Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen
100 Jahre nach Gründung des ersten sächsischen Landesverbandes der jüdischen Gemeinden begeht der Freistaat Sachsen unter Federführung des SMWK 2026 ein landesweites „Jahr der jüdischen Kultur“. Unter dem Titel „Tacheles“ beleuchten zahlreiche Veranstaltungen in ganz Sachsen die jüdische Geschichte und Kultur sowie das jüdische Leben im Freistaat aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ziel ist es, jüdisches Leben, jüdische Kultur und Geschichte als selbstverständlichen Teil der sächsischen Gesellschaft, Kulturlandschaft sowie der Lokal- und Regionalgeschichte zu sehen und zu verstehen.
Die TUD beteiligt sich mit einigen Formaten am "Jahr der jüdischen Kultur". Die Angebote werden laufend aktualisiert.
Ab dem Sommersemester 2026 startet unter Leitung von Prof. Dr. Maria Häusl an der Philosophischen Fakultät ein neues Begleitstudium unter dem Titel „Jüdischer Alltag in Deutschland. Zwischen Bürgerrechten, Antisemitismus und #nie wieder“. In einer interdisziplinären Kooperation von Professuren der Philosophischen Fakultät und jüdischen Einrichtungen und Gemeinden vermittelt das Begleitstudium den Studierenden aus allen Lehramtsstudiengängen Einblicke in die Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland und bereitet sie darauf vor, schulische Bildungsprozesse nachhaltig gegen Antisemitismus auszurichten. Die Anmeldung zum Begleitstudium ist für Studierende ab dem 2. Studiensemester vom 02.02. bis zum 15.03.2026 möglich.
- Zielgruppe: Studierende (Lehramt)
- Weitere Infos hier.
Yevgeniy Breyger, prämierter Lyriker und Dozent für Sprachkunst (Universität für Angewandte Kunst Wien), liest aus seinem neuen Gedichtband „hallo niemand“, welcher im Febraur 2026 im Suhrkamp-Verlag erscheint. Breygers erzählendes Langgedicht ist humorvolle Politsatire und zugleich ernsthafte Auseinandersetzung mit drängenden Fragen nach der Versehrtheit des Körpers und des Geistes in Zeiten von Krieg und totalitärer Realitätserzwingung.
Klappentext: In einem roten Audi A6 macht sich der Held aus Österreich auf nach Deutschland, um Bundeskanzler zu werden. Er hält an Autobahnraststätten und Penny-Parkplätzen, gerät in linke und rechte Demos, parkt mal vor dem Bundestag, mal auf einem Zirkusplatz und landet im Verhörzimmer der Polizei. Auf den Etappen trifft er skurrile Gestalten, die von einer apokalyptischen Zukunft zeugen, Pfarrer und Rabbis, Gott und sein zorniges jüdisches Ebenbild G'tt, Bekannte aus der Politik wie Gregor Gysi, Olaf Scholz und Alice Weidel. In rasanten Szenen und Dialogen, ständig getrieben vom roten Audi, der mit laufendem Motor wartet, erkundet er seine Identität, seinen Glauben und seine Sexualität, die er fortwährend in den Kontext der aktuellen politischen Verhältnisse setzt.
Die Veranstaltung findet in Kooperation der Professur ältere und frühneuzeitliche deutsche Literatur und Kultur und der SLUB statt. Sie wird gefördert mit Mitteln der Gesellschaft von Freunden und Förderern der TU Dresden e. V.
- Datum: 18.03.2026, 18:30 Uhr
- Ort: SLUB, Klemperer-Saal
- Moderation: Anastasia Averkova
Das Institut für Katholische Theologie bietet eine Auswahl an Vorlesungen und Seminaren an, die sich z.B. der Beziehung von Judentum und Christentum oder der Geschichte und Religionsgeschichte Israels befassen.
- Zielgruppe: Studierende
- Einschreibung erforderlich.
- Weitere Informationen auf der Instituts-Webseite.
Veranstaltungshighlights im Raum Dresden sind auf der Webseite der Landeshauptstadt Dresden zusammengestellt. Alle Veranstaltungen des Themenjahrs in ganz Sachsen sind zudem auf der Tacheles-Webseite verzeichnet.
Zum Hintergrund:
Dem "Jahr der jüdischen Kultur" liegt ein breiter Kulturbegriff zugrunde, der neben Kunst und Kultur in engerem Sinne auch Geschichte und Erinnerungskultur, den Bereich der kulturellen, historischen, schulischen Bildung sowie Begegnungsangebote umfasst.
Es soll einerseits eine umfassende und zugleich kritische Bestandsaufnahme des Umgangs mit dem kulturellen und historischen jüdischen Erbe Sachsens und seiner Erforschung ermöglichen und bereits Vorhandenem eine größere Sichtbarkeit verleihen, andererseits aber auch neue Perspektiven, Repräsentationsformen und Vermittlungsangebote einbeziehen. Das Themenjahr präsentiert die vielfältige jüdische Geschichte und Kultur Sachsens, zeigt aber ebenso Leerstellen und unwiederbringliche Verluste auf. Es möchte den Dialog zwischen der jüdischen Gemeinschaft und der Mehrheitsgesellschaft Sachsens öffnen, fördern und verstetigen und dabei zugleich das Wissen über und das Verständnis für jüdisches Leben, jüdische Kultur, Tradition und Religion vergrößern.
Weitere Informationen zum "Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen" sowie Angebote und Veranstaltungen in ganz Sachsen finden Sie außerdem direkt auf der Projekt-Webseite "Tacheles".
© TUD
Projekt- und Kommunikations-koordinatorin Uni und Gesellschaft
NameElisabeth Krollpfeiffer
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Dezernat 9 – Universitätskultur
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Technische Universität Dresden Dezernat 9
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