mord an den Sinti* und Roma* erinnert: Der Boxring 9841 – Ein Denkmal für Johann Rukeli Trollmann auf dem Gelände des Festspielhaus Hellerau. Ausgehend von diesem Denkmal untersuchen wir Architekturen und Praxen des Erinnerns - die damit einhergehenden Kämpfe, Formen und Ästhetiken. Welche Ideen, Gedanken, Politiken und Widerstände braucht es für das Erinnern an die Verfolgung und Ermordung der Roma* und Sinti* in dieser Gegenwart? Der Workshop sucht Antworten.
21. April 2026, 13-17 Uhr (Ort wird nach Anmeldung bekannt gegeben)
mit Renata Horváthová und Kathrin Krahl, Fachnetzwerk Antiziganismus/Antiromaismus
Eine Untersuchung des TU Campus auf Spuren der Diskriminierung, Verfolgung und Unsichtbarmachung von Rom:nja und Sinti:zze in Vergangenheit und Gegenwart
Das Stadtspiel untersucht »im Laufen« über den Campus Urbanität und Antiromaismus – den Rassismus gegenüber Rom:nja und Sinti:zze. Es sensibilisiert für die unmittelbare universitäre Umgebung und fragt: Von wem und für wen ist diese Universität gestaltet und erbaut? Wo sind Spuren vergangener Verfolgung der Sinti* und Roma* im Nationalsozialismus? Welche Namen tragen die Gebäude und wessen Namen finden sich nicht? Wer fühlt sich hier ausgeschlossen oder beobachtet? Was könnte man verändern, um den Raum „zugänglicher“ oder „gerechter“ zu machen?
Wir beginnen den Rundgang mit dem Vorstellen von historischen Quellen der Gedenkstätte Münchner Platz. Dieses Lernen im und mit dem Stadtraum hat enge Bezüge zu urbanen künstlerischen Praxen. Herzliche Einladung!
19. Mai 2026, 13 - 14:30 Uhr, Treffpunkt: Foyer der Gedenkstätte Münchner Platz Dresden, Münchner Platz 3, 01187 Dresden, Links neben der Freitreppe des Georg-Schumann-Bau
Mit Fotoarbeiten von Miklos Deri (Fotograf, Fotojournalist, Redakteur)
In seiner Serie Roma Body fotografierte er 2015 gestellte, komponierte Porträtpaare von Roma-Persönlichkeiten und stellte dabei die Stereotypen über Roma dem realen Leben der „Models“ und ihrer tatsächlichen Stellung in der Welt gegenüber. Mit diesen Meinungsfotos zeigte er die Absurdität negativer Stereotype auf. Mit seinen Bildern zum Thema Roma nahm er an mehreren internationalen Ausstellungen teil, unter anderem in Prag und Berlin.
Ausstellungsort: tba
© TUD
Projekt- und Kommunikations-koordinatorin Uni und Gesellschaft
NameElisabeth Krollpfeiffer
Eine verschlüsselte E-Mail über das SecureMail-Portal versenden (nur für TUD-externe Personen).
Dezernat 9 – Universitätskultur
Dezernat 9 – Universitätskultur
Postadresse:
Technische Universität Dresden Dezernat 9
01062 Dresden