Porträt Professor Tajmar

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© Christian Hüller

Prof. Dipl.-Ing. Dr. Martin Tajmar ist seit März 2012 Inhaber der Professur für Raumfahrtsysteme und seit November 2014 Direktor des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik. Er wurde 1974 in Wien geboren.

Ohne Raumfahrtsysteme … gäbe es im Auto kein Navigationssystem, zu Hause kein Satellitenfernsehen, keine gute Wettervorhersage (wenn es die überhaupt gibt!) … und wir hätten viele aktuelle Fragen der Wissenschaft wie z. B. „Was ist dunkle Energie?“ gar nicht erst stellen können. Die Raumfahrt ermöglicht nicht nur neue Beobachtungen, sondern sie ist auch ein Technologietreiber für Innovationen – das Paradebeispiel hierfür ist die  Teflon-Antihaftbeschichtung der Bratpfanne. Der Raumfahrt-Ingenieur steht vor der Herausforderung ein System zu entwickeln mit kleinstem Gewicht und geringster Energieaufnahme – und ganz nebenbei soll es noch 15 Jahre absolut wartungsfrei in einer Vakuum-Umgebung mit starken Temperaturschwankungen funktionieren. Kein Wunder also, dass viele andere Industriezweige wie die Auto- oder Energiebranche sich um diese Ingenieure reißen. Außerdem ist es unglaublich faszinierend, ein Raumfahrtzeug zu konstruieren, das Bilder von fernen Planeten zur Erde schickt oder mit einem Rover auf dem Mars herumzufahren und nach Leben fernab von der Erde zu suchen. Raumfahrt macht Spaß – in jedem Alter!

Professor zu sein ... bedeutet für mich, junge Menschen für meinen Traumberuf begeistern zu können. Der Lebensabschnitt Universität ist sehr wichtig und prägend für das ganze weitere Berufsleben. Deshalb hat man als Professor eine große Verantwortung Grundlagen zu vermitteln, aber auch Teamfähigkeit und das Herantasten an Forschung und Entwicklung. Der Freiraum der Universität ist einmalig um Neues auszuprobieren, Kontakte rund um die Welt zu knüpfen und in einem jungen und dynamischen Umfeld zu forschen. Für einen Wissenschaftler gibt es keinen schöneren Arbeitsplatz.

Studenten ... sollen die Zeit an der Universität optimal nutzen, um Ihre Fähigkeiten zu entwickeln und um Erfahrungen zu sammeln. Der beste Student ist derjenige, der das tut, was er am liebsten macht. Denn nur das, was wir gerne tun, machen wir auch wirklich gut - das Gleiche gilt natürlich auch für den Professor!

Zukunft ... Die Zeit der großen Raumfahrt-Euphorie war in den 1960er Jahren als die Amerikaner zum Mond geflogen sind. Heute ist die Raumfahrt in unserem Alltag versteckt (z. B. GPS) und muss der Öffentlichkeit daher besser vermittelt werden. Selbstverständlich ist das Fachgebiet aus der Hochtechnologie und der Forschung nicht wegzudenken – und vielleicht kommt es ja wieder zu einem „Wettrennen“ zwischen Asien und USA/Europa mit dem Ziel, die ersten Menschen zum Mars zu fliegen. Und da müssen wir als TU Dresden dabei sein!

Wenn ich noch einmal studieren könnte ... In Österreich gab es die Möglichkeit gar nicht Luft- und Raumfahrttechnik zu studieren – deshalb habe ich Physik studiert. Ich glaube, dass ich auch heute noch Physik studieren würde, weil mich die Grundlagen so sehr faszinieren und ich etwas wirklich Neues entdecken und entwickeln möchte. Die Raumfahrt ist die ideale Umgebung um Neues tatsächlich in die Tat umsetzen zu können. Deshalb kann ich mir einfach keine bessere Kombination vorstellen!

Exzellenz ... bedeutet für mich die Chance, noch besser wahrgenommen zu werden und in die Zukunft unserer Studenten optimal investieren zu können. Exzellenz ist wichtig, um die besten Studenten für uns gewinnen zu können und um im Umfeld der Forschungsförderung stark positioniert zu sein.

 

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Katja Lesser
Letzte Änderung: 29.08.2016