Open Science Initiative

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Initiatoren: Stefan Scherbaum, Daniel Leising

Termine & Veranstaltungen

  • Q&A zum Thema "Open Access" mit Manuela Queitsch und Matti Stöhr (SLUB): 18.10.2018, 10 Uhr, Talleyrand-Zimmer der SLUB
  • OSIP-Treffen - Diskussion und Beratung:
    25.10., 9.00-11.00 Uhr, BZW A227
  • Open Science Workshop mit Julia Rohrer: 30.11.2018 (weitere Details folgen)

Mission Statement

Die Grundlage einer jeden empirischen Wissenschaft ist das Vertrauen in die Verlässlichkeit von Forschungsergebnissen. Der Ansatz der Open Science bietet konkrete Handlungsempfehlungen, um die Verlässlichkeit der eigenen Forschungsarbeit zu verbessern und dies auch kenntlich zu machen. Hierzu gehören unter anderem die folgenden Maßnahmen

  • Veröffentlichung der eigenen Forschungsdaten und Freigabe für die Nutzung durch andere
  • Veröffentlichung der eigenen Forschungsmaterialien (z.B. Instruktionen und Auswertungsskripte)
  • Präregistrierung von Design, Hypothesen und Auswertungsschritten eigener Untersuchungen inklusive einer a-priori-Fallzahlschätzung, um ausreichende statistische Power sicherzustellen
  • Regelmäßige Replikation von Befunden

Mehr und mehr werden diese Open Science Praktiken nicht nur gefördert, sondern sogar ausdrücklich gefordert, beispielsweise bei der Publikation in Fachzeitschriften und auch beim Erwerb von Drittmitteln.

Für viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wirkt dieser Trend zu Open Science aber auch verunsichernd und wirft viele Fragen auf, wie z.B.

  • Muss ich alle meine Studien präregistrieren? Darf ich dann gar nicht mehr meine Daten nach interessanten Zusammenhängen explorieren?
  • Wie soll ich für die Präregistrierung einer Studie in einem neuen Forschungsgebiet überhaupt wissen, wie die Daten für die Auswertung überhaupt beschaffen sein werden?
  • Muss ich immer alle Daten veröffentlichen? Wie kann ich noch Forschen, wenn meine Daten personenbezogene Elemente enthalten oder so umfangreich sind, dass sie noch viel aufwändiger ausgewertet werden müssten?
  • Kann jeder einfach meine aufwändig entwickelten Paradigmen nutzen, wenn ich diese mitveröffentlichen muss?
  • Führt eine Anwendung dieser teilweise aufwändigen Praktiken dazu, dass ich im Vergleich zu anderen jungen Wissenschaftlern einen Karriernachteil habe?

Die Frage der Karriereplanung beschäftigt dabei den Nachwuchs zu recht: Die Verbesserung der methodischen Qualität geht in der Regel mit reduzierter Quantität (geringerem Publikationsoutput) einher, womit schnell ein direkter Widerspruch zu derzeit gängigen Anreizsystemen und Evaluationskriterien im wissenschaftlichen Berufsumfeld entstehen kann.

Als wir mit unseren ersten Versuchen im Bereich Open Science begannen, trieben uns diese und viele weitere Fragen auch um. In Gesprächen mit Kollegen, der Auseinandersetzung mit der Literatur und durch Ausprobieren fanden wir erste Antworten und entdeckten, dass es sogar Freude machen kann, Open Science Praktiken einzusetzen.

Die Open Science Initiative der Fakultät Psychologie will Forscherinnen und Forscher dabei unterstützen, Open Science Praktiken umzusetzen und sich mit Kolleginnen und Kollegen über die dabei entstehenden Erkenntnisgewinne, aber auch Probleme auszutauschen. Wir sehen uns als gemeinsam Lernende mit dem Ziel, unsere Arbeit zu verbessern, unseren eigenen wissenschaftlichen Befunden Qualität und Verlässlichkeit zu verleihen, die Freude an dieser neuen Art von wissenschaftlichem Arbeiten zu entdecken und schließlich unserem gesellschaftlichen Auftrag gerecht zu werden.

Ziele der Open Science Initiative

  • Beobachten der internationalen Entwicklungen im Bereich Forschungstransparenz und Open Science, sowie Kommunikation dieser Entwicklungen innerhalb der Fakultät Psychologie
  • Organisation von Workshops und Weiterbildungen zum Thema Open Science
  • Gegenseitige Beratung und Unterstützung bei der Implementierung von Open Science Praktiken sowie Austausch über die Vor- und Nachteile von Open Science Methoden im Rahmen der Standards guter wissenschaftlicher Praxis und Forschungstransparenz.
  • Entwicklung konkreter Vorschläge zu Kriterien bei Berufungen, Tenure Track Evaluation, Betreuung von Doktoranden, Lehre
  • Ein mittelfristiges Ziel ist die Entwicklung eines gemeinsamen Standpunkts in der Fakultät zu den jeweiligen Bereichen der Open Science, gründend auf gemeinsamen wissenschaftlichen Werten.

Informationen zu Open Science

Open Science Knowledge Base (Open Science Kommission der Psychologie der Universität Landau)
Center for Open ScienceOpen Science Framework (Information, Projektmanagement, Präregistrierung, Data Storage)
Open Science Center der LMU München
ZIPD -Leibniz-Zentrum für Psychologische Information und Dokumentation 
http://www.researchtransparency.org/ (Selbstverpflichtung zur Transparenz in der wissenschaftlichen Arbeit), https://opennessinitiative.org/ (Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Open Science Prinzipien als Reviewer)

Beteiligte

Wir laden alle an der Fakultät Psychologie tätigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein, sich an der Initiative zu beteiligen. Senden Sie eine Email an openscience@mailbox.tu-dresden.de. Um sich an der Initiative zu beteiligen bitten wir Sie um folgendes:

  • Bitte senden Sie uns ein kurzes Statement zu Ihrer Motivation.
  • Wenn Sie selbst schon bestimmte Maßnahmen implementieren, unterstützen oder entsprechende Statements unterzeichnet haben, teilen Sie uns dies bitte mit.
  • Bitte verlinken Sie von Ihrer Arbeits-Website (persönlich oder auf Abteilungsebene) auf die Seite der Inititative

Ihr Motivationsstatement und die von Ihnen implementierten Maßnahmen werden wir auf dieser Website neben Ihrem Namen aufführen.

Stefan Scherbaum

Motivation: Verlässliche Wissenschaft ist ein Grundwert einer offenen Gesellschaft. Wir sind in der Pflicht, diesen Grundwert gegen fehllenkende Anreizsysteme zu verteidigen.

Erfahrung: Präregistrierte Studien, Open Data, Replikationen, Open Access

Homepage

Daniel Leising

Motivation: Im derzeitigen Wissenschaftssystem bestehen zu viele systematische Fehlanreize, die die eigentliche Kernfunktion wissenschaftlichen Arbeitens (Gewinn echter Erkenntnis zum Wohle aller) erheblich unterminieren. Das muss und wird sich ändern.

Erfahrung: Präregistrierte Studien, Open Data, Open Materials, Replikationen, Open Access

Homepage

Michael Höfler

Motivation: Open Science dient den Werten der Ehrlichkeit, Transparenz und Wahrheitsliebe guter wissenschaftlicher Praxis. Hier hat die Spießerweisheit "ich habe nichts zu verbergen" ihre Berechtigung, weil die wissenschaftliche Gemeinschaft ein Recht hat nachzuvollziehen, wie eine Studie gemacht wurde.

Ausführliche Stellungnahme

Homepage

Alexander Strobel

Motivation: Angesichts schwindenden Vertrauens in allen Bereichen unserer Gesellschaft ist Open Science ein unerlässlicher Beitrag, den die Wissenschaft dazu leisten kann, Vertrauen wiederherzustellen.

Erfahrung: Open Access, Open Data, Open Materials

Homepage

Sebastian Pannasch

Motivation: Ich verstehe Wissenschaft als Versuch sich systematisch der Wahrheit anzunähern. Die Open Science Methoden sehe ich als grundlegende Notwendigkeit, um diesem Anspruch gerecht zu werden.

Erfahrungen; Open Access, Replikationen

Homepage

Veronika Job

Motivation: Hohe Qualität in der Forschung ist mir ein großes Anliegen. Open Science Techniken zeigen Wege auf, wie diese erhöht werden kann, weshalb ich lernen möchte, sie richtig und weise einzusetzen. Ich möchte Replizierbarkeit sicherstellen und dabei Nachwuchswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gut betreuen und fördern. Das Ziel ist es, Studien durchzuführen, die den aktuellen Qualitätsstandards entsprechen und dabei kreativ und sowohl theoretisch als auch praktisch relevant sind. Ich nehme das als große Herausforderung wahr.

Erfahrungen: Mitarbeit bei und Betreuung von präregistrierten Studien, Open Data, Open Materials, Open Access

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Matthias Rudolf

Motivation: Präregistrierung spezifischer statistischer Hypothesen und vorgesehener Auswertungsschritte, a-priori-Fallzahlberechnungen sowie konsequente Trennung konfirmatorischer und exploratorischer Analyseergebnisse müssen zum Standard guter empirischer Forschung werden. Dafür - und nicht dagegen - müssen Anreize geschaffen werden.

Erfahrungen: OpARA, Statistische Datenanalyse (allgemein)

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Robert Miller

Motivation - Die vergangenen Jahre demonstrierten uns auf geradezu peinliche Art und Weise, dass öffentlich finanzierte Forschung unter Performanzdruck und ohne hinreichende institutionelle Lenkung nur selten belastbare Erkenntnisse generiert. Es liegt daher an uns selbst Qualitätssicherungssysteme aufzubauen mit denen fragwürdige wissenschaftliche Praktiken minimiert werden und so verloren gegangenes Vertrauen wieder aufgebaut werden kann.

Erfahrungen - Präregistrierung, Äquivalenz-Studien / Replikationen, Strukturiertes Reporting, Open Access, Open Data, Open Materials

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Stefan Scherbaum
Letzte Änderung: 21.09.2018