Jahresforschungsbericht 2025
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Anforderungen an den Leichtbau haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Gefragt sind heute Lösungen, die leistungsfähige Werkstoffe und Strukturen mit Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung verbinden. Der Blick richtet sich dabei nicht mehr auf einzelne Komponenten, sondern auf den gesamten Lebenszyklus technischer Systeme – von der Materialentwicklung über die Fertigung bis hin zur Wiederverwertung. Gleichzeitig gewinnen internationale Zusammenarbeit und der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in industrielle Anwendungen weiter an Bedeutung.
Diese Entwicklungen haben das Jahr 2025 am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden maßgeblich geprägt. Mit interdisziplinärer Forschung, enger Zusammenarbeit mit Partner aus Wissenschaft und Industrie sowie einer konsequenten Verknüpfung von Materialentwicklung, Fertigungstechnologien und Digitalisierung wurden neue Impulse für einen nachhaltigen und zukunftsorientierten Leichtbau gesetzt. Zugleich war das Berichtsjahr von wichtigen strategischen Weichenstellungen geprägt, die das Institut auch über das Jahr 2025 hinaus begleiten werden.
Ein besonderer Höhepunkt war das 28. Internationale Dresdner Leichtbausymposium. Es brachte internationale Expert:innen aus Wissenschaft, Industrie und Politik zusammen und bot Raum für den Austausch über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven des Leichtbaus.
Mit der Grundsteinlegung des Forschungscampus CircEcon wurde zugleich ein bedeutender Schritt für die Forschung an einer treibhausgasneutralen Kreislaufwirtschaft und den Strukturwandel in der Lausitz vollzogen.
Internationale Projekte wie M2BRIDGE stärkten die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern und eröffneten Studierenden sowie Forschenden neue Möglichkeiten des wissenschaftlichen Austauschs. Parallel dazu wurden die Voraussetzungen geschaffen, die Forschung an klimafreundlichen Luftfahrttechnologien mit dem gemeinsamen Forschungsflugzeug des ILK und des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik (ILR) der TU Dresden weiter auszubauen.
Die Stärke eines Forschungsinstituts bemisst sich jedoch nicht allein an seinen Projekten oder Forschungsinfrastrukturen, sondern vor allem an den Menschen, die Forschung voranbringen und Wissen weitergeben. Die enge Verzahnung von Forschung und Lehre eröffnet Studierenden bereits früh die Möglichkeit, an aktuellen Forschungsfragen mitzuwirken und internationale Erfahrungen zu sammeln.
Erfolgreich abgeschlossene Promotionen, die Habilitation von PD Dr.-Ing. habil. Robert Kupfer sowie zahlreiche Angebote für Kinder, Jugendliche und Studierende unterstreichen den hohen Stellenwert wissenschaftlicher Qualifizierung und Nachwuchsförderung am ILK.
Mit den Vorbereitungen für den Übergang zum ILK Board wurden darüber hinaus die organisatorischen Grundlagen geschaffen, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die strategische Weiterentwicklung des Instituts langfristig zu stärken.
Der Jahresforschungsbericht 2025 lädt dazu ein, ausgewählte Projekte, wissenschaftliche Erfolge und Entwicklungen des Berichtsjahres zu entdecken. Er zeigt, wie Forschung, Lehre, wissenschaftliche Qualifizierung und Wissenstransfer am ILK ineinandergreifen und gemeinsam den Leichtbau für die Herausforderungen von morgen weiterentwickeln.
Inhaltsverzeichnis
Professur für Systemleichtbau und Mischbauweisen
Professur für Funktionsintegrativen Leichtbau
- Prof. Dr.-Ing. Niels Modler (bis 2030 entsandt in das Rektorat der TUD)
- Dr.-Ing. Sebastian Spitzer (Vertretungsprofessur)
-
Dr.-Ing. Jörn Jaschinski (Vertretungsprofessur)
Leitung
Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden wird von einem sechsköpfigen Institutsboard geleitet. Das Gremium bündelt die wissenschaftliche, organisatorische und administrative Verantwortung für die Leitung des Instituts. Mehr Informationen
Im Folgenden finden Sie eine Zusammenfassung der Ereignisse am ILK im Jahr 2025
- Kreisläufe der Zukunft bei "Wirtschaft trifft Wissenschaft" 2025
- Leichtbaustudium in Dresden
- Erfolgreiche Promotionsverteidigung von Frau Dr.-Ing. Magdalena Heibeck
- Das 28. Internationale Dresdner Leichtbausymposium
-
Neuer Hotspot für Innovation in der Lausitz: Erster syntral-Transfer!Ort in Hoyerswerda eröffnet
- ILK und ILR der TU Dresden investieren in neues Forschungsflugzeug Diamond Aircraft DA62 MPP
- Girls‘ Day am ILK – Leicht(bau) ausprobiert
- M2BRIDGE Sommerschule 2025 in Patras
- Erfolgreiche Promotion von Dr.-Ing. Wang mit Auszeichnung "magna cum laude"
- Gastaufenthalt von Prof. Perkowski im Rahmen des BMBF-Projektes GreenCompas am ILK
- Impulse für den industriellen Wandel: Prof. Dr. Maik Gude lädt zum LBS 2025 ein
- Die Lange Nacht der Wissenschaften: Wir sind dabei – Dieses Jahr im PEZ
- Erfolgreiche Habilitation am ILK: Dr.-Ing. habil. Robert Kupfer erhält Lehrbefähigung an der TU Dresden
- Der 19. Tag der Deutschen Luft- und Raumfahrt
- M2BRIDGE Summer School stärkt internationale Zusammenarbeit und Nachhaltigkeit im Leichtbau
-
ILK und ANYBRID GmbH präsentieren ihre Forschungs- und Produkthighlights auf der K 2025
- JEC Forum DACH 2025 – Business trifft Innovation in Dresden
- Projektstart des öffentlich geförderten Projekts „ProEly“
- Innovationen aus Dresden stoßen auf großes Interesse bei der K 2025
- Kick-off für Forschungsprojekt BIGBOND: Nachhaltige Klebtechnologien für maritime Großstrukturen
- 7. SÄCHSISCH-POLNISCHER INNOVATIONSTAG am 4. und 5. Dezember 2025 in Dresden
- Erfolgreicher Abschluss der Promotion von Dr.-Ing. Tino Wollmann
- Erfolgreicher Projektabschluss im Projekt DiDe4Rec
Eine Übersicht aller News erhalten Sie hier:
Im Jahr 2025 wurde das ILK für seine herausragenden Leistungen mit mehreren Preisen und Ehrungen bedacht. Auszeichnungen und Preise 2025
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik fokussieren sich in neun Fachgruppen auf unterschiedliche Wissensgebiete des Leichtbaus.
Das Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik (ILK) der TU Dresden forscht auf dem Gebiet des funktionsintegrativen Systemleichtbaus und entwickelt Lösungen für leistungsfähige Leichtbaukomponenten und -systeme. Grundlage der Forschungsarbeiten bildet das Dresdner Modell des funktionsintegrativen Systemleichtbaus im Multi-Material-Design, das einen durchgängigen Forschungsansatz von der Materialentwicklung über Fertigungsprozesse bis zum Gesamtsystem verfolgt. Die interdisziplinäre Forschung des ILK adressiert aktuelle und zukünftige Herausforderungen des Leichtbaus. Im Fokus stehen unter anderem ressourceneffiziente und nachhaltige Leichtbaulösungen, Konzepte der Kreislaufwirtschaft sowie die Entwicklung innovativer Materialien, Fertigungsverfahren und Technologien. In zahlreichen Verbundprojekten übernimmt das Institut koordinierende Aufgaben und arbeitet eng mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie zusammen. Auf diese Weise werden wissenschaftliche Erkenntnisse in anwendungsnahe Entwicklungen überführt und der Technologietransfer unterstützt.
Die nachfolgende Auswahl gibt Einblicke in Forschungsprojekte des Jahres 2025 und bildet einen Ausschnitt der vielfältigen Forschungsaktivitäten des ILK ab.
Erhalten Sie eine Übersicht über alle Projekte im Jahr 2024 am ILK
Alle wissenschaftlichen Fachveröffentlichungen des ILK finden Sie hier:
- Heibeck, Magdalena: Beitrag zur Bewertung der Recyclingfähigkeit von Verbundstrukturen mit Fokus auf die Zerkleinerung. Dissertation, TU Dresden, 2025
- Ehrig, Tom: Zur Auslegung von Leichtbaustrukturen mit adaptiver veränderlicher Zwangsschichtdämpfung. Dissertation, TU Dresden, 2025
- Wang, Zhenbi: Methodical development of active compliant mechanisms driven by shape memory alloy wire. Dissertation, TU Dresden, 2025
- Kupfer, Robert: Intrinsische und extrinsische Verbindungen im Leichtbau – Beiträge zu Technologie, Strukturaufklärung und Gestaltung. Habilitationsschrift, TU Dresden, 2025
- Wollmann, Tino: Methoden zur Analyse des schädigungsabhängigen Schwingungsverhaltens von rotierenden Faserverbundstrukturen. Dissertation, TU Dresden, 2025
- Barfuss, Daniel: Zur Vorhersage der mechanischen Eigenschaften von Faser-Thermoplast-Verbunden aus geflochtenen Tape-Preforms. Dissertation, TU Dresden, 2025
Standbild aus dem Imagefilm der syntral-Initiative.
Die Lehre am ILK verbindet wissenschaftliche Grundlagen mit praxisnaher Ausbildung und aktueller Forschung. Auf Basis des Dresdner Modells des funktionsintegrativen Systemleichtbaus in Multi-Material-Design erwerben Studierende ein breit gefächertes Verständnis des Leichtbaus. Die interdisziplinäre Ausbildung eröffnet vielfältige Perspektiven und bietet Raum, individuelle fachliche Schwerpunkte zu entwickeln. Ein besonderes Merkmal der Lehre am ILK ist die enge Verzahnung von Studium und Forschung. Bereits während des Studiums erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich in Forschungsprojekte einzubringen und theoretisches Wissen unmittelbar in die Praxis zu übertragen. Der umfangreiche Maschinenpark sowie die Validierungs-, Prozess- und Anwendungshallen des Instituts schaffen dafür ideale Voraussetzungen. Ob im Rahmen studentischer Tätigkeiten – von Projektarbeiten über Abschlussarbeiten – die Mitarbeit an aktuellen Forschungsfragen vermittelt wertvolle praktische Erfahrungen und bereitet gezielt auf den Berufseinstieg in Industrie und Wissenschaft vor.
Ergänzt wird das Lehrangebot beispielsweise durch internationale Austauschprogramme und Summer Schools, die den fachlichen und interkulturellen Austausch fördern. Sie ermöglichen den Studierenden, wissenschaftliche Erfahrungen im internationalen Umfeld zu sammeln und gemeinsam mit Partneruniversitäten an zukunftsweisenden Fragestellungen des Leichtbaus zu arbeiten.
M2BRIDGE Summer School: Internationale Zusammenarbeit im Leichtbau
Mit dem Projekt M2BRIDGE stärken die TU Dresden und die Universität Patras (UPAT) ihre langfristige Zusammenarbeit in Lehre und Forschung im Bereich Leichtbau und Multi-Material-Design durch den Austausch von Studierenden und wissenschaftlichem Personal sowie der Veranstaltung von Summer Schools. Ein besonderes Highlight im Jahr 2025 war die in Patras stattfindende M2BRIDGE Summer School. Gemeinsam mit Studierenden der Partneruniversität arbeiteten die Teilnehmenden an aktuellen Fragestellungen des nachhaltigen Leichtbaus, entwickelten innovative Lösungsansätze und vertieften ihre fachlichen sowie interkulturellen Kompetenzen. Weitere Einblicke in die Summer School, das Projekt M2BRIDGE und dessen Hintergründe finden Sie in den folgenden Beiträgen.
Composites UTP Student Exchange: Internationale Forschung im UTC Dresden
Im Rahmen des Rolls-Royce University Technology Centre (UTC) Dresden ermöglicht das Programm Composites UTP Student Exchange Studierenden der TU Dresden und der University of Bristol internationale Forschungserfahrungen im Bereich der Faserverbundwerkstoffe. Das Austauschprogramm ist Teil der Composites University Technology Partnership (UTP) und verbindet wissenschaftliche Ausbildung mit praxisnaher Forschung in einem internationalen Umfeld.
Jedes Jahr absolvieren Studierende der University of Bristol ein Sommerpraktikum am ILK, während Studierende der TU Dresden die Möglichkeit erhalten, Forschungsaufenthalte, Pflichtpraktika oder Abschlussarbeiten in Bristol durchzuführen. Durch die Mitarbeit an aktuellen Forschungsfragen und den engen Austausch mit internationalen Partnern erwerben sie wertvolle fachliche und interkulturelle Kompetenzen. Weitere Informationen finden Sie im folgenden Beitrag.
Der Akademische Club Leichtbau e.V. an der TU Dresden (ACL)
Der ACL vernetzt Studierende, Absolvent:innen, Wissenschaftler:innen sowie Partner:innen des ILK und fördert den Austausch zwischen Hochschule, Forschung und Industrie. Seit seiner Gründung im Jahr 2003 begleitet der Verein die Lehre und Forschung am ILK und schafft Raum für fachlichen Dialog, persönliche Begegnungen und den Aufbau nachhaltiger Netzwerke. Durch vielfältige Veranstaltungen und Aktivitäten unterstützt der ACL den Wissenstransfer und stärkt die Verbindung zwischen den verschiedenen Generationen der Dresdner Leichtbauschule. Weitere Informationen zu den Aktivitäten des ACL im Jahr 2025 sowie den Ansprechpartner finden Sie hier:
Forschungseinrichtungen und Unternehmen im Ingenieurwesen stehen vor der Aufgabe, den technologischen Wandel hin zu einer nachhaltigen und ressourceneffizienten Zukunft mitzugestalten. Gleichzeitig erreichen in den kommenden Jahren zahlreiche erfahrene Fachkräfte das Rentenalter, während die Zahl der Studienanfänger:innen in den Ingenieurwissenschaften seit Jahren rückläufig ist. Eine Ursache hierfür dürfte auch in der öffentlichen Wahrnehmung des Fachs liegen. Der Maschinenbau wird vielfach noch mit klassischen Industriebranchen verbunden, obwohl er sich längst zu einer interdisziplinären Ingenieurwissenschaft entwickelt hat. Themen wie Leichtbau, nachhaltige Werkstoffe, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder Kreislaufwirtschaft prägen Forschung und Entwicklung heute ebenso wie konstruktive und fertigungstechnische Fragestellungen. Frühzeitige Nachwuchsförderung leistet deshalb einen wichtigen Beitrag dazu, das heutige Verständnis des Ingenieurwesens sichtbar zu machen und Interesse für seine vielfältigen Aufgabenfelder zu wecken.
Vor diesem Hintergrund engagierte sich das ILK auch im Jahr 2025 mit zahlreichen Formaten für die Nachwuchsförderung und begleitete junge Menschen auf ihrem Weg von den ersten Berührungspunkten mit Technik bis hin zur Vertiefung wissenschaftlicher Interessen. Erfahren Sie mehr über unsere Nachwuchsaktivitäten 2025.