Tipps zur Studienwahl

eine Studienberaterin im Gespräch mit einer Studentin © Amac Garbe eine Studienberaterin im Gespräch mit einer Studentin © Amac Garbe
eine Studienberaterin im Gespräch mit einer Studentin

© Amac Garbe

Von Cornelia Blum,
Leiterin der Zentralen Studienberatung

Die Studienwahl umfasst eine Vielzahl von Aspekten und ist mit einigen zentralen Fragen verbunden. Die folgenden Tipps können Ihnen bei der Studienorientierung und bei der Studienwahl helfen.

Aspekte der Studienwahl

  • Zeit – Studiere ich gleich im Anschluss an die Schulzeit oder später?
  • Ort – Bleibe ich am oder in der Nähe meines Heimatortes oder gehe ich weiter weg zum Studieren?
  • Hochschulart – Studiere ich an einer Fachhochschule oder Universität?
  • Abschluss – Welchen Abschluss will ich ansteuern?

Welches Studium ist das richtige für mich?

In der Schule haben Ihnen bestimmte Fächer Spaß gemacht, Sie haben die Berufstätigkeit Ihrer Eltern und anderer Erwachsener erlebt, Sie hören, was Ihre Freunde studieren möchten und haben möglicherweise auch in dem einen oder anderen Berufsfeld selbst erste Erfahrungen gesammelt. Manche Dinge fallen Ihnen leicht, manche schwer, Sie haben ein Bild davon, was Frauen und was Männer für Berufe wählen. Eltern und Freunde raten Ihnen zu etwas zu oder von etwas ab und manchmal hören Sie die Frage: „Was willst du denn damit später anfangen?“ Das macht es nicht so einfach, zu einer Entscheidung zu gelangen. Während einige Studieninteressierte bereits über Jahre sehr konkrete Vorstellungen haben, was Sie studieren möchten, ist diese Frage doch für die meisten nicht so leicht zu beantworten.

Der Weg zu einer Entscheidung – was ist wichtig?

Es ist sinnvoll, bei den Überlegungen von Ihren beruflichen Zukunftsvorstellungen auszugehen: Womit möchten Sie sich später beschäftigen? Welche Themen interessieren Sie? Wie stellen Sie sich Ihr künftiges Leben vor und welchen Stellenwert soll darin die berufliche Tätigkeit einnehmen?

Ausgehend von diesen Vorstellungen können Sie sich gezielt auf die Suche nach Informationen machen, um herauszufinden, welche Studienmöglichkeiten in Frage kommen. Im Idealfall verbinden sich in einer Studienentscheidung Berufsvorbereitung und der Wunsch nach persönlicher Entfaltung und Bildung. Hilfreich sind Gespräche mit Vertretern des jeweiligen Arbeitsfeldes oder mit Studierenden des Faches, um zu prüfen, wie Ihre Wunschvorstellungen mit der Realität zusammenpassen. Eine sehr gute Möglichkeit für die Realitätsprüfung ist ein Praktikum im erträumten Arbeitsfeld. Dort erhalten Sie viele Informationen, können die Mitarbeiter/-innen bei der Arbeit erleben und selbst eigene Erfahrungen sammeln.

Sich intensiv zu informieren lässt die in Frage kommenden Alternativen deutlicher hervortreten, erspart jedoch nicht die Entscheidung für eine der Alternativen.

Kann ich, was ich will?

Diese Frage wird sich endgültig erst dann beantworten lassen, wenn Sie mit dem Studium begonnen haben. Es gibt jedoch auch schon im Vorfeld Möglichkeiten auszuloten, ob Sie den Anforderungen des gewählten Studiengangs gewachsen sind. Einige Universitäten bieten Selbsttests für alle oder ausgewählte Studienrichtungen im Internet an. Auch Gespräche mit den Studienberaterinnen und Studienberatern der Zentralen Studienberatung und Vertretern des Fachbereichs können an dieser Stelle weiterhelfen. Ihre Erfahrungen mit den Schulfächern bieten einen gewissen Anhaltspunkt: Ist das Schulfach, was Ihnen schwer fällt, grundlegender Bestandteil des gewählten Studienganges, müssen Sie eher mit Schwierigkeiten im Studium rechnen als in einem Studiengang, in dem das nicht der Fall ist. Zwangsläufige Zusammenhänge zwischen Schulnoten und Studienerfolg gibt es jedoch nicht, da auch die Lernkultur als Einflussgröße eine wichtige Rolle spielt.

Und die ist an einer Universität eine andere. Die Eigenverantwortung für den Lernprozess liegt in viel stärkerem Maße bei den Studierenden selbst. Hatte ein Stundenplan an der Schule einen Umfang von ca. 35 Stunden pro Woche und waren eher die Hausaufgaben in geringerem Umfang zu erledigen, verschiebt sich das Verhältnis beim Studium. Die Lehrveranstaltungen nehmen nun zwischen 18 und 28 Stunden pro Woche ein und der Anteil des Selbststudiums erhöht sich. Das erfordert von den Studierenden, sich immer wieder zu motivieren und die Phasen des Selbststudiums eigenständig zu organisieren. Also: sich ausprobieren, sich Rückmeldungen über die Leistungen einholen, sich beraten lassen und dann ggf. eine neue Entscheidung treffen. Das kann vor dem Studium oder auch noch zu Beginn des Studiums erfolgen. Es ist auch dann noch nicht zu spät. Nicht selten wechseln Studierende ihren Studiengang, wenn sie merken, dass Sie den Anforderungen nicht gewachsen sind oder der Studiengang Ihren Vorstellungen nicht entspricht. Ein Fachwechsel in den ersten Semestern kann sich als Teil des Studienwahlprozesses als notwendig und sinnvoll erweisen.

In einigen Studiengängen wird in Aufnahmeprüfungen getestet, ob zu erwarten ist, dass die Studieninteressierten die Anforderungen des Studiums bewältigen werden.

Eine Entscheidung fürs Leben?

Die Studienentscheidung kann, muss aber keine Entscheidung fürs Leben sein. Die meisten Studiengänge bieten Ausgangspunkte für verschiedene berufliche Wege. So ist es möglich, mit dem Abschluss eines Chemiestudiums später z. B. als Chemiker/-in, Umweltberater/-in oder Fachjournalist/-in zu arbeiten.

In der Regel steht die Entscheidung für einen Beruf sogar erst nach dem Studium an, da der Studienabschluss zwar berufsqualifizierend ist, jedoch nicht zwingend in eine bestimmte berufliche Tätigkeit einmündet. Akademische Bildung bedeutet, Kompetenzen für lebenslanges Lernen zu erwerben und diese für den beruflichen Einstieg nutzen zu können. Mit der Studienentscheidung treffen Sie also zunächst die Entscheidung, sich im Studium mehrere Jahre lang mit einem bestimmten Fachgebiet zu beschäf­tigen. Für manche ist diese Entscheidung bereits mit einer konkreten Berufsvorstellung verbunden („Ich werde Lehrerin.“), für andere steht das Interesse für ein Themengebiet („Ich will etwas Naturwissenschaftliches machen.“) im Vordergrund und sie entwickeln daraus erst später berufliche Vorstellungen.

Checkliste Studienwahl

  • Ein Praktikum gemacht?
  • Jemanden aus meinem Wunschberufsfeld interviewt?
  • Passende Studiengänge im Internet recherchiert?
  • An Vorlesungen teilgenommen?
  • Einen Überblick über zentrale Inhalte und Anforderungen meines Wunschstudiums gewonnen?
  • Mit Studierenden gesprochen?
  • Mich über Zugangsvoraussetzungen und Bewerbungsmodalitäten informiert?
  • Mit Freunden und Eltern gesprochen?
  • Pro und Contra mit professioneller Studienberatung abgeklärt?
  • Einen studienfeldbezogenen Test bei der Agentur für Arbeit gemacht?
  • Self-Assessment durchlaufen?
Team der Zentralen Studienberatung © Bert Stein
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Sie können zur offenen Sprechzeit ohne Anmeldung vorbeikommen und erreichen immer eine Studienberaterin bzw. einen Studienberater.

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Letzte Änderung: 18.10.2017