Katharina Degen

1. Kontakt

Name

Dr. des. Katharina Degen

Doktorandin (Klassische Philologie/Latein)

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W48, Raum 106 Wiener Str. 48

01219 Dresden

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+49 351 463-33698
fax Fax
+49 351 463-37245

Sprechzeiten:

nach Vereinbarung

2. Curriculum Vitae

  • 2002 Abitur am Gymnasium Luisenstift, Radebeul 
  • 2002-2009 Lehramtsstudium für die Fächer Englisch, Latein, Altgriechisch an der TU Dresden und an der Università degli Studi di Siena 
  • 2004/2005 Auslandsaufenthalt in Salisbury, GB 
  • 2005-2009 Studentische Hilfskraft am Institut für Klassische Philologie der TU Dresden und 2007-2009 Studentische Hilfskraft am SFB 537 im Teilprojekt A1 
  • 2007-2010 Mitarbeit am und spätere Leitung des Projekts „Vetera Wettinensia“ am Institut für Klassische Philologie 
  • Juni 2009 1. Staatsexamen Englisch und Latein 
  • Dez. 2010 1. Staatsexamen Altgriechisch 
  • Juli 2009-März 2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am SFB 804 
  • seit April 2010 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Klassische Philologie der TU Dresden

3. Dissertationsprojekt

Ut Dei populus ad exemplum fidei posset armari. Die Stilisierung der Märtyrer zu Identifikationsfiguren christlichen Gemeinsinns in den frühchristlichen Martyriumsberichten

Die Präsentation von Vorbildfiguren für eine Ausrichtung individuellen Handelns auf das Wohl des Gemeinwesens – der res publica – war spätestens in den letzten Jahrzehnten der Republik zum integralen Bestandteil der römischen Literatur geworden. Als Inbegriff der Vaterlandstreue und Symbol des römsichen Wertekanons hatten die exempla maiorum in Anbetracht der zunehmenden Ausdehnung und Heterogenität des römischen Reichs einenden und gemeinsinnstiftenden Charakter. Auch die frühchristlichen Autoren wussten diese Macht der exempla zu nutzen.

Das vorliegende Dissertationsprojekt beschäftigt sich daher mit einer zentralen Gattung der christlichen Literatur: mit den exklusiv an ein christliches Publikum gerichteten Martyriumsberichten des zweiten bis vierten Jahrhunderts sowie vergleichend auch aus nachkonstantinischer Zeit. Dabei wird untersucht, wie diese Texte den traditionellen Vorbildfiguren in ganz analoger Weise christliche Identifikationsfiguren entgegensetzen. These ist, dass die Protagonisten der Berichte – allen voran die Märtyrer – als gemeinsinnig handelnd dargestellt werden und damit eine spezifisch christliche Form von Gemeinsinn propagieren. In einem ersten Schritt wird aufgezeigt, wie die Martyriumsberichte das Verhalten der Christen gegenüber den traditionellen Bezugssystemen der Familie und des römischen Staates sowie gegenüber der neuen Christengemeinschaft präsentieren und begründen und inwieweit sie dabei etablierte Werte und Strukturen aufnehmen und/oder umdeuten. In einem zweiten Schritt geht es um die Frage, mit welchen Mitteln die Berichte das Verhalten ihrer Protagonisten als vorbildhaft und nachahmenswert stilisieren und damit zur Insitutionalisierung eines christlichen Wertekanons und eines damit verbundenen Gemeinsinns beitragen.

4. Veröffentlichungen

Ausstellungskatalog

  • K. Walther und V. Rücker, Verborgene Grabinschriften ans Licht gebracht. Die Grabinschriften der albertinischen Wettiner in Meißen, Freiberg und Dresden. Katalog zur Ausstellung (21. September bis 15. November 2009) Dresden 2009

Aufsätze

  • Walther, K. Illum turbat amor. Die Liebesbeziehungen des Turnus in der Aeneis vor dem Hintergrund seiner Rezeption in Petrarcas Africa, in: Noctes Sinenses, Festschrift für Fritz-Heiner Mutschler, hrsg. von A. Heil, M. Korn, J. Sauer, Heidelberg 2011, 152-161
  • K. Walther und A. Junghanß, Du sollst nicht töten? Zum Tötungsrecht in der römischen Antike. In: Jenseits der Geltung. Konkurrierende Transzendenzbehauptungen von der Antike bis zur Gegenwart. Berlin 2013, 47-66 
  • K. Degen, Ecce miser assasti me in parte una. regira aliam et manduca! Zum Umgang mit dem Vorwurf des Kannibalismus gegen die frühen Christen. In: Pöhl, Friedrich; Fink, Sebastian (Hgg.): Kannibalismus, eine anthropologische Konstante? Wiesbaden 2015, 145-167
  • Qui diligit patrem aut matrem aut uxorem aut filios aut fratres aut parentes super me, non est me dignus – Umwertung und Umdeutung von ‚Familie‘ in den frühchristlichen Märtyrerakten. In: Erdtmann, Jörg; Leisner, Nadine (Hgg.): Ad familiares – Familie und Verwandtschaft in der griechisch-römischen Antike. Hephaistos 31 (2014), 207-230.
  • Haec non minora veteribus exempla. Die Darstellung der Märtyrer als exempla nova in den frühchristlichen Martyriumsberichten. In: Das 3. Jahrhundert n. Chr. Kontinuitäten im Übergang. Tagungsband zur Kleinen Mommsentagung 2014. Erscheint 2016.

Rezensionen

  • Rezension Silke-Petra Bergjan und Beat Näf: Märtyrerverehrung im frühen Christentum. Zeugnisse und kulturelle Wirkungsweisen (Wege zur Geschichtswissenschaft). Stuttgart: Kohlhammer 2014. 208 S. m. Abb. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte 35 (2016). Im Erscheinen.


     

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Antje Junghanß
Letzte Änderung: 02.03.2017