Pflanzen und Tiere als Mitwelt – kulturgeschichtliche, soziopolitische und ethische Perspektiven
Ein Baum: ausdauernde, verholzte Samenpflanze oder reichlich Nahrung schenkende Göttin? Der Löwe: gefährliches Raubtier, Begleiter der Götter oder Sinnbild für Stärke? Wasser: lebensspendende Kostbarkeit, Kontrast zur Wüste oder Chaosmacht? Ob und wie Pflanzen und Tiere sowie die Ressourcen der Erde wahrgenommen und wertgeschätzt werden, hängt entscheidend vom zugrundeliegenden Weltbild ab.
Noch vor den konkreten Fragen der Bioethik über Wert, Würde und unseren Umgang mit den Lebewesen reflektieren und diskutieren Sie über die naturwissenschaftliche Perspektive hinaus die Grundannahmen verschiedener philosophischer und religionsgeschichtlicher Ansätze und lernen Potentiale und Grenzen der Welterklärungsmodelle anderer Kulturen und geschichtlicher Epochen kennen. In diesem Modul erhalten Sie die Möglichkeit, mit Vertreter:innen anderer wissenschaftlicher Fächer in Kontakt zu treten, ihre Sichtweisen kennenzulernen und kritisch-konstruktiv zusammen ins Gespräch zu kommen.
Kurze Beschreibung der Inhalte in den Lehrveranstaltungen
im Sommersemester 2026:
Der Umgang mit dem Tod gehört zu den existenziellen Themen der Menschen aller Epochen und Kulturen. Auf je eigene Weise reagieren sie mit religiös-weltanschaulichen Konzeptionen und Ritualen auf dessen Unabänderlichkeit. Besonders im westlichen Kulturkreis wird jedoch seit vielen Jahren immer wieder auf das Paradox hingewiesen, dass zwar durch die Präsenz Sterbender und Toter in den Medien eine zunehmende Veralltäglichung des Todes zu beobachten ist, diese aber eine allgemeine Unfähigkeit im Umgang mit der Thematik gerade nicht ausschließt.
Das Seminar widmet sich besonders der Grabgestaltung und -pflege auf den Friedhöfen. Es untersucht, welche Pflanzen damit verbunden sind und fragt, welche Vorstellungen von einem „schönen Grab“ damit verbunden sind und auf welche Vorstellungen vom Tod und Erinnerung sie letztlich verweisen. Das Seminar besteht aus einem Theorie- und Praxisteil. Zum Theorieteil gehören u. a. eine Einleitung in die Thematik, ein geschichtlicher Überblick über die Friedhofskultur im deutschsprachigen Raum, eine Auseinandersetzung mit dem Tod aus philosophisch-theologischer Perspektive sowie eine Einführung in den Umgang mit Trauernden. Im Praxisteil werden gemeinsam und selbstständig Dresdner Friedhöfe systematisch nach Grabbepflanzungen und floraler Grabsymbolik erforscht. In Interviews mit Angehörigen und Gärtnern sollen gestalterische Intentionen und Trends eruiert werden. Die Prüfungsleistung besteht u.a. in einer Präsentation der Ergebnisse im Kolloquium.
Für eine Teilnahme ist kein besonderes Vorwissen erforderlich, wohl aber die Bereitschaft, sich auf die Thematik und die Menschen in den Interviews einzulassen. Grundkenntnisse in der Bestimmung der Pflanzen sind hilfreich.
Im Tutorium werden zu den im Seminar behandelten theoretsichen Themen Fragen geklärt und zum Teil Texte für die Arbeit damit im Seminar vorbereitet. Im Praxisteil wird über das Tutorium die (Zier)Pflanzenbestimmungen je nach Bedarf exkursionsbegleitend oder in Tutoriumssitzungen unterstützt. In Vorbereitung auf die Modulprüfungsleistung werden die Studierenden in der selbstständigen Sammlung von Informationen und Befunden, in der Aufbereitung dieser sowie der Erstellung einer ansprechenden und den wissenschaftlichen Anforderungen gerecht werdenden Präsentation begleitet.
Modulangebot in jedem Sommersemester | Empfohlen ab 6. Fachsemester
Modulverantwortung und Dozierende
Fragen zu einzelnen Lehrveranstaltungen richten Sie bitte per Mail an die jeweilige dozierende Person oder der/dem Modulverantwortlichen.