14.03.2018

Jugendliche auf der Jagd nach dem Higgs-Teilchen

Netzwerk Teilchenwelt © Juliana Socher Netzwerk Teilchenwelt © Juliana Socher

Beim Schülerforschungstag Teilchenphysik arbeiten Jugendliche mit Daten vom CERN.

Netzwerk Teilchenwelt

Beim Schülerforschungstag Teilchenphysik arbeiten Jugendliche mit Daten vom CERN. © Juliana Socher

110 Oberstufenschüler aus ganz Sachsen sind am Freitag, dem 16.3., an der TU Dresden zu Gast bei einer Masterclass in Teilchenphysik. Einen ganzen Tag lang erhalten die Jugendlichen am Institut für Kern- und Teilchenphysik einen Einblick in die Welt der kleinsten Teilchen und die aktuellen Forschungsfragen auf diesem Gebiet. Unter der Anleitung von Wissenschaftlern analysieren die Teilnehmer der Masterclass Daten, die vom Teilchenbeschleuniger Large Hadron Collider (LHC) am CERN in Genf stammen. Michael Kobel, Professor für Teilchenphysik an der TU Dresden, freut sich über das große Interesse an dem Programm: „Teilchenphysik ist populär, viele Schüler wollen mehr dazu wissen. Bei uns haben sie die Gelegenheit, mit Originaldaten vom CERN arbeiten.“

Teilchenphysik gilt als faszinierendes Forschungsgebiet. Das öffentliche Interesse war entsprechend groß, als vor wenigen Jahren das Higgs-Teilchen am CERN entdeckt wurde. Bei einer Masterclass können Jugendliche an dieser Forschung teilhaben und selber untersuchen, welche Teilchen entstehen, wenn Protonen in den kilometerlangen unterirdischen Röhren des LHC mit nahezu Lichtgeschwindigkeit zusammenstoßen. „So können sie auch nachvollziehen, wie eine wissenschaftliche Entdeckung zustande kommt“, so Michael Kobel.

Zum Abschluss des Tages können die Teilnehmer ihre Resultate in einer Videokonferenz mit Forschern am CERN besprechen. Außerdem werden sich Schülergruppen aus Brasilien, Dänemark, Polen und Tschechien zuschalten. „Bei unseren Forschungsprojekten arbeiten tausende von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zusammen“, erläutert Michael Kobel. „Dies erfordert eine ständige Kommunikation über Videokonferenzen. Die Schüler können also auch diesen Aspekt unserer Arbeit selber erleben.“

Die Masterclass an der TU Dresden findet im Rahmen des weltweiten Programms „International Masterclasses“ statt. Mehr als 200 Universitäten und Forschungsinstitute in 50 Ländern nehmen an dem Programm teil und laden Jugendliche für einen Tag zum Forschen ein, um ihnen einen Eindruck zu vermitteln, wie in der modernen Physik geforscht wird. Veranstalter von „International Masterclasses“ ist IPPOG, die International Particle Physics Outreach Group, ein eigenständiges Komitee aus Vertretern der am CERN forschenden Länder sowie von CERN und DESY. Ziel der Gruppe ist es, die Teilchenphysik einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Geleitet wird das weltweite Programm am Institut für Kern- und Teilchenphysik der TU Dresden, das außerdem mit „Netzwerk Teilchenwelt“ auch noch ein bundesweites Projekt zur Wissenschaftsvermittlung in der Teilchen- und Astroteilchenphysik leitet.

Hinweise für Journalisten:
Die Analyse der Daten vom LHC findet statt von ca. 14 – 15 Uhr im Seminargebäude 1, 2. Stock, Zellescher Weg 22, 01217 Dresden.

Die Videokonferenz mit dem CERN findet statt von 16 – 17 Uhr im Recknagel-Bau, Raum C213, Haeckelstr. 3, 01069 Dresden.

Informationen für Journalisten:
Dr. Uta Bilow
Tel.: +49 (0) 351 463-32956 oder 0170-4813722
uta.bilow@tu-dresden.de

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Letzte Änderung: 14.03.2018