Zahlen und Fakten

Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland 2016 - 21. Sozialerhebung - Zusammenfassung

Hier gelangt man zur Vollversion der Studie (herausgegeben durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Allgemeines

  • durchgeführt im SS 2016

  • gefördert aus Mitteln des BMBF

Methodische Aspekte der 21. Sozialerhebung

  • erstmals als Online-Erhebung (Rücklauf deutlich unter papierhafter Befragung 2012 16,2 % : 28,0 %)

  • erstmals keine Promovierenden befragt
  • 371 deutsche Hochschulen bilden die Grundgesamtheit – 248 Hochschulen erklärten Teilnahmebereitschaft
  • insgesamt erhielten 352.786 Studierende eine Einladung zur Teilnahme an der Befragung (Brutto-Stichprobe) – E-Mail hat 341.651 Studierende erreicht (Netto-Stichprobe)
  • 67.007 Studierende haben sich beteiligt – Brutto-Rücklaufquote von 19,6 % 
  • 55.219 Datensätze konnten verwendet werden (nach Plausibilitätsprüfungen) - Netto-Rücklaufquote 16,2 %

Vergleich der Ergebnisse (deutschlandweit und sachsenweit)

Studienfächer, -formen und -verlauf

Deutschlandweit:

  • Studienwahl
    • Frauen nach wie vor eher in Sozial- und Kulturwissenschaften; Männer am ehesten in den Ingenieurwissenschaften
    • überwiegende Mehrheit in Präsenz- und Vollzeitstudiengängen
    • formales Teilzeitstudium hat nicht nennenswert an Bedeutung gewonnen
    • jede/r 5. hat seit der Erstimmatrikulation mind. 1 Mal das Studienfach und/oder den Abschluss gewechselt
  • Studienunterbrechung
    • 16 % der Studierenden haben ihr Studium schon einmal unterbrochen
    • jede/r 5. aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme
    • 8 % wegen Schwangerschaft/Kindererziehung (Frauen 13 % vs. Männer 4 %)
    • 5 % aufgrund von Pflege Angehöriger (Frauen 5 % vs. Männer 5 %)

Sachsenweit:

  • Fächergruppen
    • Ingenieurwissenschaften 12 % Frauen / 40 % Männer
    • Sprach- und Kulturwissenschaften 25 % Frauen / 12 % Männer
    • Sozialwissenschaften/Psychologie/Pädagogik 18 % Frauen / 7 % Männer
  • 97 % im Präsenz-Studium
  • 94 % im Vollzeit-Studium / 2 % im offiziellen Teilzeit-Studium
  • 21 % haben bereits mind. 1 Mal Studienfach und/oder den Abschluss gewechselt
  • 17 % der Studierenden haben ihr Studium bereits mindestens 1 Mal für mind. 1 Semester unterbrochen

Auslandserfahrung und -mobilität

Deutschlandweit:

  • potentielle Mobilitätsquote Studierender (bzgl. Auslandsmobilität) liegt bei 36 %

Sachsenweit:

  • 85 % der Studierenden haben sich im Zusammenhang mit ihrem Studium noch nicht im Ausland aufgehalten
  • 10 % hatten bereits einen studienbezogenen Auslandsaufenthalt

Sozio-demographisches Profil und Hochschulzugang

Deutschlandweit:

  • Durchschnittsalter der Studierenden leicht gestiegen (24,7 Jahre in 2016: 24,4 Jahre in 2012)
    • Gruppe der Minderjährigen spielt statistisch gesehen kaum eine Rolle (< 1 %)
  • 6 % aller Studierenden haben mindestens 1 Kind
    • Frauen haben etwas häufiger Kinder als Männer
    • aber auch Anteil der Männer mit Kind ist seit 2012 von 4 % auf 5 % gestiegen
    • nicht ganz jede/r 10. mit Kind ist alleinerziehend

Sachsenweit:

  • Durchschnittsalter 24,5 Jahre
  • Geschlecht: 45 % weiblich | 53 % männlich | 1 % möchte/kann sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen
  • 94 % der Studierenden sind nicht verheiratet; aber 47 % leben in einer festen Partnerschaft
  • 9 % der Studierenden haben mindestens 1 Kind
    • Frauen 10 % | Männer 8 %

Bildungsherkunft der Studierenden

Deutschlandweit:

  • 54 % der Studierenden stammt aus einem Haushalt, in dem mind. 1 Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt (2012 50 %)
    • Eltern ohne beruflichen Abschluss – 30 % (2012 2 %)
    • Lehre als berufl. Abschluss der Eltern – 25 % (2012 27 %)
    • Meister/in, Techniker/in, Fachschulabschluss der Eltern – 20 % (2012 21 %)
    • knapp jede/r 2. stammt aus einem nicht-akademischen Haushalt
    • neuer TREND: Anteil an Studierenden der Herkunftsgruppe „niedrig“ (nur 1 Elternteil hat (überhaupt) einen beruflichen Abschluss) hat sich um 3 Prozentpunkte erhöht; mehr Studierende aus Herkunftsgruppe „hoch“ und „niedrig“; „mittel“ verringert

​​​​​​​​​​​​​​Sachsenweit:

  • Lehre und Universitätsabschluss sind die häufigsten Abschlüsse der Eltern der Studierenden
    • Vater: Lehre 30 % | Universitätsabschluss 37 % | kein Berufsabschluss 2 %
    • Mutter: Lehre 38 % | Universitätsabschluss 33 % | kein Berufsabschluss 2 %

​​​​​​​Merkmale des Hochschulzuganges

Deutschlandweit:

  • 95 % der Studierenden erhält Hochschulzugang über die allgemeine Hochschulreife oder die Fachhochschulreife
    • seit 2006 unveränderter Befund
    • Anteil der Studierenden, die vor Erstimmatrikulation eine Berufsausbildung abgeschlossen haben, beträgt 2016 22 % (Fachhochschulen 36 % vs. Universitäten 14 %)
      • seit 2012 + 1 Prozentpunkt mehr Studierende mit Berufsausbildung an Universitäten (sonst gegenteiliger Trend – Zahl sinkt)
    • 25 % der Studierenden mit Berufsausbildung studiert Ingenieurwissenschaften

​​​​​​​​​​​​​​Sachsenweit:

  • 89 % der Studierenden allgemeine Hochschulreife, 8 % Fachhochschulreife
  • 19 % haben vor Erstimmatrikulation bereits Berufsausbildung abgeschlossen
  • 45 % erwarben die Hochschulzugangsberechtigung in Sachsen (8 % in Thüringen, je 7 % in Bayern und Sachsen-Anhalt)

​​​​​​​Studierende mit Migrationshintergrund

Deutschlandweit:

  • 20 % der im SS 2016 immatrikulierten Studierenden hat einen Migrationshintergrund (2012: 23 %)
  • Studierende mit Migrationshintergrund gehören 3 Mal so häufig wie ihre Mitstudierenden ohne Migrationshintergrund zur Bildungsherkunftsgruppe „niedrig“ (27 % vs. 9 %)
  • 49 % der Stud. mit Migrationshintergrund stammen aus osteuropäischem Land
  • je 20 % aus Westeuropa bzw. Asien
  • Studierende mit Migrationshintergrund haben etwa gleiche finanzielle Mittel zur Verfügung wie Studierende ohne Migrationshintergrund

Sachsenweit:

  • ​​​​​​​90 % der Studierenden haben keinen Migrationshintergrund

Gesundheitliche Beeinträchtigung und Studienerschwernis

Deutschlandweit:

  • SS 2016: 11 % der Studierenden haben eine oder mehrere gesundheitliche Beeinträchtigung(en), die sich nach Aussagen der Betroffenen studienerschwerend auswirken (2012 7 %)
  • Frauen sind etwas häufiger als Männer betroffen (12 % vs. 10 %)
  • 47 % nennen Psychische Erkrankungen als einzige Beeinträchtigung oder diejenige, die sich am stärksten auf das Studium auswirkt
  • 18 % nennen als stärkste Beeinträchtigung chronischsomatische Krankheiten
  • 11 % möchten sich zur Form der gesundheitlichen Beeinträchtigung(en) nicht äußern
  • mehr als 1/3 der Studierenden mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen hat bereits mehr als 10 Hochschulsemester absolviert - damit mehr als Stud. ohne Beeintr. (36 % vs. 22 %)
  • beeintr. Studierende wechseln häufiger den Studiengang (31 % vs. 21 %) und/oder die Hochschule (22 % vs. 16 %) und unterbrechen mehr als doppelt so häufig (32 % vs. 13 %)
  • Lebensunterhalt wird durch beeintr. Studierende deutlich seltener als gesichert angesehen (49 % vs. 70 %)

​​​​​​​Sachsenweit:

  • 25 % haben eine Beeinträchtigung (Frauen 26 % | Männer 24 %)
    • 10 % mit studienerschwerender Gesundheitsbeeinträchtigung
    • 14 % Frauen mit studienerschwerender Beeinträchtigung (12 % ohne Studienerschwernis)
    • 9 % Männer mit studienerschwerender Beeinträchtigung (15 % ohne Studienerschwernis)

​​​​​​​Studienfinanzierung und wirtschaftliche Situation

Deutschlandweit:

  • Auswertungen und Analysen in diesem Bereich beziehen sich aufgrund der Vergleichbarkeit lediglich auf Studierende die:
    • nicht verheiratet sind
    • alleine wohnen bzw. wirtschaften
    • noch keinen ersten Hochschulabschluss haben (außer Bachelor-Abschluss bei Master-Studierenden)
    • in einem Vollzeit-Präsenz-Studium eingeschrieben sind
      • das sind 51 % der Grundgesamtheit
  • durchschnittlich zur Verfügung stehendes Budget: 918 Euro/Monat (Einnahmen seit 2012 um 76 Euro gestiegen)
  • nach wie vor große Unterschiede im regionalen Vergleich (West 930 Euro – Ost 839 Euro)
  • Angleichungsprozess der Einnahmen zwischen Ost und West setzt sich aber weiter fort
  • je älter die Studierenden, umso mehr Geld steht ihnen zur Verfügung
  • größter Anteil der Studierenden verfügt über 701800 Euro (16 %)
  • insgesamt ist jedoch eine deutliche Verschiebung hin zu höheren Einnahmen und eine Abflachung der Einnahmeverteilung festzustellen
  • größter Anteil der Studierenden erhält finanzielle Unterstützung durch die Eltern (2016: 86 % | 2012: 88 %)
  • außerdem höhere Einnahmen der Studierenden durch eigene Verdienste
  • stabiler Anteil an Studierenden, die sich ihren Lebensunterhalt aus eigenen Mitteln aus Erwerbstätigkeit finanzieren (2016: 61 % | 2012: 61 %)

​​​​​​​​​​​​​​Sachsenweit:

  • meisten Studierenden erhalten Leistungen (bar oder unbar) von den Eltern 87 %
  • 51 % geben eigenen Verdienst an
  • 33 % BAföG

​​​​​​​Zeitbudget

Deutschlandweit:

  • PräsenzStudierende im Vollzeit-Studium investieren durchschnittlich 33 Stunden pro Woche in ihr Studium (2012: 35 Stunden)
    • Selbststudium 18 Stunden/Woche
    • Lehrveranstaltungen 15 Stunden/Woche (2012: 18 Stunden)
  • Zeitaufwand für fast alle Studierenden ähnlich – nur StaatsexamensStudierende stechen heraus (41 Stunden/Woche)
  • 29 % der VollzeitStudierenden studieren de facto in Teilzeit (wenden weniger als 25 Stunden/Woche für ihr Studium auf)
  • im Vergleich zu 2012 deutliche Abnahme der de facto Vollzeit-Studierenden (- 6 %) während Anteil der de facto Teilzeit-Studierenden steigt (+7 %)

​​​​​​​​​​​​​​Sachsenweit:

  • Studierende wenden durchschnittlich 14,3 Std. täglich für Lehrveranstaltungen auf (Standardabweichung 10,1!)
  • Selbststudium 17,5 Stunden/Tag
  • 65 % der Studierenden empfinden den zeitlichen Aufwand als hoch/sehr hoch

​​​​​​​Studentische Erwerbstätigkeit

Deutschlandweit:

  • in der Vorlesungszeit des SS 2016 haben 68 % der Studierenden einen Nebenjob (im Vergleich zu 2012 + 6 %)
  • Erwerbstätigenquote ist mit 69 % so hoch wie noch nie
  • in Ostdeutschland ist der Anteil an Studierenden mit Nebenjob traditionell niedriger als in Westdeutschland (2016: 63 % vs. 68 %)
  • Frauen arbeiten anteilig häufiger als Männer (70 % vs. 66 %) - Relation kehrt sich nach dem 30. Lebensjahr um
  • im Falle von Elternschaft auch bei Studierenden nach wie vor überwiegend traditionelle Rollenmuster
  • von Studierenden, die aus einem nicht-akademischen Elternhaus kommen, jobben mit 69 % überdurchschnittlich viele

​​​​​​​​​​​​​​Sachsenweit:

  • 40 % der Studierenden gehen keiner Erwerbstätigkeit nach
  • Frauen arbeiten häufiger als Männer (62 % vs. 53 %)
  • 40 % der Stud. „jobben“ (z.B. Fabrik, Büro, Kneipe, Babysitten); 33 % SHK

​​​​​​​Wohnsituation:

Deutschlandweit:

  • 17 % der Studierenden wohnen allein / 30 % in einer Wohngemeinschaft
  • 21 % wohnen gemeinsam mit Partner/in
  • Anteil der Elternwohner/innen hat sich seit 2012 auf 20 % verringert
  • Männer wohnen anteilig häufiger bei den Eltern oder im Wohnheim

Sachsenweit:

  • 17 % wohnen allein / 37 % wohnen in einer Wohngemeinschaft
  • 24 % bewohnen eine Wohnung gemeinsam mit Partner/in (+Kind)
  • 7 % wohnen bei Eltern/Verwandten (Frauen 5 % vs. Männer 7 %)

​​​​​​​Mensa/Cafeteria und studentische Ernährung

Deutschlandweit:

  • 73 % der Studierenden essen mindestens 1 Mal pro Woche in der Mensa
  • mehr Männer als Frauen gehen in der Mensa essen (74 % vs. 71 %)
  • jüngere Studierende gehen häufiger in die Mensa als ältere

​​​​​​​​​​​​​​Sachsenweit:

  • ​​​​​​​77 % der Studierenden essen mind. 1 Mal pro Woche in der Mensa (Frauen 76 % vs. Männer 77 %)

Information und Beratung

Deutschlandweit:

  • 61 % der Studierenden hatten in den letzten 12 Monaten zu mindestens einem Thema Beratungsbedarf
  • 33 % der Studierenden berichten von großen Schwierigkeiten oder Belastungen im Hinblick auf (mindestens) ein persönliches Thema
  • 32 % der Studierenden berichten von großen Schwierigkeiten oder Belastungen im Hinblick auf (mindestens) ein studienbezogenes Thema
  • 20 % äußern Bedarf zu finanzierungsbezogenen Fragen
  • 54 % der Studierenden, die zu mindestens einem Thema Beratungsbedarf haben, nutzen bisher kein Beratungsangebot
    • 49 % geben als Hauptgrund dafür an, dass sie im Freundes-, Bekannten- oder Verwandtenkreis Antworten auf ihre Fragen bekommen
    • 38 % geben an, keine Zeit zu haben für eine Beratung

​​​​​​​Sachsenweit:

  • Beratungsbedarf
    • die meisten Studierenden (18 %) hatten in den letzten 12 Monaten Fragen bis hin zu Schwierigkeiten oder Belastungen im Hinblick auf Arbeitsorganisation und Zeitmanagement
    • 16 % im Hinblick auf mangelndes Selbstwertgefühl
    • 15 % im Hinblick auf Arbeits- und Konzentrationsschwierigkeiten
  • Beratung in Anspruch genommen
    • die meisten Studierenden (73 %) zum Thema Studiengangwechsel
    • 51 % zum Thema Krankenversicherung
    • 44 % zum Thema Vereinbarkeit von Studium und Behinderung/chronischer Krankheit
    • 43 % zum Thema Organisation des studienbezogenen Auslandsaufenthaltes
    • 33 % zum Thema Vereinbarkeit von Studium und Kind(ern)

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Stefanie Pietsch
Letzte Änderung: 18.09.2017