Ankerstation Tharandter Wald - Teilfläche Ökomessfeld

Messturm © Meteorologie Messturm © Meteorologie
Messturm

© Meteorologie

Lage

385 m ü. NN,
50°58' N, 13°34' E
 

Klima

30jährige Reihe 1981-2010:

  • Jahresmitteltemperatur: 8.2 °C
  • Jahressumme Niederschlag: 843 mm

Chronik

1990 Errichtung des 40 m hohen Messturmes
1991 Beginn der Messungen
2001 Messkampagne MORE I
2003 Messkampagne MORE II
2008 Teilexperiment METSTRÖM-TurbEFA
2012 Experiment Waldschall
2015 ICOS-D

Standortbeschreibung

Der Standort für die Untersuchungen befindet sich etwa 15 km südwestlich des Zentrums von Dresden im Tharandter Wald. Verschiedene Kriterien mussten von dem Standort erfüllt werden. Zu ihnen gehörte wegen der Langfristigkeit der Untersuchungen eine für die technische Erschließung und Zugänglichkeit günstige Lage. Ausgewählt wurde ein Hochflächenstandort im Tharandter Wald, der eine durchschnittliche Höhe von 375 Meter über NN aufweist. Der Tharandter Wald bildet in den unteren Lagen der Nordabdachung des Erzgebirges ein geschlossenes Waldgebiet von ca. 6000 ha. Er ist durch überwiegend sanftwellige Geländeformen zwischen 350 und 400 Meter über NN gekennzeichnet. Im Norden schließt sich das Lommatzsch-Meißner Hügelland und im Osten das tief eingeschnittene Tal der Weißeritz an. Im Südwesten wird das Gebiet durch den Colmnitzbach und im Süden durch den Seerenbach begrenzt. Der Untersuchungsstandort befindet sich auf der Hochfläche und ist mit einem älteren Fichtenreinbestand bestockt.

Messungen

ASTW Skizze © Meteorologie ASTW Skizze © Meteorologie

Stationsskizze 12/2015

ASTW Skizze

Stationsskizze 12/2015 © Meteorologie

kurzwellige Strahlung (oberer und unterer Halbraum) 37m, 2m
langwellige Strahlung (oberer und unterer Halbraum) 37m, 2m
atmosphärische  Gegenstrahlung 41 m
photosynthetisch aktive Strahlung 17, 23, 26, 37, 40 m
reflektierte photosynthetisch aktive Strahlung 37 m
Sonnenscheindauer 41 m
Windrichtung 42 m
Windgeschwindigkeit 8, 27, 30, 33, 37, 42 m
3D-Wind (Ultraschallanemometer) 33 m, 2x 42 m
H2O- und CO2-Konzentration (Eddymessung) 42 m
CO2-Konzentration absolut 2 x 0.2 m, 1 m, 8 m, 42 m
CO2-Konzentration Bodenatmung 5 Kammern
Lufttemperatur und Relative Luftfeuchte 2, 33, 37, 40 m
Bestandesoberflächentemperatur 30 m
Blattfeuchtezustand 3, 22, 28 m
Bodentemperatur -0.02, -0.05, -0.1, -0.2, -0.35, -0.5, -0.7, -0.9 m
Bestandestemperatur 1.5, 16 m (je Nord & Süd sowie Rinde und Holz), Nadelstreu, Gras
Bodenwärmestrom  
Bestandesniederschlag 1 m
Saugspannung -0.2, -0.3, -0.5, -0.7, -0.9 m
Bodenfeuchte (TDR, FDR, Neutronensonde) -0.1 ... -1 m (mehrfach)
Saftstrom Fichte, Buche, Lärche, Kiefer, Birke
Baumumfang (manuell, elektrisch) 86 Bäume (Fichte, Lärche, Tanne)
Grundwasserstand  
Steufall 42 Messstellen

Bestand

Der Tharandter Wald stellt ein geschlossenes Waldgebiet mit einer Fläche von ca. 6000 ha dar. Innerhalb des bewaldeten Untersuchungsgebietes im Umkreis des Messturms mit einem Radius von 0,5 km (78,5 ha), welches 36 Waldparzellen
umfasst, nehmen nach MELLMANN et al. (2000) Nadelbäume eine Fläche von 89% ein, weitere 10% bestehen aus Mischwald. Ca. 60% der Gesamtfläche sind von Gemeinen Fichten (Picea abies) bestanden, wovon etwa die Hälfte ein Bestandesalter von mindestens 80 Jahren aufweist.
Ausserdem kommen die Europäische Lärche (Larix decidua), Douglasie (Pseudotsuga douglasii) und Gemeine Kiefer (Pinus sylvestris) vor. Laubbaumvertreter sind die Gemeine Birke (Betula spec.) und die Buche (Fagus silvatica). 3,7 ha der untersuchten Fläche sind von teilweise sehr dichtem Unterwuchs bedeckt. Überschirmungsgrad und Bodenbewuchs wurden parzellenweise geschätzt und ergaben für das Untersuchungsgebiet mittlere Werte von 73 % bzw. 56 %.

Bestandesparameter nach MELLMANN et al. (2000), Stand 1999:

  • Alter 107 Jahre
  • Mittelhöhe 28 m
  • Baumzahl 444 ha-1
  • Mitteldurchmesser 33 cm
  • Bestandesgrundfläche 40.1 m2  ha-1
  • Vorrat 503 Vfm ha-1
  • LAIp 8.0 m2 m-2
  • Biomasse 22.4 kg m-2

Angegeben sind jeweils Werte der den Messturm umgebende Parzelle des Altfichtenbestandes Der Waldbestand innerhalb des Ökologischen Messfeldes
wird stark von Altfichten (Pica abies) dominiert. Er wurde 1887 durch Plätzesaat begründet (FRÜHAUF, 1997). Der Anteil der hier auftretenden Mischbaumarten
beträgt weniger als 1 %. In den durch Auslichten im Bestockungsgrad verringerten Parzellen wächst Drahtschmiele (Deschampsia flexuosa), in den Parzellen mit hohem Bestockungsgrad gibt es dagegen kaum Unterwuchs. Im April 2002 fand an der Ankerstation Tharandt eine Auslichtung statt, die die Baumzahl reduzierte (um ca. 30 %).
 

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Uwe Eichelmann
Letzte Änderung: 01.02.2017