Partnerland des Monats: Singapur
Singapur ist Schmelztiegel der Kulturen, tropische Gartenstadt und gleichzeitig als „Schweiz Asiens“ sehr sicher, sauber und wohlhabend. Der Insel-Stadtstaat liegt zwischen Malaysia und Indonesien, nah am Äquator. Üppiges Grün und futuristische Wolkenkratzer reichen sich hier die Hand – fast die Hälfte Singapurs besteht aus Gärten, Parks und Reservaten. Kulturell mischen sich chinesische, malaiische und indische Einflüsse mit Weltbürgertum, was nicht zuletzt zu unglaublich viel leckerem Essen führt. Auf nach Singapur!
Mit der Aktion "Partnerland des Monats" richten wir den Scheinwerfer auf die große Vielfalt der Länder, Regionen und Partneruniversitäten der TU Dresden, in denen unsere Studierenden ein Auslandssemester verbringen können.
Inhaltsverzeichnis
Allgemeine Zahlen und Fakten zu Singapur
Einwohner: 6,1 Millionen (2025)
Amtssprachen: Malaiisch, Mandarin, Tamil und Englisch
Nationalfeiertag: 9. August (Unabhängigkeitstag 1965)
Währung: Singapur-Dollar (S$ / SGD)
Weitere Zahlen, Fakten und Infos findest du natürlich auf Wikipedia, beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), oder auf den Seiten des Auswärtigen Amts. Touristische Infos gibt es z.B. bei Wikivoyage oder visitsingapore.com.
Kleiner Sprachexkurs
Die Sprachen Singapurs spiegeln die kulturelle Vielfalt wider – mit Malaiisch, Mandarin, Englisch und Tamil gibt es ganze vier Amtssprachen im Stadtstaat, dazu kommen kleinere chinesische und indische Sprachen. Englisch ist dabei de facto die Verkehrssprache, in der alle Ethnien miteinander kommunizieren können, sei es im Geschäftsleben oder in den Medien. Also keine Angst vor der Sprachbarriere!
Ein wenig Reinhören wird trotzdem nötig sein, denn unter dem Einfluss der anderen Sprachen ist eine besondere umgangssprachliche Englisch-Variante entstanden: Singlish. Während die Regierung Initiativen anstößt, um mehr „sauberes“, internationaleres Englisch zu fördern, ist Singlish in der Bevölkerung beliebt und für viele identitätsstiftend. Besonderheiten sind z.B. Wortverdoppelungen wie don’t play play (etwa: „damit ist nicht zu spaßen“) oder Partikel wie lah, die Sätzen eine zusätzliche Nuance geben. Hier eine kleine Einführung:
- shiok – lecker, ein Genuss
- makan – essen
- kaki – Freund:in mit geteilten Interessen, z.B. food kaki, gym kaki
- kiasu – vorsichtig und wettbewerbsorientiert
- blur – verpeilt
- dabao / tapau – Essen to go holen
An unserer Partnerhochschule ist Englisch die Unterrichtssprache. Um dich zu bewerben, brauchst du mindestens das Level B2. Dein Englisch kannst du bei den TUD-Sprachkursen bei TUDIAS aufpolieren, bei deren Angeboten die Vorbereitung auf studienbezogene Aufenthalte im Ausland im Vordergrund steht.
Wusstest Du schon, dass ....?
- Singapur auch „little red dot“ genannt wird? Der Spitzname stammt ursprünglich aus einer Rede eines indonesischen Präsidenten und spielt darauf an, wie Singapur auf einer Weltkarte auftaucht. Klein, aber oho!
- Singapur das flächenmäßig am schnellsten wachsende Land der Welt ist? Der Insel-Stadtstaat hat naturgemäß wenig Platz und setzt daher darauf, dem Meer Land abzugewinnen. Zuerst wurden Hügel abgetragen und an den Küsten aufgeschüttet. Später importierte Singapur massenhaft Sand, sodass schließlich viele Nachbarländer den Export nach Singapur verboten. Seit 2016 erfolgt vermehrt Entwässerung mithilfe von Deichen. So ist Singapur seit den 1960ern um ca. 25% gewachsen und mittlerweile ähnlich groß wie Hamburg.
- Singapur „Stadt der Löwen“ auf Sanskrit bedeutet? Als Anfang des 14. Jahrhunderts ein Prinz aus Sumatra hier sein Königreich gründete, soll er einen Löwen gesichtet haben – ein verheißungsvolles Omen, da Löwen in der hinduistisch-buddhistischen Tradition als mächtige, königliche Tiere gelten. Realistisch wäre allerdings „nur“ ein Tiger möglich gewesen. Heute wacht der Merlion über Singapur, ein mythisches Wesen mit Löwenkopf und Fischkörper.
- sich der größte Indoor-Wasserfall der Welt in Singapur befindet? Der Rain Vortex bildet das Herzstück eines 22.000 m2 umfassenden tropischen Gartens im Flughafen von Singapur. In einem Kreislauf wird Regenwasser über das Glasdach des Gartens geleitet und fällt von dort ganze 40 Meter bis ins Untergeschoss.
- du kein Kaugummi nach Singapur mitbringen darfst? Innerhalb Singapurs ist der Verkauf von Kaugummi nur für medizinische Zwecke mit Rezept erlaubt. Grund ist die harte, aber effektive Linie des Landes gegen Verunreinigung und Vandalismus im öffentlichen Raum. Ebenfalls verboten sind z.B. Essen und Trinken im öffentlichen Nahverkehr oder das Liegenlassen von Müll und Zigarettenkippen. Es drohen saftige Geldstrafen. Der Spruch „Singapore is a fine city!“, mit der Doppelbedeutung „schöne Stadt“ und „Bußgeld-Stadt“ kommt also nicht von Ungefähr.
- in Singapur Wohnungen nach einem ethnischen Quotenschlüssel vergeben werden? Dieser entspricht den Anteilen der großen ethnischen Gruppen – chinesisch, malaiisch und indisch (& andere) – an der Gesamtbevölkerung und sorgt dafür, dass diese in den einzelnen Wohnblöcken und –Vierteln in ähnlichen Anteilen vertreten sind. Dies soll Ghettobildung vermeiden und fördert die Integration und das friedliche Zusammenleben der ethnischen Gruppen.
- Singapur den weltweit stärksten Reisepass hat? Laut dem Henley Passport Ranking 2026 können damit 192 Länder visafrei bereist werden. Den zweiten Platz teilen sich Japan, Südkorea und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Pass-Stärke eines Landes spiegelt seine politische Stabilität sowie seinen diplomatischen und wirtschaftlichen Einfluss wider.
- es eine singapurische Form der deutschen Handtuch-Reservierung gibt? Während Deutsche bekannt dafür sind, Strandplätze mit liegengelassenen Handtüchern zu reservieren, ist in Singapur das Choping von Tischen gang und gäbe. Hinter dem Singlish-Begriff versteckt sich das Liegenlassen von Gegenständen (meist Taschentuchpackungen), um Tische in der Nähe von geschäftigen Essensständen zu belegen. Ein Grund ist die Liebe zur Effizienz – so schreibt dieser Choping Guide: „‘Chope’ save time = can eat faster = win“.
Kooperationen mit Universitäten in Singapur
Eine Übersicht über alle Kooperationen der TU Dresden gibt es in unserer Datenbank. Dort kannst du auch in den Erfahrungsberichten bisheriger Austauschstudierender stöbern. Es lohnt sich außerdem oft, in der eigenen Fakultät Professor:innen zu fragen, die direkte Kontakte zur gewünschten Partneruni haben.
Unsere Partneruniversität in Singapur: Nanyang Technological University (NTU)
- Zwischen NTU und TUD bestehen derzeit zwei Austausch-Kooperationen mit verschiedenen Bedingungen:
- Fächer- und fakultätsübergreifende Kooperation über TUDweltweit
- Erasmus+-Kooperation für Leichtbau- und Kunststofftechnik.
Dieser Austauschplatz ist für Promovierende vorgesehen, kann aber in Rücksprache mit der Fakultät auch Bachelor- oder Masterstudierenden angeboten werden. Hierfür bitte Daniel Weck oder Andreas Hornig kontaktieren.
- Die NTU gilt als eine der Top-Universitäten in Asien und genießt weltweites Ansehen, insbesondere in den Bereichen der Ingenieurwissenschaften und der angewandten Naturwissenschaften. Auf dem parkartigen Campus befinden sich neben den Lehrgebäuden auch Wohnheime, Mensen, Freizeit- und Sportanlagen und sogar ein chinesischer Garten mit Wasserfall.
Don't miss...
In Gardens by the Bay liegt Singapurs bekanntestes Wahrzeichen, Supertree Grove mit seinen gigantischen künstlichen Bäumen. Jeden Abend finden spektakuläre Licht- und Musikshows mit der Solarenergie statt, die die Bäume tagsüber einfangen. Neben den ikonischen Riesenbäumen gibt es noch mehr zu entdecken: Im Flower Dome kannst du Blühendes aus aller Welt bestaunen, im Cloud Forest sind Regenwälder verschiedener Klimazonen nachgestellt, und im Heritage Garden gibt es viel über die traditionelle Nutzung von Pflanzen durch die ethnischen Gruppen Singapurs zu lernen. Wenn du danach nur noch mehr erfahren möchtest, empfehlen wir Singapore Botanic Gardens.
Festivals miterleben. In einer multikulturellen Stadt wie Singapur gibt es das ganze Jahr über etwas zu feiern. Besonders zahlreich und spannend sind die traditionell chinesischen Feste: Sei es das Neujahrsfest mit seinen Löwentänzen, das Drachenboot-Festival im Juni, oder das Mittherbstfest mit Lampions und Mondkuchen. Aber auch z.B. das Hindu-Lichterfest Deepavali, die Feuerwerke zum Unabhängigkeitstag oder singapurische Weihnachten solltest du nicht verpassen.
Natur pur im Stadtstaat. So klein wie Singapur ist, hat es erstaunlich viel Natur zu bieten. Selbst mitten in der Metropole kannst du z.B. im Bukit Timah Nature Reserve durch den Regenwald laufen. Noch mehr Auszeit vom Großstadttrubel gibt es auf Pulau Ubin. Die kleine Nebeninsel ist mit dem Rad oder zu Fuß erkundbar. Hier gibt es Strände und Schnorchelgelegenheiten, Wälder und Mangrovensümpfe, und eine lebendige Tierwelt. Mückenschutz mitnehmen und Essen affensicher verpacken!
Das Asian Civilisations Museum beleuchtet die historischen Verbindungen zwischen verschiedenen asiatischen Kulturen rund um Singapur. Dabei richtet die Dauerausstellung besonderes Augenmerk auf den Seehandel, die Ursprünge und Verbreitung der Religionen und die dekorativen Künste. Ein Highlight ist die Ladung eines im 9. Jahrhundert gesunkenen Handelsschiffs. Daneben gibt es spannende Wechselausstellungen, aktuell mit Themen von Brettspielen bis Teekultur.
Die Sultansmoschee gehört zu Singapurs wichtigsten religiösen Bauten und ist an ihren prächtigen goldenen Kuppeln zu erkennen. An deren Basis verläuft je ein schwarzer Ring – aus Sojasaucenflaschen. Hintergrund dafür ist, dass beim Bau alle muslimischen Familien des Viertels etwas beisteuerten: die Reichsten Gold, die Ärmsten Flaschen. Die Moschee liegt in Kampong Glam, dem traditionell malaiisch-muslimischen Viertel, das heute auch voller Farben, Wandgemälde und Cafés ist. Ein Besuch ist außerhalb der Gebetszeiten kostenlos möglich.
Lasst uns kosten...
Bei der bunten kulturellen Mischung in Singapur geht es natürlich auch kulinarisch sehr vielfältig zu. Eine Besonderheit ist allerdings, dass das Kochen zu Hause relativ wenig üblich ist. Denn es gibt mit Food Courts und Hawker Centres (Ansammlungen ehemaliger Straßenstände) überall in der Stadt leckere und unschlagbar günstige Alternativen. Typische Gerichte sind z.B. Curry Puffs, Char Kway Teow (gebratene Nudeln) oder – wohl das Hawker-Food überhaupt – Hainanese Chicken Rice.
Wunderbar ist auch die Vielfalt tropischer Früchte – von Bananen und Mangos bis zu hierzulande kaum bekannten Arten wie Rosenapfel, Mangostan und Salakpalmfrucht. Besonderen Kultstatus hat die sowohl „Stinkfrucht“ als auch „King of Fruits“ genannte Durian. Trotz des kontroversen Geruchs ist sie dank ihrer Cremigkeit sehr beliebt und in der kurzen Ernteperiode heiß begehrt.
Die beliebtesten Getränke sind Teh (Tee) und Kopi (Kaffee), welche standardmäßig mit gesüßter Kondensmilch und Zucker serviert werden. Für alle anderen Variaten gibt es eine ausgeklügelte Nomenklatur, die du mit dem Kopi-Guide erlernen kannst. Eine besondere Tee-Spezialität ist der hoch eingeschenkte, schaumige Teh tarik.
Kontakt und weitere Ansprechpersonen
Hattest du eine tolle Zeit in Singapur? Hast du Tipps für Orte und Erlebnisse, die man nicht missen sollte? Gern teilen wir auch deine Erfahrungen – hier, über Social Media oder auch, wenn du Lust hast, bei Infoveranstaltungen mit anderen TUD-Studierenden. Melde dich bei uns:
© Sven Ellger/TUD
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NameFrau Federica Serra
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Sprechzeiten:
- Dienstag:
- 09:30 - 11:30
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