07.03.2018

BMBF-Forschungsprojekt „Schule inklusiv gestalten“ startet an der TU Dresden

Über Inklusion und Schule wird in der Bundesrepublik im Regelfall aus einer erziehungswissenschaftlichen Perspektive nachgedacht. Dabei findet Unterricht noch immer in Fächern statt. Im Projekt „Schule inklusiv gestalten (SING) - Entwicklung fachdidaktischer Konzepte und organisatorischer Strukturen einer inklusiven Schule“ geht es darum, genau diese Perspektiven zusammenzuführen. Das heißt konkret, hier soll die fach- bzw. berufsdidaktische Perspektive mit der sonderpädagogischen Perspektive verknüpft werden, um Kompetenzen für die Entwicklung eines inklusiven Fachunterrichts bei Lehramtsstudierenden aufzubauen. Es geht also um Unterricht, der jeden einzelnen Schüler in seiner Entwicklung möglichst wirksam unterstützt.

An der TU Dresden ist die ausführende Einrichtung das „Zentrum für Integrationsstudien“ in Zusammenarbeit mit Professuren aus der philosophischen Fakultät, der Fakultät Erziehungswissenschaften und der Fakultät Sprach-, Literatur und Kulturwissenschaften. Das Ziel der Wissenschaftler in diesem Projekt ist es, ein Instrument zu erarbeiten, das eine fachspezifische Diagnostik der Lernstände und Ausgangsbedingungen der Lernenden mit der fach- bzw. berufsdidaktischen Analyse der Aneignungsgegenstände (z.B. das Hebelgesetz) verbindet. Darauf aufbauend können, so hoffen die Wissenschaftler, individuelle und spezifische Lernwege für jeden Schüler entwickelt und angeboten werden. Die didaktisch entwickelte Lernumgebung wird bildungstechnologisch unterstützt und über eine responsive Lernplattform allen Beteiligten verfügbar gemacht.

Studierende untersuchen, entwickeln und evaluieren Lehr-Lern-Settings, wodurch Universität und Schule als inklusive Lernorte etabliert und weiterentwickelt werden können. Betreut werden sie von professionellen Dozententeams aus der Fachdidaktik und der Sonderpädagogik. Projektbegleitend werden die Kompetenzen der Studierenden erhoben und analysiert. Diese Erkenntnisse werden genutzt um Aussagen darüber zu treffen, wie wirksam die Maßnahmen für den Aufbau von Lehrkompetenzen bei Studierenden für einen inklusiven Fachunterricht sind und um das Lehrkonzept anzupassen, zu verändern oder weiterzuentwickeln.

Die Wissenschaftler im SING-Projekt konzentrieren sich bei ihren Untersuchungen und Analysen auf die Mikroebene der Bildungsgestaltung. Eine Entwicklung pädagogischer Angebote ist jedoch ohne Schulentwicklung nicht nachhaltig. Somit kooperiert SING mit verschiedenen Schulen, um die Anforderungen an das Prozessmanagement zur Organisation inklusiver Schule zu untersuchen. Aus diesen Ergebnissen soll ein Pilot-Organisationsmodell “Inklusive Schule” entwickelt werden.

„Schule inklusive gestalten“ ist ein Verbundprojekt zwischen der TU Dresden, dem Fraunhofer Zentrum für Internationales Management und Wissensökonomie (Leipzig) und der Bergischer Universität Wuppertal. Das Projekt wird gefördert vom BMBF im Rahmen der Förderrichtlinie: „Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte für inklusive Bildung“.

Information für Journalisten:
Prof. Dr. Anke Langner
anke.langner@tu-dresden.de

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Letzte Änderung: 08.03.2018