Jan 20, 2026
Informatische Bildung von Anfang an: Konzepte für die Grundschule
Die Dozierenden bei der Begrüßung der BQL-Teilnehmenden
Am 13. Januar 2026 war das Team von BQL.Digital zu Gast bei Herrn Daniel Hey (BQL Dozent Grundschule, Fachbereich Sachunterricht) im virtuell umgesetzten Seminar des Sachunterrichts, um den BQL-Teilnehmenden Einblicke in die Umsetzung informatischer Bildung schon in der Grundschule zu ermöglichen. Genutzt wurden dafür Materialien, die im Rahmen der Projekte Sylber2 und PraxisdigitaliS entstanden sind. Ziel des Lehr-Lern-Angebots war es in dieser Lehrveranstaltung, grundlegende Konzepte der Informatik zu verstehen und zugleich altersgerechte Umsetzungsszenarien für die Grundschule anknüpfend an aktuelle Lehrpläne zu erproben.
Um den Einstieg möglichst alltagsnah zu gestalten, sammelten die BQL-Teilnehmenden zunächst Beispiele für Informatiksysteme aus der Lebenswelt von Grundschüler:innen. Ampeln, Aufzüge oder Ticketautomaten begegnen Kindern im täglichen Leben. Diese Beispiele wurden gleich genutzt, um die Funktionsweise von Informatiksystemen bestehend aus Eingabe, Verarbeitung und Ausgabe (kurz: EVA-Prinzip) zu erläutern: Der Aufzug kann beispielsweise durch das Drücken des Tasters (Eingabe) gerufen werden und kommt daraufhin u. a. angefahren und öffnet die Tür (Ausgabe).
Einen Einblick in die Verarbeitung der Daten durch Programme als Teil des EVA-Prinzips können kindgerechte Programmierumgebungen, wie Scratch, bieten. Dr. Christin Nenner verdeutlichte dies anhand eines Programms in der Programmierumgebung des Calliope mini. Aufbauend darauf diskutierten die BQL-Teilnehmenden zum Beispiel am Fieberthermometer, wann es sich um ein Informatiksystem handelt und wann nicht. Hier kommt es auf das exemplarisch gezeigte Fieberthermometer an. Es gibt sowohl analoge als auch digitale Thermometer. Zu den analogen gehören Thermometer, die die Temperatur über das Ausdehnen einer Flüssigkeit anzeigen. Digitale Thermometer bestehen aus Hardware und Software. Sie nehmen die Temperatur bspw. über einen Temperatursensor auf, die Software verarbeitet die so aufgenommen Daten (Verarbeitung) und das Ergebnis erscheint auf einem Display (Ausgabe).
Vorstellung des Calliope minis inklusive des MakeCode-Editors als Tool zur Umsetzung informatischer Bildung.
Anhand von digitalen Anzeigen zum Beispiel von Straßenbahnen näherten sich die Teilnehmenden der Codierung von Daten in Informatiksystemen in die Zustände Strom an und Strom aus repräsentiert durch 0 und 1. Dieser Einstieg ist auch mit Kindern möglich. Die Codierung von Text erprobten die Teilnehmenden anhand des Lernspiels „Ronjas Roboter – Sprich wie Roberta“ von der Stiftung Kinder forschen.
Weiter ging es für die BQL-Teilnehmenden mit der gemeinsamen Aufgabe, die Dozentin von BQL.Digital so zu „programmieren“, dass sie sich um einen vorgegebenen Tisch bewegt und wieder in der Ausgangsposition ankommt. Sie entwickelten eindeutige und ausführbare Programmierbefehle – wie „eine Vierteldrehung nach links“ oder „einen Schritt nach vorn“ - und nutzten diese anschließend für eine Programmsequenz. Auch mit Kindern kann das Programmieren spielerisch eingeführt werden, indem sie sich bei Einmal Roboter sein gegenseitig steuern. Im Anschluss kann die Thematik mithilfe von ScratchJr, Bee-Bot, MatataLab oder Calliope mini vertieft und kreativ erweitert werden. Wie das konkret aussehen kann, wurde den BQL-Teilnehmenden exemplarisch vorgeführt. In Lehr-Lern-Veranstaltungen in Präsenz können die Teilnehmenden, diese Tools selbst erproben und erste Erfahrungen mit ihnen sammeln.
Exemplarisches Vorführen von BeeBot und MatataLab
Im Lehr-Lern-Angebot „Informatische Bildung in der Grundschule“ erhielten die BQL-Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene informatischen Kenntnisse zu (re-)aktivieren und zu erweitern. Der Fokus lag dabei auf dem Transfer für die Grundschule. Dazu bekamen die Teilnehmenden konkrete Umsetzungsszenarien und Lehr-Lern-Materialien als Quellen der Inspiration an die Hand. Die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigten, wie gewinnbringend sie die Verbindung aus fachlicher Auffrischung, praxisnahen Impulsen und konkreten Materialien für ihre zukünftige Unterrichtsgestaltung erlebten.
Weitere Einblicke in Lehr-Lern-Angebote zu informatischer Bildung in der wissenschaftlichen Ausbildung der berufsbegleitenden Qualifizierung von Lehrkräften an der TU Dresden finden Sie hier: