Studienbegleitendes Angebot: Theater – sehen, denken, spielen

Projektfoto Kinder der Zeit © Maximilian Helm Projektfoto Kinder der Zeit © Maximilian Helm
Projektfoto Kinder der Zeit

© Maximilian Helm

Warum dieses studienbegleitende Angebot?

Auch wenn es kein Fach „Darstellendes Spiel“ in Sachsen gibt, so wird dem Theater nicht nur im Fach Deutsch ein besonderer Stellenwert im Rahmen der kulturellen Bildung beigemessen. Schülerinnen und Schülern aller Schularten und Schulstufen soll deshalb ein Zugang zu unterschiedlichen theatralen Formen ermöglicht werden und sie sollen ästhetische Erfahrungen vertiefen und reflektieren. Dabei gilt es Rezeption und Produktion in ein konstruktives Verhältnis zu setzen. Mit Blick auf die Lehreraus- und -weiterbildung besteht hier Handlungsbedarf, denn um die Realisierung der in den Lehrplänen für das Fach Deutsch beschriebenen Ziele zu ermöglichen, müssen die Lehrenden bzw. Lehramtsstudierenden entsprechende Kompetenzen und Wissensbestände erwerben.

Ziel des studienbegleitenden Angebots ist es deshalb, den Studierenden des Faches Deutsch die Möglichkeit zu bieten, sich mit theaterwissenschaftlichen, theaterpraktischen sowie theaterpädagogischen Themen in unterschiedlichen Lehr- und Lernformen auseinanderzusetzen. Zudem ist neben den genannten fachspezifischen Aspekten aus der Perspektive einer ganzheitlichen Lehrerbildung zu bedenken, dass performative Kompetenzen zu den zentralen Facetten des Lehrerberufs zählen: Stimme, Körpersprache sowie Dramaturgie und Inszenierung der Unterrichtsstunde seien hierfür als Stichworte genannt.

Aufbau und Verlauf des studienbegleitenden Angebots

Das studienbegleitende Angebot besteht aus drei Modulen mit insgesamt 14 SWS, die jeweils theoretische und praktische Zugänge miteinander verbinden und in 3 Semestern absolviert werden können.
Folgender 'Laufzettel' dient ausgefüllt und vom jeweiligen Dozierenden unterschrieben als Nachweis für die erbrachten Prüfungsleistungen und ist Voraussetzung für die Ausstellung des Zertifikats.
Eine Verteilung auf mehre Semester ist möglich; spätestens im Sommersemester 2020 sollten jedoch alle Module absolviert worden sein, da es sich (vorerst) um ein befristetes Angebot handelt.

Modul 1 „Spielpraxis“

Ziel dieses Moduls ist die Ausweitung und Vertiefung der eigenen theatralen Spielerfahrung, die wesentlich für die zukünftige szenische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern ist und zudem auch ein Körperbewusstsein für die alltägliche Lehr-Performance im Klassenzimmer schafft. Neben schauspielerischem Grundhandwerk werden verschiedene Theaterformen in ihren ästhetischen Spezifika und Potentialen sowie Inszenierungsansätze vermittelt. Die Studierenden sollen dabei sowohl die Perspektive des Spielenden als auch des Anleitenden kennenlernen.

Inhalte:

  • praktische Körper- und Sprechübungen
  • Monologarbeit und Szenenstudium
  • Grundlagen der szenischen Darstellung und Vielfalt theatraler Spielformen
  • Ansätze der Inszenierung und Spielleitung

Lehrformen:

eine theaterpraktische Übung (4 SWS)

Anrechenbarkeit:

Diese Übung kann im Ergänzungsbereich Lehramt als (über)fachliche Vertiefung mit 4 Basispunkten angerechnet werden: EGS - SEGS / SEMS-3 / SEGY-3 / SEBS-2 – nähere Informationen sind dem Katalog des ZLSB zu entnehmen: https://tu-dresden.de/zlsb/lehramtsstudium/ergaenzungsbereich

Modul 2 „Theaterrezeption“

Im Mittelpunkt dieses Moduls steht die Beobachtung, Versprachlichung und Kontextualisierung von theatralen Prozessen. Dabei werden zum einen Einblicke in die Geschichte des Theaters vermittelt, zum anderen wird in grundlegende theaterwissenschaftliche Analyseverfahren eingeführt. Ein zentraler Punkt ist dabei ‒ gerade auch aus der Perspektive des Faches Deutsch ‒ die Reflexion des Verhältnisses von (Dramen-)Text und Inszenierung sowie der medialen Transformationen.

Inhalte:

  • medienwissenschaftliche und kulturgeschichtliche Kontextualisierung
  • Formen des Gegenwartstheaters
  • Dramenanalyse
  • Grundlagen der Aufführungs- und Inszenierungsanalyse

Lehrformen:

zwei Seminare: „Theatergeschichte“/“Aufführungs- und Inszenierungsanalyse“ (je 2 SWS)

Anrechenbarkeit:

Diese Seminare können innerhalb des Vertiefungsmoduls Literatur und Kultur (DEU-V1LIT) der jeweiligen Lehramtsstudiengänge und im Fach-Bachelor-Germanistik (2V-LIT) angerechnet werden – siehe die jeweiligen Studienordnungen: https://tu-dresden.de/gsw/slk/studium/beratung-und-service/ordnungen/index

Modul 3 „Theaterpädagogik“

Im Zentrum dieses Moduls stehen Fragen der Vermittlung theatraler Erfahrungen sowie die Erkundung der Bezüge von Theater und Schule. Dabei sollen Einblicke in verschiedene theaterpädagogische Ansätze vermittelt und eigene Konzeptionen im Rahmen eines Abschlussprojektes entwickelt und erprobt werden. Ziel ist es zudem, Verbindungen zu Fragen der ästhetischen und literarischen Bildung im Fach Deutsch aufzuzeigen und beispielsweise Verfahren der szenischen Interpretation in der Auseinandersetzung mit literarischen Texten zu erproben und zu reflektieren.

Inhalte:

  • theaterpädagogische Ansätze und Vermittlungsformen
  • Hospitation, Konzeption und Durchführung von theaterpädagogischen Angeboten
  • Inszenierungsanalyse und szenische Verfahren im Deutschunterricht
  • Erarbeitung eines eigenen künstlerischen Abschlussprojektes

     Lehrformen:

ein Seminar (2 SWS) und ein theaterpraktisches/-pädagogisches Projekt (4 SWS)

Das Abschlussprojekt kann erst nach der erfolgreichen Teilnahme an Modul 1 und 2 sowie dem Seminar in Modul 3 durchgeführt werden.

Anrechenbarkeit:

Das Seminar kann innerhalb des literaturdidaktischen Vertiefungsmoduls (DEU-VFD1/2LIT)  der Lehramtsstudiengänge angerechnet werden – siehe die jeweiligen Studienordnungen: https://tu-dresden.de/zlsb/lehramtsstudium/studiendokumente

Zielgruppe und Anmeldung

Das Angebot richtet sich primär an Lehramtsstudierende des Faches Deutsch ab dem 2. Studienjahr; diese werden bei den jeweiligen Einschreibungen zu den Modulen bevorzugt behandelt.
Freie Platzkapazitäten können in Einzelfällen auch an Lehramtsstudierende andere Fächer vergeben werden.
Eine grundsätzliche Öffnung für alle Lehramtsstudierende ist längerfristig angedacht, ebenso die Möglichkeit der Weiterbildung für Studierende und Mitarbeiter der TUD sowie Lehrende im Schuldienst

Anmeldung per Email unter: matthias.spaniel@tu-dresden.de

Ansprech- und Kooperationspartner

Matthias Spaniel
Lehrkraft für besondere Aufgaben / Leitung Begleitstudium "Theater"
Institut für Germanistik der TU Dresden, Lehrstuhl Prof. Dr. Dorothee Wieser

Sprechzeit im SS 2017: Donnerstags, 17 – 18 Uhr, Wiener Str. 48 / Raum 203.b (Anmeldung per Email)
Email matthias.spaniel@tu-dresden.de

die bühne – das Theater der TUD

tjg. theater junge generation Dresden

Kooperation Schule und Theater in Sachsen

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Susanne Panno
Letzte Änderung: 09.02.2017