Open Science Initiative

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Initiatoren: Stefan Scherbaum, Daniel Leising

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Mission Statement

Die Grundlage einer jeden empirischen Wissenschaft ist das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Forschungsergebnissen. Der Ansatz der Open Science bietet konkrete Handlungsempfehlungen, um die Verlässlichkeit der eigenen Forschungsarbeit zu verbessern und dies auch kenntlich zu machen. Hierzu gehören unter anderem die folgenden Maßnahmen:

  • Veröffentlichung der eigenen Forschungsdaten und Freigabe für die Nutzung durch andere,
  • Veröffentlichung der eigenen Forschungsmaterialien (z.B. Instruktionen und Auswertungsskripte),
  • Präregistrierung von Design, Hypothesen und Auswertungsschritten eigener Untersuchungen inklusive einer a-priori-Fallzahlschätzung, um ausreichende statistische Power sicherzustellen,
  • Regelmäßige Replikation von Befunden.

Mehr und mehr werden diese Open Science Praktiken nicht nur gefördert, sondern sogar ausdrücklich gefordert, beispielsweise bei der Publikation in Fachzeitschriften und auch bei der Einwerbung von Drittmitteln.

Für viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wirkt dieser Trend zu Open Science aber auch verunsichernd und wirft viele Fragen auf, wie z.B.

  • Muss ich alle meine Studien präregistrieren? Darf ich dann gar nicht mehr meine Daten nach interessanten Zusammenhängen explorieren?
  • Wie soll ich für die Präregistrierung einer Studie in einem neuen Forschungsgebiet überhaupt wissen, wie die Daten für die Auswertung beschaffen sein werden?
  • Muss ich immer alle Daten veröffentlichen? Wie kann ich noch forschen, wenn meine Daten personenbezogene Elemente enthalten oder so umfangreich sind, dass sie noch viel aufwendiger ausgewertet werden müssten?
  • Kann jeder einfach meine aufwendig entwickelten Paradigmen nutzen, wenn ich diese mitveröffentlichen muss?
  • Führt eine Anwendung dieser teilweise aufwendigen Praktiken dazu, dass ich im Vergleich zu anderen jungen Wissenschaftlern einen Karrierenachteil habe?

Die Frage der Karriereplanung beschäftigt dabei den Nachwuchs zu Recht: Die Verbesserung der methodischen Qualität geht in der Regel mit reduzierter Quantität (geringerem Publikationsoutput) einher, womit schnell ein direkter Widerspruch zu derzeit gängigen Anreizsystemen und Evaluationskriterien im wissenschaftlichen Berufsumfeld entstehen kann.

Als wir mit unseren ersten Versuchen im Bereich Open Science begannen, trieben uns diese und viele weitere Fragen ebenfalls um. In Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen, der Auseinandersetzung mit der Literatur und durch Ausprobieren fanden wir erste Antworten und entdeckten, dass es sogar Freude machen kann, Open Science Praktiken einzusetzen.

Die Open Science Initiative der Fakultät Psychologie will Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen, Open Science Praktiken umzusetzen und sich mit Kolleginnen und Kollegen über die dabei entstehenden Erkenntnisgewinne, aber auch Probleme auszutauschen. Wir sehen uns als gemeinsam Lernende mit dem Ziel, unsere Arbeit zu verbessern, unseren eigenen wissenschaftlichen Befunden Qualität und Verlässlichkeit zu verleihen, die Freude an dieser neuen Art von wissenschaftlichem Arbeiten zu entdecken und schließlich unserem gesellschaftlichen Auftrag gerecht zu werden.

Ziele der Open Science Initiative

  • Beobachten der internationalen Entwicklungen im Bereich Forschungstransparenz und Open Science, sowie Kommunikation dieser Entwicklungen innerhalb der Fakultät Psychologie,
  • Organisation von Workshops und Weiterbildungen zum Thema Open Science,
  • gegenseitige Beratung und Unterstützung bei der Implementierung von Open Science Praktiken sowie Austausch über die Vor- und Nachteile von Open Science Methoden im Rahmen der Standards guter wissenschaftlicher Praxis und Forschungstransparenz,
  • Entwicklung konkreter Vorschläge zu Kriterien bei Berufungen, Tenure Track Evaluation, Betreuung von Doktoranden, Lehre,
  • mittelfristig die Entwicklung eines gemeinsamen Standpunkts in der Fakultät zu den jeweiligen Bereichen der Open Science, gründend auf gemeinsamen wissenschaftlichen Werten.

OSIP auf dem Open Science Framework

https://osf.io/whrzg/

Informationen zu Open Science

Antworten auf Fragen und Informationen zum Start mit Open Science

Open Science Knowledge Base (Open Science Kommission der Psychologie der Universität Landau)
Open Science Toolbox (LMU München)
Open Science leicht gemacht

Plattformen und Initiativen zu Open Science

Netzwerk der Open Science Initiativen
Center for Open Science
Open Science Framework (Projektmanagement, Präregistrierung, Data Storage)
AsPredicted (Präregistrierungsplattform)
Open Science Center der LMU München
ZPID -Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation
Paywall - Filmisches Plädoyer für Open Access

Selbstverpflichtungen zu Open Science

http://www.researchtransparency.org/ (Selbstverpflichtung zur Transparenz in der wissenschaftlichen Arbeit)
https://opennessinitiative.org/ (Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Open Science Prinzipien als Reviewer)

Beteiligte

Wir laden alle an der Fakultät Psychologie tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein, sich an der Initiative zu beteiligen. Senden Sie eine E-Mail an openscience@mailbox.tu-dresden.de. Um sich an der Initiative zu beteiligen, bitten wir Sie um Folgendes:

  • Bitte senden Sie uns ein kurzes Statement zu Ihrer Motivation.
  • Wenn Sie selbst schon bestimmte Maßnahmen implementieren, unterstützen oder entsprechende Statements unterzeichnet haben, teilen Sie uns dies bitte mit.
  • Bitte verlinken Sie von Ihrer Arbeits-Website (persönlich oder auf Abteilungsebene) auf die Seite der Inititative.

Ihr Motivationsstatement und die von Ihnen implementierten Maßnahmen werden wir auf dieser Website neben Ihrem Namen aufführen.

Stefan Scherbaum

Motivation: Verlässliche Wissenschaft ist ein Grundwert einer offenen Gesellschaft. Wir sind in der Pflicht, diesen Grundwert gegen fehllenkende Anreizsysteme zu verteidigen.

Erfahrung: Präregistrierte Studien, Open Data, Replikationen, Open Access

Homepage

Daniel Leising

Motivation: Im derzeitigen Wissenschaftssystem bestehen zu viele systematische Fehlanreize, die die eigentliche Kernfunktion wissenschaftlichen Arbeitens (Gewinn echter Erkenntnis zum Wohle aller) erheblich unterminieren. Das muss und wird sich ändern.

Erfahrung: Präregistrierte Studien, Open Data, Open Materials, Replikationen, Open Access

Homepage

Michael Höfler

Motivation: Open Science dient den Werten der Ehrlichkeit, Transparenz und Wahrheitsliebe guter wissenschaftlicher Praxis. Hier hat die Spießerweisheit "ich habe nichts zu verbergen" ihre Berechtigung, weil die wissenschaftliche Gemeinschaft ein Recht hat nachzuvollziehen, wie eine Studie gemacht wurde.

Ausführliche Stellungnahme

Homepage

Alexander Strobel

Motivation: Angesichts schwindenden Vertrauens in allen Bereichen unserer Gesellschaft ist Open Science ein unerlässlicher Beitrag, den die Wissenschaft dazu leisten kann, Vertrauen wiederherzustellen.

Erfahrung: Open Access, Open Data, Open Materials

Homepage

Sebastian Pannasch

Motivation: Ich verstehe Wissenschaft als Versuch sich systematisch der Wahrheit anzunähern. Die Open Science Methoden sehe ich als grundlegende Notwendigkeit, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Erfahrungen; Open Access, Replikationen

Homepage

Veronika Job

Motivation: Hohe Qualität in der Forschung ist mir ein großes Anliegen. Open Science Techniken zeigen Wege auf, wie diese erhöht werden kann, weshalb ich lernen möchte, sie richtig und weise einzusetzen. Ich möchte Replizierbarkeit sicherstellen und dabei Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gut betreuen und fördern. Das Ziel ist es, Studien durchzuführen, die den aktuellen Qualitätsstandards entsprechen und dabei kreativ und sowohl theoretisch als auch praktisch relevant sind. Ich nehme das als große Herausforderung wahr.

Erfahrungen: Mitarbeit bei und Betreuung von präregistrierten Studien, Open Data, Open Materials, Open Access

Homepage

Matthias Rudolf

Motivation: Präregistrierung spezifischer statistischer Hypothesen und vorgesehener Auswertungsschritte, a-priori-Fallzahlberechnungen sowie konsequente Trennung konfirmatorischer und exploratorischer Analyseergebnisse müssen zum Standard guter empirischer Forschung werden. Dafür - und nicht dagegen - müssen Anreize geschaffen werden.

Erfahrungen: OpARA, Statistische Datenanalyse (allgemein)

Homepage

Robert Miller

Motivation - Die vergangenen Jahre demonstrierten uns auf geradezu peinliche Art und Weise, dass öffentlich finanzierte Forschung unter Performanzdruck und ohne hinreichende institutionelle Lenkung nur selten belastbare Erkenntnisse generiert. Es liegt daher an uns selbst Qualitätssicherungssysteme aufzubauen mit denen fragwürdige wissenschaftliche Praktiken minimiert werden und so verloren gegangenes Vertrauen wieder aufgebaut werden kann.

Erfahrungen - Präregistrierung, Äquivalenz-Studien / Replikationen, Strukturiertes Reporting, Open Access, Open Data, Open Materials

Homepage

Diana Vogel

Motivation: Gerade DoktorandInnen stehen in Hinblick auf ihre Karriere häufig unter dem Druck, möglichst viele signifikante Ergebnisse zu produzieren, um möglichst viel publizieren zu können. Open Science ist ein Weg, dies zu ändern. Bei der Bewertung von Forschungstätigkeiten müssen die Qualität und das Innovationspotenzial der Beiträge Vorrang vor der Quantität bekommen. Gute Wissenschaft darf nicht karriereschädlich sein.

Erfahrungen: Präregistrierte Studie, Open Data, Organisation eines DoktorandInnen-Tags zum Thema Open Science und Publikationsprozess

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Denise Dörfel

Motivation: Seit Jahren nagt es an mir, dass in unserer Art und Weise, wie wir wissenschaftlich arbeiten etwas nicht stimmen kann. Mehrmals fand ich mich in der Situation wieder dass ich mit Freude meine Datenerhebung und –auswertung abgeschlossen hatte und dann … Kein signifikantes Ergebnis! Alle Beteiligten inkl. mir selbst reagierten meist mit mehr oder weniger starken negativen Emotionen. Aber warum? Weil die Karriere und das Ansehen von uns Wissenschaftlern an der Anzahl der bestätigten wissenschaftlichen Hypothesen gemessen wird und wie hochrangig diese publiziert werden. Dabei war und ist leider immer noch nachrangig ob die Studie und alle Datenverarbeitungs- und auswertungsschritte genügend Qualität aufwiesen. Da Menschen eine hohe Motivation haben negative Emotionen zu vermeiden, ist es nicht verwunderlich, dass viele Wissenschaftler (und da kann ich mich nicht ausnehmen) mehr oder weniger bewusst Praktiken anwenden, um doch noch zu signifikanten Ergebnissen zu kommen. Der für mich vielversprechendste Weg, diese Kreisläufe zu durchbrechen liegt erstens in der Veränderung unserer Arbeitsweisen hin zu kompletter Open Science, zweitens aber auch in einem Umdenken bezüglich der Bewertung von Wissenschaftlern und wissenschaftlichen Ergebnissen. Auch wenn ich das als große Herausforderung empfinde, möchte ich in Lehre und Forschung diesen Weg unterstützen und mitgehen.

Erfahrung: Vermittlung guter wissenschaftlicher Praxis in der Lehre, Open Access

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Martin Schoemann

Motivation: Eine notwendige Bedingung für Wissenschaft ist die Nachvollziehbarkeit und Überprüfbarkeit der getroffenen Urteile. Open Science kann dabei helfen, dass die Psychologie eine Wissenschaft bleiben kann, ohne dass ihre Definition geändert werden muss.

Erfahrung: Präregistrierte Studien, Open Data, Open Analysis, Open Materials, OSF

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Anne Gärtner

Motivation: Im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen können zentrale Ergebnisse oft gar nicht, nur teilweise oder mit deutlich geringerer Effektstärke repliziert werden. Diese Befunde sind aber ebenso bedeutsam und müssen genau wie alle anderen kommuniziert werden. Dafür ist Open Science unerlässlich. 

Erfahrungen: Replikationen, Open Data, Organisation eines DoktorandInnen-Tags zum Thema Open Science und Publikationsprozess

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Christoph Scheffel

Motivation: Als Doktorand in den ersten Zügen meiner Promotion möchte ich von Anfang an zu einer verlässlicheren Wissenschaft beitragen. Mit Hilfe von Open Science möchte ich Erkenntnisse generieren, welchen die wissenschaftliche Gemeinschaft und ich selbst vertrauen können.

Erfahrungen: Mitarbeit an SOPs nach Open Science, Open Access, Forschungsdatenmanagement

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Ulrike Senftleben

Motivation: Open Science fördert die Transparenz und Replizierbarkeit unserer Forschung und ermutigt dazu Forschungsprojekte von Beginn an detaillierter zu planen. So hilft Open Science uns dabei bessere Wissenschaft zu betreiben.

Erfahrungen: Präregistrierte Studien, OSF

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Anja Kräplin

Motivation: Die Freiheit von Wissenschaft und Lehre ist nicht selbstverständlich. Sie gibt uns die einzigartige Möglichkeit, systematisch Erkenntnisse zu gewinnen und uns ungehindert der Wahrheit annähern zu können. Dieses wertvolle Ziel ist jedoch in der psychologischen Forschung in den letzten Jahren stark in den Hintergrund getreten, bedingt durch ein komplexes und multifaktorielles Geschehen was sowohl individuelles Fehlverhalten als auch strukturelle Gründe beinhaltet. Diese Entwicklung ist nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht bedenklich, sondern auch aus ethischer Sicht. Bei einer empirischen Wissenschaft, die vor allem Studien am Menschen durchführt, muss hervorgehoben werden, dass Studien mit geringer Glaubwürdigkeit schlichtweg unethisch sind. Open Science ist für mich eine Möglichkeit zu der Veränderung beizutragen, die ich mir für die psychologische Wissenschaft als Ganzes und die Studienteilnehmer*innen im Speziellen wünsche.

Erfahrung: Mitglied der Ethikkommission, Kursteilnahme „Gute wissenschaftliche Praxis“, Replikationen, Bayes'sche Statistik, OpARA, OSF (just started)

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Stefan Scherbaum
Letzte Änderung: 22.11.2018